Georg-Büchner-Gymnasium

Bahn frei für die Aula

  • VonChristine Fauerbach
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Der Abriss der alten Turnhalle am Georg-Büchner-Gymnasium (GBG) hat am Montagnachmittag begonnen. An ihrer Stelle soll eine langersehnte Aula entstehen.

Mit lautem Dröhnen reißt die Baggerschaufel von Gennadi Müller Löcher in die massiven Betonwände. Danach hebt der Mitarbeiter der Amerschläger GmbH aus Heusenstamm immer wieder große Betonbrocken mit der Schaufel in die Höhe, lässt sie auf den Boden krachen. Die so erhaltenen kleineren Teile zertrümmert er weiter mit der Schaufel, um sie dann in die bereitstehenden Container für den Abtransport zu werfen. Müllers Kollege Sergej Gusev nässt die Brocken, um die Staubentwicklung so gering wie möglich zu halten.

Rund drei Stunden nach Beginn der Abrissarbeiten erhält das Duo Besuch von Landrat Joachim Arnold (SPD) und dem Ersten Kreisbeigeordneten Helmut Betschel (Grüne). Begleitet werden die Besucher bei ihrer sommerlichen Stippvisite an der größten Schule des Wetteraukreises von Philipp Blechschmidt, Mitarbeiter des Fachbereichs Bildung und Gebäudewirtschaft beim Wetteraukreis, sowie GBG-Hausmeister Thomas Fabian.

„Mit dem Startschuss für den notwendigen Abriss der alten Sporthalle am Schulzentrum Bad Vilbel ist ein wichtiger Schritt für die allseits gewünschte Aula am GBG vollzogen worden“, sagt Arnold. Schuldezernent Betschel: „Innerhalb der nächsten vier Wochen wird die Halle entrümpelt und dem Erdboden gleichgemacht.“ Nach den Bauarbeiten soll bis zu Beginn des neuen Schuljahres Mutterboden auf der freigelegten Fläche aufgebracht und eine Grünfläche angelegt werden.

Mit dem Abriss der bereits lange nicht mehr genutzten Turnhalle ist das GBG seinem Wunsch nach einer Aula näher gekommen. Jetzt müssen sich der Kreis als Schulträger und die Stadt Bad Vilbel über die Finanzierung des rund 1,6 Millionen Euro teuren Neubaus einigen. Arnold hatte der Stadt den Vorschlag unterbreitet, ihren Eigenanteil am Aula-Bau durch Verzicht auf die Rückübertragung der alten Dortelweiler Schule zu kompensieren. Damit könne die von Kreis und Stadt gewünschte Aula gemeinsam finanziert werden, „ohne dass die Stadt den Haushalt, der noch nicht genehmigt ist, belasten muss“, so Arnold.

Kompensation statt Schulden

Eine überschlägige Bewertung der alten Dortelweiler Dorfschule auf Grundlage der aktuellen Bewertung ergebe eine Vergleichbarkeit. Bad Vilbel könnte durch den Rückübertragungsverzicht nach der irgendwann einmal erfolgten Aufgabe des Gebäudes und Geländes im alten Dorfkern als Schulgebäude den notwendigen städtischen Zuschuss für die Aula ersatzweise erbringen. Ein Deal, der sich für beide Seiten rechnet. Betschel erwartet, dass die Stadt Bad Vilbel den bereits bekannten Vorschlag zustimmt und eine vertragliche Vereinbarung noch in den Sommerferien zustande kommt.

„Dann werden sicher auch schon weitere konkrete Einzelheiten zum Bau der neuen Aula besprochen und festgelegt werden“, zeigt sich der Schuldezernent optimistisch. Die neue Aula soll nicht allein vom GBG genutzt werden, sondern auch von der benachbarten John-F.-Kennedy- und der Saalburgschule. Die drei Schulleitungen haben nach Auskunft des Schuldezernenten ihre Zustimmung zur gemeinsamen Nutzung der neuen Aula am GBG bereits signalisiert.

„Wir streben eine gemeinsame Planung für alle drei Schulen an, um im Bedarfsfall einen umständlichen Aushandlungsprozess zu vermeiden“, sagt Betschel. Im Vorfeld des Abrisses war im Bad Vilbeler Stadtparlament und im Friedberger Kreistag heftig über das Bauvorhaben und dessen Finanzierung diskutiert worden.

Sanierung gescheitert

Es gab Stimmen, die den Abbruch und Neubau im Passivhaus-Standard forderten und solche, die dies für zu teuer erachteten und stattdessen die Sanierung und den Umbau der Turnhalle zur Aula favorisierten. Der Architekt Christopher Glanz hatte ein umsetzbares Konzept der kostengünstigen Sanierung für die marode Turnhalle und deren Umwandlung zur Aula vorgelegt.

Wie Kreispressesprecher Michael Elsaß mitteilte, habe ein vom Wetteraukreis beauftragter Architekt jedoch festgestellt, dass die Bausubstanz der alten Turnhalle am Gymnasium massive Schäden aufwies und eine Sanierung deshalb unwirtschaftlich gewesen wäre.

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