Eine hält zu Betschel

Erneut im Kreuzfeuer der Kritik steht der Wetterauer Erste Kreisbeigeordnete Helmut Betschel, diesmal wegen seiner Aussagen zum Bau einer Aula am Georg-Büchner-Gymnasium. Rückendeckung bekommt er nur von seiner grünen Partei, die Bad Vilbeler Stadtverordnete Hannelore Rabl bricht eine Lanze für ihn. Und schlägt Konkretes vor.

Erst einmal die Keule: „Mit großem Getöse versuchen die Sonntagsredner von CDU, Irene Utter und Sebastian Wysocki, sowie FDP, Jörg Uwe Hahn, zu vertuschen, dass sie es mit dem Bau einer Aula am Georg-Büchner-Gymnasium nicht ernst meinen. Die Behauptung von Wysocki und Hahn, es sei allein der Antrag der Schule und nicht der Stadt, zeigt, dass für beide der Bau der Aula kein Herzensanliegen, sondern reines Wahlkampfgetöse ist“, ereifert sich Hannelore Rabl über das aktuelle Geschehen rund um das GBG (die FNP berichtete mehrfach).

Wie anders sei es sonst zu erklären, dass der „Poltergeist Hahn“ noch immer die Sanierung „für kleines Geld“ der maroden Turnhalle verfolge, obwohl er und sein Architekt nach einem Gespräch mit dem Wetteraukreis zur Kenntnis hätten nehmen müssen, dass eine Sanierung schon allein aus energetischen Gründen unmöglich sei. „Vielleicht hätte er seinen Parteikollegen, den Fraktionsvorsitzenden der FDP im Kreistag, Peter Heidt, befragen sollen, der nach Einsicht in das Gutachten zur Turnhalle feststellte, dass diese längst hätte abgerissen gehört.“

Es stelle sich die Frage, warum eine neue Schulturnhalle für teures Geld und Einsatz städtischer Mittel gebaut werden musste, wenn die alte Halle für kleines Geld sanierungsfähig gewesen sei. Hier seien von Hahn keine Proteste zu vernehmen gewesen. „Vielleicht, weil seine Partei der Kreisregierung angehört?“, fragt Rabl.

Aber auch die CDU-Repräsentanten versuchten mit einer Melange aus Unwissenheit, Naivität und Tatsachenleugnung den Hals aus der selbstgeknüpften Schlinge zu ziehen. Es sei nun einmal so, dass nach einem in den 90er-Jahren gefassten CDU-Beschluss Kommunen eine 50-Prozent-Finanzierung für neue Schulbauten leisten müssten, eine Aula sei ein solches Bauwerk. Die CDU-regierte Stadt Karben habe dies kürzlich bei ihrer Schule vorexerziert. Und auch in Wölfersheim, wo eine Schulerweiterung mit neuer Aula geplant sei, habe das Parlament einstimmig, also auch mit den Stimmen der CDU, einer hälftigen Finanzierung zugestimmt.

„War es in der Vergangenheit so, dass die Kommunen, auch die Stadt Bad Vilbel, den Kreisanteil vorfinanzieren mussten, stehen wir heute vor der umgekehrten Situation. Dass Bad Vilbel wegen des durch die schwarz-gelbe Koalition angerichteten Finanzdebakels nicht mehr in der Lage ist, ihre vollmundigen Versprechen direkt zu erfüllen, das ist die traurige Erkenntnis der derzeitigen Situation“, wettert Rabl.

Dass die Koalition sich ihrer finanziellen Verpflichtungen auf Kosten der Schüler zu entziehen versuche, sei schäbig, zumal der Wetteraukreis bereit sei, Hilfe zu leisten, indem er anbiete, über eine Vorfinanzierung zu verhandeln. „Aber die Profilierungssucht von Irene Utter, Sebastian Wysocki und Jörg-Uwe Hahn sind wichtiger als eine parteiübergreifende Realpolitik im Bürgerinteresse.“ Die Bad Vilbeler Grünen werden nach Rabls Ankündigung einen entsprechenden Antrag einbringen, der dem Vorschlag Betschels folge.

(fnp)

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