Bauprojekt

In Dortelweil sollen 73 neue Sozialwohnungen entstehen

  • Thomas Kopp
    vonThomas Kopp
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73 neue Wohnungen entstehen derzeit in Dortelweil-West. Nach langer Vorgeschichte ist kürzlich der Startschuss für den Bau an der Ecke Konrad-Adenauer-Allee und Margeritenstraße gefallen. Die Kritik an dem Vorhaben hält an.

Eine große Wiese am nordwestlichen Ortsausgang von Dortelweil-West hat sich in eine Baustelle verwandelt. Erst in der vergangenen Woche hat der Generalunternehmer Lupp aus Nidda dort sein Bauplakat ausgehängt.

Damit kann nach jahrelanger Planung ein zentrales Wahlversprechen der CDU eingelöst werden. Denn die hatte sich vor der Kommunalwahl 2016 dazu verpflichtet, 60 neue Sozialwohnungen zu bauen, weitere sollten folgen. 73 Wohnungen werden es nun insgesamt. Doch nicht alle sind Sozialwohnungen. Etwa ein Drittel der Wohnungen werden für Menschen mit Berechtigungsschein vorgehalten. Ein weiteres Drittel kommt für mittlere Einkommen in Frage, das letzte Drittel wird auf dem freien Markt vermietet. Die Fertigstellung ist für Ende 2019 geplant.

An der Aufteilung stört sich nun Rainer Fich (SPD) vom Ortsbeirat Dortelweil. Denn anfänglich sollten alle Wohnungen unter Sozialbindung fallen. Wegen der niedrigen Zinsen kehrten die Stadtwerke allerdings von diesem Vorhaben ab. „Rainer Fich ist bekanntlich groß im Meckern und klein im Schaffen. Wir wenden das Frankfurter Modell zu verbesserten Bedingungen für unsere Mieter an. 50 von 73 Wohnungen sind vergünstigt“, fasst Betriebsleiter und CDU-Stadtrat Klaus Minkel zusammen.

Nicht die einzige Kritik der SPD. So moniert Fich, dass in dem neuen Gebäude nur ein Tiefgaragen-Stellplatz pro Wohnung zur Verfügung stehen werde. Der öffentliche Parkraum rund um das Gebäude werde dadurch erheblich belastet.

Hier verweist Minkel auf die Vorgeschichte. Die Grünen und die SPD seien immer gegen das Baugebiet Dortelweil-West gewesen. „Als es sich nicht verhindern ließ, wollten die Grünen einen autofreien Stadtteil. Bei einem Stellplatz pro Mietwohnung liegen wir in der Mitte und müssen daher die Kritik von beiden Seiten aushalten.“

Die SPD sollte einmal für sich entscheiden, was sie wirklich wolle: öffentlichen Personennahverkehr oder schrankenlosen Individualverkehr, befindet Minkel. Der Stadtteil sei seinerzeit nur wegen der S-Bahn-Nähe genehmigt worden. „Wenn jeder ein Auto hat, wovon soll dann noch die S-Bahn leben? Wir berücksichtigen beide Verkehre“, sagt Minkel.

Im Wetteraukreis ist Bad Vilbel laut Regionalverband Frankfurt/Rhein-Main und der jüngsten Erhebung des Hessischen Statistischen Landesamtes die Stadt mit den meisten neuen Wohnungen. Im vergangenen Jahr wurden in der Stadt 273 Wohnungen gebaut, zweiter ist Bad Nauheim mit 210, es folgt Friedberg mit 209.

Im gesamten Gebiet des Regionalverbandes sind es 11 600 Wohnungen, das entspricht einem Anstieg gegenüber den drei Vorjahren um 27 Prozent. „Das ist eine sehr gute Entwicklung. Nur, wenn wir genügend Wohnraum schaffen, bleibt unsere Region attraktiv und für jeden Geldbeutel bezahlbar. Schaffen wir es nicht, werden sich in absehbarer Zeit Menschen mit normalem Einkommen keinen Wohnraum im Zentrum der Region mehr leisten können“, kommentiert der Erste Beigeordnete des Regionalverbandes und frühere Wölfersheimer Bürgermeister Rouven Kötter (SPD) die Zahlen.

„Wir können uns noch nicht zurücklehnen. Nach der neuesten Prognose des Instituts für Wohnen und Umwelt benötigen wir bis zum Jahr 2030 etwa 15 300 Wohneinheiten pro Jahr“, ergänzt Verbandsdirektor Thomas Horn (CDU). „Wir sind aber auf einem guten Weg. Wir werden jetzt jede Kommune während der Neuaufstellung des Regionalen Flächennutzungsplanes bei der Ausweisung neuer Gebiete beraten und unterstützen.“

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