Kombibad in Bad Vilbel

Dieser Plan wird eingereicht

  • Thomas Schwarz
    vonThomas Schwarz
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Das geplant Kombibad geht in die nächste Phase. Der private Investor will in den nächsten Tagen den Bauantrag für das Millionen-Projekt beim zuständigen Bauamt des Wetteraukreises in Friedberg einreichen.

Erholen unter echten Palmen, Baden in unterschiedlichen Wassern, saunieren wie die Römer und talwärts sausen auf über 20 Rutschen: Das alles plant Josef Wund. Der Investor vom Bodensee will mit den Stadtwerken Bad Vilbel viel Geld auf einem Areal zwischen Schulzentrum und B 3 verbauen – von etwa 100 Millionen Euro Gesamtkosten ist die Rede.

Diese Summe will Klaus Minkel, Bad Vilbeler Stadtrat und Leiter des Eigenbetriebs Stadtwerke, nicht bestätigen. „Wir müssen erst die Ergebnisse der wesentlichen Ausschreibungen abwarten, um damit belastbare Zahlen zu haben“, sagte der Christdemokrat gestern auf FNP-Nachfrage. „Ich hoffe aber, dass wir deutlich unter 100 Millionen Euro bleiben.“ Immerhin werden die Stadtwerke 42 Prozent am Kombibad halten, Investor Wund die Mehrheit von 58 Prozent.

„Bad Vilbel kann sich auf das größte und schönste Bad weit und breit freuen!“, frohlockt Minkel. Das sei keine Selbstverständlichkeit in Zeiten, in denen viele hundert Bäder geschlossen wurden oder vor der Schließung stünden, „da Bäder in der Regel große Verlustbringer sind“. Aus Minkels Sicht wird das Vilbeler Kombibad aber ein Erfolg. Partner Josef Wund sei „einer der wenigen, die bewiesen haben, dass Bäder auch profitabel betrieben werden können“, sagt Minkel mit Blick auf dessen Einrichtungen in Erding, Bad Wörrishofen oder Sinsheim. Wund sei bei der europaweiten Ausschreibung der einzige gewesen, der ein profitables Konzept vorlegte.

Daher könne sich auch Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU) freuen. Denn mit dem neuen Kombibad könne auch der städtische Haushalt zuerst vom Hallenbad- und später vom Freibad-Defizit entlastet werden. Denn derzeit schießt die Stadt jährlich zum Hallenbad 400 000 Euro zu, zum Freibad 200 000 Euro. In den kommenden Jahre wären zudem Instandsetzungsarbeiten in Millionen-Höhe nötig.

„Was viele nicht verstehen: Wäre das Bad halb so teuer, gäbe es die große Gefahr von Verlusten“, so Stadtwerkeleiter Minkel. „Erst die Vielfalt der Attraktionen lockt nämlich die Badegäste an und verlängert gewinnträchtig die Besuchszeit. Wer hier zu klein oder gar kleinkariert denkt, wird scheitern. Wer groß denkt, wird Erfolg haben.“ Der Sportbadbetrieb werde dagegen wegen niedriger, subventionierter Entgelte nach wie vor defizitär bleiben.

Nach dem Beispiel anderer Wund-Standorte könne Bad Vilbel künftig auf rasch steigende Übernachtungszahlen von Kurzurlaubern rechnen sowie mit stark wachsenden Besucherzahlen in der Innenstadt. „Erstmals kann sich Bad Vilbel zu einer Badestadt moderner Prägung entwickeln mit einer sich entwickelnden Hotellerie. Bereits das Kombibad wird 400 bis 500 neue Arbeitsplätze schaffen – ohne die Folgegeschäfte“, ist Minkel überzeugt.

In diese Kerbe haut auch der Bürgermeister: „Mit dem Kombibad werden Entwicklungen in Gang gesetzt, die das Prädikat Bad stärken und absichern.“ Und die Vilbeler könnten sich auf vermehrte Badefreuden freuen.

Wann das genau sein wird, ist noch unklar. Erst muss die Baugenehmigung vorliegen, dann erfolgen die Ausschreibungen und die finale Vertragsunterzeichnung zwischen Wund und den Stadtwerken. Minkels Einschätzung: „Wenn alles klappt, wie wir das erwarten, könnte spätestens Anfang nächsten Jahres Baubeginn sein – und die Fertigstellung im zweiten Quartal des Jahres 2017.“

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