Verkehrsprobleme

Eile geboten gegen Raser

  • Thomas Kopp
    VonThomas Kopp
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Der politische Betrieb kommt so langsam wieder in Schwung. Ein Thema, das derzeit immer wieder benannt wird, ist der Verkehr in Bad Vilbel. Denn während in einigen Bereichen zu manchen Uhrzeiten nichts mehr geht, läuft es in anderen Gebieten manchmal viel zu schnell. Doch nicht nur der Autoverkehr bildet einen Fokus.

Ein wiederkehrendes Thema für Diskussionen in Bad Vilbel sind die drei Kreisel in der Homburger Straße. Immer wieder staut es sich dort. In den sozialen Medien wird hier immer wieder von Fehlplanungen gesprochen. Doch Timo Jehner, Leiter der städtischen Ordnungs- und Straßenverkehrsbehörde, wies vor Monaten darauf hin, dass es im Vorfeld des Baues Simulationen gegeben habe.

Demnach fahren lange nicht so viele Autos, wie die Kreisel verkraften können. Vielmehr bildeten sich vor allem zu Schulbeginn und -schluss Staus, weil die Schüler nicht in größeren Gruppen die Straße passierten, sondern eher vereinzelt. Handlungsbedarf für die Stadt bestehe nicht.

Doch an anderen Orten gibt es den scheinbar schon. Massenheimer befürchten wegen des Baues des Kombibads, der möglichen Ansiedlung von Segmüller und überhaupt dem Zuzug in den Quellenpark noch mehr Staus auf der Homburger Straße. Sie verlangen ein Bürgergespräch, um den aktuellen Planungsstand – auch bezüglich einer eventuellen Mittelspur – zu erfahren. Das wird Thema im Ortsbeirat am 16. Juni sein. Die SPD hat einen entsprechenden Antrag dazu eingebracht.

Piktogramm kommt

Bereits einen Tag vorher diskutiert der Ortsbeirat in Dortelweil. Thema ist auch hier der Verkehr. Nach Geschwindigkeitsmessungen in der Raiffeisenstraße und bereits vorherigen Debatten über Lösungsmöglichkeiten (die FNP berichtete), liegt der Ball nun bei der Stadt. „Seitdem Anwohner der Raiffeisenstraße zwei Plakate mit der Aufschrift ,Hier Tempo 30 – ihr Raser es reicht!‘ aufgehängt haben, geht es dort nach Aussagen einer Anwohnerin tatsächlich etwas vernünftiger zu“, schildert Maria Skorupski von der SPD. Der Ortsbeirat hat einstimmig das Aufbringen von Tempo-30-Markierungen auf der Fahrbahn beschlossen. Die Stadt reagiert. So schildert Stadtsprecher Yannick Schwander, dass seitens der Stadt ein Piktogramm auf die Fahrbahn aufgebracht werde. Doch die mehrwöchige Messung der gefahrenen Geschwindigkeit in der Straße habe auch ergeben, dass nicht überdurchschnittlich viel gerast werde. „Bauliche Maßnahmen wird es deswegen nicht geben“, schildert Schwander.

Das Piktogramm könnte ein Zeichen für den Ortsbeirat Heilsberg sein. Auch dort ging es jüngst um Raser. Doch der Ortsbeirat will hier mehr. Er plädiert neben einem Piktogramm auch für Starenkästen mit Tempoüberwachung (die FNP berichtete). Aber nicht nur die Carl-Schurz-Straße ist betroffen: „Auf der Danziger Straße ab Kreuzung Bürgerhaus bis zum Abbieger am Sportplatz wird gerast, dass sich die Balken biegen“, teilen Doris und Michael Wißmüller im Namen einiger Anwohner mit. Sie befürworten die geplanten Aktionen des Ortsbeirats. Zumindest 30er-Markierungen seien nötig, eher aber noch mobile Blitzereinheiten.

Zurück nach Dortelweil: Dort beklagten sich auch Anwohner aus der Konrad-Adenauer-Allee, der Theodor-Heuss-Straße und des Richard-Schäfer-Rings über zu schnelles Fahren. In Dortelweil-West hingegen sehen die Grünen erhöhten Parkplatzbedarf rund um das Kultur- und Sportforum, vor allem während Veranstaltungen. Sie haben dazu eine Anfrage vorbereitet. Für den Ortsbeirat gibt es also noch einiges zu tun.

Aber nicht nur der Autoverkehr macht Sorgen: So haben die Grünen die Diskussion um „Rad-Rüpel“ (die FNP berichtete) aufgegriffen und bringen nun einen Antrag in die Sitzung am 15. Juni ein. Demnach soll beim Ausbau der Radwege entlang der Nidda – wo möglich – ein separater Fußgängerweg entstehen, um so Kollisionen und Ärger zu vermeiden.

Der Neue muss ran

Clemens Breest von den Grünen erklärt dazu: „Die Wegführung des Niddaradweges wird im Bereich Dortelweil nicht nur durch Radfahrer, sondern auch durch Fußgänger durchgehend stark genutzt. Dadurch kommt es immer wieder zu Konflikten und Gefährdungen. Der für nächstes Jahr geplante Ausbau muss eine Entflechtung und damit mehr Sicherheit bieten.“

Die Stadt habe zuletzt den Abschnitt der Niddaradroute durch den Burgpark mit einem weitgehend separaten drei Meter breiten Radweg ausgebaut. Aus städtischen Mitteln wurde ein davon getrennter Fußweg angelegt. Diese „vorbildliche Form des Ausbaus“ solle auch in Dortelweil stattfinden.

Neben der Niddaradroute soll demnächst auch der Fernradweg „Kurze Wetterau“ Fahrradpendler zwischen Frankfurt und Butzbach dort entlangführen. „Das hohe Verkehrsaufkommen, die höheren Geschwindigkeiten der Elektrofahrräder und die unterschiedlichen Nutzungskonzepte auf ein und denselben Weg lassen eine Verschärfung der Konflikte erwarten“, führt Ortsbeiratsmitglied Thomas Stoß (Grüne) aus. Doch die Stadt sei hier nicht alleine verantwortlich, sagt Schwander dazu. Schließlich liefen die Planungen für den Ausbau über den Zweckverband Regionalpark Niddaroute – in dem Bad Vilbel Mitglied ist.

„Wir würden uns freuen, wenn dies aufgenommen und schnell umgesetzt würde. Zumal es wegen der Einheitlichkeit Sinn ergibt“, so Schwander weiter. Doch im Kur- und Burgpark hat die Stadt dem Zweckverband finanziell unter die Arme gegriffen, um die breiteren Wege zu erhalten. Das dürfte auch entlang der Nidda eine Bedingung sein.

„Ob wir einen Zuschuss leisten, muss geprüft werden.“ Doch das hänge noch von einem Unbekannten ab. Denn der neue Erste Stadtrat wird weiter das Dezernat Verkehr führen. An ihm liegt es dann, in diesbezügliche Verhandlungen zu treten.

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