. Wo die Bauern durch den Erlenbach fuhren

Trennendes überwinden: Das erledigen seit Jahrhunderten Brücken in der Wetterau. Ob uralt oder nagelneu, oft ranken sich spannende Geschichten um diese Bauwerke. In einer täglichen Serie zeigt die FNP, was uns verbindet. Heute: die Brücken in Massenheim.

In Bad Vilbels Stadtteil Massenheim gab es einst nur eine Brücke an der Stelle, wo heute der Harheimer Weg den Erlenbach Richtung Friedhof quert. Auf einer alten Karte zeigt Brigitte Boos vom Massenheimer Heimatmuseum, dass diese Sandsteinbrücke schon 1756 erwähnt wurde, „aber da ging nur ein Fuhrwerk durch.“

Erst 1972, als neue Baugebiete erschlossen wurden, entstand dort das heutige Bauwerk, eine Stahlbetonbrücke mit 7,58 Meter Breite. Die Landwirte sind früher mit ihren Gespannen durch die Erlenbach-Furt gefahren, die sich an dem alten Wehr der Obermühle gebildet hatte, erklärt Boos. Die Massenheimer querten die Stelle auf gleich zwei Stegen, der eine ging über den Mühlbach, der andere über den Erlenbach. Auf einem Foto von 1936 sieht man einen Eisernen Steg mit einer markanten Linde vor dem damals noch nicht begradigten Erlenbach und der Obermühle.

Erst Mitte der 1960er-Jahre wurde der Mühlbach zugeschüttet, die Mühle war bis Ende der 1920er-Jahre in Betrieb. Die Erlenbachbrücke über die Mühlstraße wurde 1972 gebaut, aus Stahlbeton, 9,55 Meter breit. Unbekannt ist das Baujahr des Feuerwehrstegs, der direkt zu dem Gerätehaus führte.

2010 wurde er bei der Erlenbach-Renaturierung als Abflusshindernis ausgemacht, sollte um 70 Zentimeter höher gelegt werden. Doch er erwies sich als marode, ein Neubau für 85 000 Euro aber sei im Verhältnis zu den Gesamtkosten zu teuer, hieß es. Also wurde abgerissen. Doch noch drei weitere Brücken führen über den Bach. dd

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare