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Damit das Leben schmeckt

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Von: Petra Ihm-Fahle

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Bad Vilbel Die Internationale Kochgruppe für Frauen bereitet einmal im Monat ein leckeres gemeinsames Essen zu 

Tischen internationale Küche auf (von links): Helga Nagler, Agnes Zeuner, Manuela Hübel, Karin Turm, Jana Niazman, Sati Özdemir, Carmen Volk, Edith Mattner und Gracy Koottakkara.
Bad Vilbel Die Internationale Kochgruppe für Frauen bereitet einmal im Monat ein leckeres gemeinsames Essen zu Tischen internationale Küche auf (von links): Helga Nagler, Agnes Zeuner, Manuela Hübel, Karin Turm, Jana Niazman, Sati Özdemir, Carmen Volk, Edith Mattner und Gracy Koottakkara. © Petra Ihm-Fahle

Hmmm, wie das duftet vom Buffet der Internationalen Kochgruppe in Bad Vilbel. Die Frauen haben jetzt ihr 15-jähriges Bestehen gefeiert. Ort war der Saal der katholischen Kirchengemeinde Sankt Marien im Stadtteil Dortelweil. Und wieder einmal bewiesen die Frauen: Gemeinsam schmeckt es am besten.

Indisches Tandoori Chicken und türkische Teigröllchen mit Schafskäse. Griechischer Salat und äthiopisches Hähnchen mit scharfer Soße und Eiern. Zahlreiche Gerichte mehr stehen auf dem Buffet der Internationalen Frauenkochgruppe im Bad Vilbeler Stadtteil Dortelweil. Die Aromen duften verlockend, die Speisen sehen appetitlich aus.

Frauen stehen an der langen Tafel und bestücken ihre Teller: Davon einen Happen … hiervon einen Löffel … Anschließend setzen sie sich an die Tische zum Essen. Dabei unterhalten sie sich angeregt miteinander. Die meisten Frauen kennen sich schon recht lange, denn die Kochgruppe entstand bereits vor 15 Jahren. Gracy Koottakkara und Edith Mattner sind die Leiterinnen. Koottakkara berichtet von der Idee, einmal im Monat gemeinsam zu kochen: „Es war zur Integration gedacht, um Deutsche und Ausländer zusammenzubringen“, erzählt sie.

Schöne Atmosphäre

Seinerzeit waren auch Männer dabei, doch mit der Zeit wurde es immer mehr zu einem Treffpunkt für Frauen. Immer am ersten Mittwoch, ab zehn Uhr vormittags. Helga Blum ist die ehemalige Leiterin der Bürgeraktive Bad Vilbel, unter deren Fittiche die Initiative läuft, gemeinsam mit der katholischen Kirchengemeinde Sankt Marien.

Dort wird auch immer gekocht. Blum erinnert sich zurück: „Gracy kam damals zu mir ins Büro und erzählte von der Idee einer Kochgruppe.“ Erster Schritt war es gewesen, einen Flyer zu konzipieren und auszulegen. Die Initiative, gegründet von Koottakkara und zwei deutschen Mitstreiterinnen, habe sich dann rasch erfolgreich entwickelt.

„Das Essen war immer schön angerichtet, es war Stille, eine schöne Atmosphäre. Singen und danken für das Essen.“ Gemeinsames Essen sei eines der schönsten Dinge überhaupt.Zu den Frauen, die noch nicht solange dabei sind, gehört Carmen Volk aus Dortelweil. „Ich las in der Zeitung davon und dachte, es sei ein Kochkurs“, schildert sie. Als sie hinkam, erkannte sie, dass es eine bestehende Gruppe sei. Ein Freundeskreis. „Ich habe mich gefreut, dass ich herzlich aufgenommen wurde.

Ich habe mich gleich wohlgefühlt“, strahlt sie. Bei den Mahlzeiten gebe es immer drei Gänge, wie sie berichtet: „Vorspeise, Hauptgericht und Nachtisch.“ Mittlerweile habe auch sie schon mal ein Essen für alle zubereitet: Feldsalat, Ratatouille mit Pellkartoffeln und Obst. Und um all die Zutaten für die mehrköpfige Gruppe zum Gemeindesaal zu bringen, müsse man schon mal das Auto herausholen.

Wie das Prinzip funktioniert, erzählt Initiatorin Koottakkara: „Eine meldet sich: ’Ich koche.’“ Diese Frau kauft ein, aber alle schnippeln und kochen zusammen. Manchmal seien es zehn, zwölf Teilnehmerinnen – manchmal nur sechs. „Man muss sich vorher anmelden“, sagt sie. Der Anmeldeschluss ist stets montags vor dem Koch-Mittwoch. Teilnehmerinnen zahlen einen Beitrag von fünf Euro – und das reiche, um die Kosten zu decken. „Es gleicht sich immer aus.“

Aus allen Ecken der Welt

Schweinefleisch wird nicht verarbeitet, erzählt Koottakkara. Sie beispielsweise isst überhaupt kein Fleisch. Aber bei den Mahlzeiten sei immer genug für Leute dabei, die sich vegetarisch ernähren. Zu dem festen Kern gehören aktuell Mitwirkende aus Indien, Afghanistan, Türkei, Afrika und Italien. Festes Mitglied müsse aber nicht sein, wer dabei sein möchte.

Und nun besteht die Gruppe schon fünfzehn Jahre. Anlässlich dieses Ereignisses haben die Frauen in den Gemeindesaal in Dortelweil eingeladen. Es gibt auch nicht das feste Gericht wie sonst, sondern jede hat etwas für das Buffet mitgebracht. Rosen und Kerzen umrahmen die kulinarische Pracht, dekoriert durch Jana Niazman.

Udo Knietsch vom Vorstand der Bürgerinitiative nennt den langen Bestand der Gruppe eine Freude. „In unserer schnelllebigen Zeit sind 15 Jahre eine Menge. Es ist schön, zu sehen, wie wohl sich die Frauen fühlen.“ Denn sie kochen nicht nur, sondern unternehmen einmal im Jahr auch etwas zusammen. Beispielsweise Ausflüge in die Umgebung. Gemeindereferentin Monika Burkard bringt es auf den Punkt: „Damit das Leben schmeckt.“

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