Oldtimer-Treffen in Massenheim

Der Blick unter die Haube

  • Thomas Kopp
    VonThomas Kopp
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Was reizt rund 6000 Menschen, jedes Jahr zum Oldtimertreffen nach Massenheim zu kommen? Ganz einfach: Es ist familiär, Aussteller und Gäste sind entspannt. Das 23. Fest der Feuerwehr wird deswegen auch bei weitem nicht das letzte gewesen sein.

Wer gestern durch Bad Vilbel fuhr, konnte sich auf Zeitreise wähnen: Insgesamt 594 US-Schlitten, alte Traktoren, historische Motorräder und sogar Militärfahrzeuge meist amerikanischer Herkunft tuckerten durch die Quellenstadt. Ihr Ziel: die Erlenbachaue in Massenheim. Dort trafen sich einmal mehr Liebhaber historischer Fahrzeuge, um ihre Schätze der breiten Öffentlichkeit vorzustellen.

Wie viel Mühe und auch Geld in dem Hobby steckt, wird am Beispiel von Adolf Grosch aus Schöneck deutlich. Im nordhessischen Frankenau sah er im Schaufenster eines Opel-Autohauses einen P4 aus dem Jahr 1936. Einst von Hitler als „Kraft-durch-Freude-Auto“ geplant, verlor das Modell das Rennen gegen den VW Käfer. Nur drei Jahre lang wurde der P4 gebaut, dann wurde die Serie eingestampft.

Grosch war sofort vom Wagen begeistert, bearbeitete Senior- und Juniorchef über mehrere Jahre hinweg, bis er den Wagen sein Eigen nennen durfte. 8500 Euro gab er dafür aus. Doch über 100 000 Euro sollte an Investitionen folgen. Über zweieinhalb Jahre wurde das Auto von Experten restauriert. Heute steht es in perfektem Zustand da.

Geschenk zum Geburtstag

Wenn Grosch mit dem alten Opel unterwegs ist, zieht er natürlich die Blicke auf sich. Zumal die Leute Zeit habe, sich den Wagen anzuschauen. „Einmal hatte ich ihn auf 80 Stundenkilometer, meisten fahre ich aber 60“, sagt der Schönecker lachend. Doch auch das kann für den Oldtimer manchmal zu viel werden. So hat er kürzlich zwei Stunden in Hanau gestanden, die Zündspule war überhitzt. Mit Wasser und Geduld brachte Grosch sein Gefährt wieder zu m Laufen.

Episoden wie diese gehören wohl zum Dasein als Autoliebhaber. Ziemlich unvermittelt dazu gekommen ist Ulrich Sopp vom Heilsberg. Zu seinem 50. Geburtstag bekam er von seiner Frau einen BMW 501 aus dem Jahr 1957 geschenkt. „Vorher hatte ich mit Oldtimern nicht viel zu tun“, sagt er.

Doch die Passion ließ sich nicht mehr aufhalten, heute hat er noch einen Mercedes-Benz 280 Coupé aus dem Jahr 1970 in seinem Bestand. Und er genießt die Ausfahrten mit seiner Frau. „Das ist schon eine Besonderheit, mit so einem Wagen fahren zu können“, freut er sich noch immer über das Geschenk vor fast 20 Jahren.

Oldtimer-Feste besucht er eigentlich nicht. „Das hier ist aber ein Heimspiel, ich komme gerne und schätze das Engagement der Feuerwehr, die das jedes Jahr auf die Beine stellt“, sagt Sopp.

Eine Meinung, die durchweg von Ausstellern und Gästen zu hören ist. „Es macht richtig viel Spaß hier“, sagt Ingo Waldschmidt, Erster Vorsitzender der Oldtimer-Freunde Bad Vilbel.

Neue Rekorde

Die reisen gleich in Gruppenstärke an und stellen deutsche und amerikanische Prachtkarossen vor. Doch auch Motorräder von NSU und Kreidler, Traktoren von Lanz und Co, Willy’s Jeeps der US-Armee und sogar englische Spähpanzer sind zu erblicken.

Waldschmidt lobt die Organisation: „Es ist nicht zu groß, bietet aber eine unglaubliche Vielfalt“. Die Veranstalter sind zufrieden: „Wir können bei den Gästen und Ausstellern neue Rekorde verbuchen“, freut sich der Feuerwehr-Vorsitzende Ralf Laupus.

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