Neue Krimi-Reihe

Dortelweilerin entführt nicht nur an den „Ballermann“

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Ihre schriftstellerische Mitte gefunden hat die Dortelweiler Autorin Ivonne Keller, die unter ihrem Pseudonym Stina Jensen ihr elftes Buch veröffentlicht hat. Der Kriminalfall auf der Deutschen Lieblingsinsel Mallorca bildet den vielversprechenden Auftakt einer neuen Reihe.

Bereits über zehn Mal hat die Bad Vilbeler Autorin Ivonne Keller Mallorca besucht, „meist die Touristenorte“, sagt sie lachend. Doch bei ihren jüngsten Besuchen auf der spanischen Insel, so auch im Dezember, war es Arbeit, die sie dorthin trieb. „Man muss auf Details achten, die man als Tourist nicht bemerkt“, sagt sie über ihren Arbeitsauftrag. Und eine Hauptperson hat sie auch gleich getroffen.

Keller machte Fotos vom Polizeipräsidium in Palma de Mallorca. Als sie hineinwollte, hielt sie ein Polizist auf, wies sie daraufhin, dass das Fotografieren verboten sei.

„Es war nur ein kurzer Augenblick“, sagt Keller. Doch die imposante Figur des kräftigen Kommissars mit seinem Vollbart und den eindrucksvollen grünen Augen bildet das Vorbild für Kommissar Jordi in ihrem neuen Buch „Playa de Palma: Abgrundtief“, das Keller unter ihrem Pseudonym Stina Jensen veröffentlicht hat.

Fünf Bücher der „Insel“-Reihe mit je einer Farbe angehängt bilden das bisherige Werk von Stina Jensen. Doch jetzt wird vieles anders. Waren es in den „Insel“-Bänden wechselnde Hauptfiguren – frühere Protagonisten bekamen höchstens Nebenrollen –, will sie nun mit Kommissar Jordi, Polizeireporter Rafael und der Touristin Levke eine neue Reihe begründen.

Denn Levke wird wohl der Insel treu bleiben. Sie kam, um nach einem tragischen Unfall ihrer Familie ihrem eigenen Leben ein Ende zu setzen. Und stolpert in einen Mordfall. Auf eigene Faust nimmt sie Ermittlungen auf, denn das Opfer erinnert sie an das frühere eigene Ich.

„Es war mir wichtig, dass eine Amateurin ermittelt, denn bezüglich der Polizeiarbeit wollte ich keine falschen Behauptungen aufstellen“, sagt Jensen. Tipps dazu habe sie unter anderem vom Bad Vilbeler Dienststellenleiter Jürgen Werner erhalten, auch Krimi-Autor Daniel Holbe half ihr. Weniger hilfsbereit allerdings seien die spanischen Ermittler gewesen. Einen Polizeireporter allerdings hat sie vor Ort getroffen, insgesamt eine Woche hat sie recherchiert. Dabei ging es unter anderem um Videoüberwachung, aber auch um eine historische Straßenbahn.

Für Ivonne Keller ist die neue Reihe mit ihrer schriftstellerischen Mitte gleichzusetzen. Unter ihrem richtigen Namen hat sie Psychothriller beim namhaften Verlag Droemer Knaur veröffentlicht, die „Insel“-Reihe, Beziehungsromane mit psychologischem Tiefgang, erscheint im Eigenverlag in Zusammenarbeit mit dem Leinpfad-Verlag. Die Mitte deshalb, weil es nicht so schockierend wird wie in ihren Thrillern, aber doch deutlich krimineller als in ihren „Insel“-Büchern.

Doch zwischendurch ist auch immer wieder der Zauber der Insel zu spüren. „Es geht mir nicht darum, Menschen und ihre Aktivitäten wie das Surfen, sondern ihr Gefühl in der besonderen Umgebung zu beschreiben“, sagt Keller. Und so führt sie den Leser nicht nur in die Touristenorte Soller und Palma, sondern auch zu verborgenen Schätzen der Insel. Ganz im Gegensatz dazu steht ihr neuestes Projekt, eine „Gipfel“-Reihe. „Die Menschen dort empfinden ganz anders, nicht wie jene auf einer Insel“, ist Keller überzeugt.

Am Ende des Buches geht es ganz schnell: Einer der Verdächtigen, die Keller nach und nach einführt, wird anhand seiner begangenen Fehler überführt und geschnappt. Doch für den Leser bleibt ein kurzweiliges Vergnügen hängen. Das führt man sich am besten im Liegestuhl in der Sonne zu. Vielleicht sogar auf Mallorca.

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