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Für die Flüchtlinge sind Fahrräder wichtig zur Mobilität, aber auch zur Integration in unserer komplexes Verkehrswesen. Der ADFC bietet auf seinem Basar Erwerbsmöglichkeiten.

Fahrradbasar des ADFC

Per Rad den deutschen Alltag erkunden

Der Fahrradbasar des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) in Bad Vilbel ist für heimische Pedaleure, aber auch für Flüchtlinge vor dem Kurhaus zu einer festen Institution geworden.

Der Fahrradbasar des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) in Bad Vilbel ist für heimische Pedaleure, aber auch für Flüchtlinge vor dem Kurhaus zu einer festen Institution geworden. „Ungefähr 60 Fahrräder, Kinderräder und hochwertige Bikes haben ihren Besitzer gewechselt“, sagt Theo Sorg vom Mobilitäts-Team. Dabei versteht sich der ADFC „ausschließlich als Vermittler“.

Die Preise sind moderat, etwa 20 Euro für ein noch fast neuwertiges Kinderfahrrad, bis zu 200 Euro für ein Mountain-Bike. Die Prüfung der Verkehrssicherheit obliege den Käufern, ebenso das Händlergeschick. Besonders für Flüchtlinge ist der Basar eine Anlaufstelle, zu günstigen Preisen ein Rad zu erwerben. Für Hartmuth Schröder von der Flüchtlingshilfe eine „profunde Sache, die die Mobilität erhöht“.

Doch mit dem Erwerb eines Fahrrades „beginnen bei vielen Flüchtlingen zugleich auch die Probleme“, sagt Polizeioberkommissarin Judith Hartweg von der Dienststelle Bad Vilbel. Die komplexen Verkehrsregeln seien den meisten fremd, betont Hartweg, weil es solche in den Herkunftsländern nicht gebe. „Hier sind auch die Träger der Flüchtlingshilfe-Organisation gefragt“, sagt Hartweg. Denn für die verkehrliche Ausbildung sei die Polizei nicht zuständig.

Wenn auch seitens der Flüchtlingshilfe und des ADFC zwischenzeitlich die deutschen Verkehrsregeln in mehreren Landessprachen und in Arabisch vorliegen, so ist es doch für die meisten Flüchtlinge die Verkehrsteilnahme ungewohnt, ergänzt Sorg vom Mobilitäts-Team. Eigene Verkehrskurse werden seitens der Polizei nicht angeboten, sagt Hartweg. Für Flüchtlingskinder gibt es jedoch die mit den Schulen gemeinsam angebotenen Verkehrsschulen.

Ein Grundproblem sei weiterhin der Spracherwerb, hebt Flüchtlingshelfer Schröder hervor. Aber neben den angebotenen Kursen ist es der Alltag, der den Spracherwerb gerade bei den älteren Flüchtlingen forciert. So schlecht wie am Anfang sehe es nicht mehr aus, betont Schröder. Geschuldet sei dies auch dem Mobilitätszuwachs über Fahrräder, so Schröder.

(sng)

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