Eine inakzeptable Lücke

  • Thomas Kopp
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Als inakzeptabel bezeichnet der Bad Vilbeler SPD-Fraktionschef Walter Lochmann die Regelung, nach der Kinder, die nach den Sommerferien vom Kindergarten in die Schule wechseln, nicht mehr durchgängig in den Ferien betreut werden. Er plädiert dafür, dass nun alle beteiligten Akteure gemeinsam eine Lösung suchen.

„Der Streit um die Lücke in der Kinderbetreuung beim Übergang in die Grundschule sollte nicht auf dem Rücken der Kinder und deren Eltern ausgetragen werden“, erklärten Walter Lochmann und Vize-Fraktionschef Carsten Hauer. Denn in den kommenden Sommerferien entsteht für die Eltern von Kindern, die den Kindergarten in Richtung Grundschule verlassen, eine Betreuungslücke von rund fünf Wochen. Dies hatte Bad Vilbels Sozialdezernentin Heike Freund-Hahn (FDP) auch als völlig normalen Vorgang bezeichnet, der bundesweit Anwendung finde (die FNP berichtete). Und sich dafür den Zorn unter anderem von Maria Skorupski, der Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft der Elternbeiräte, eingehandelt.

Nach Auffassung der beiden SPD-Politiker ist das Verhalten der Stadt wegen des Anspruchs der Kinder nach Paragraf 24 im Sozialgesetzbuch VIII rechtswidrig. Der Wortlaut des Gesetzes sei nach Auffassung von Lochmann und Hauer eindeutig. Darin ist zu lesen: „Ein Kind, das das dritte Lebensjahr vollendet hat, hat bis zum Schuleintritt Anspruch auf Förderung in einer Tageseinrichtung.“ Für Lochmann ist „Schuleintritt“ das entscheidende Wort. Für ihn handelt es sich um den Zeitpunkt, ab dem ein Kind tatsächlich in die Schule geht. Dass dies zu Problemen wegen der nachrückenden Kinder führt, die ebenfalls seit ihrem dritten Geburtstag einen Anspruch haben, sei völlig unstrittig.

Dieser Konflikt könne – wenn es tatsächlich nicht genügend Plätze gebe – nur im Dialog mit allen Betroffenen, also mit den Eltern der in die Kita kommenden und den in die Schule gehenden Kinder gelöst werden, ist sich Hauer sicher. Als völlig inakzeptabel bezeichnet die SPD den einseitigen „Rauswurf“ der Schulkinder, der ganz augenscheinlich im Wesentlichen nur über einen Aushang kommuniziert worden sei.

Völlig unverständlich sei die Verbindung, die nach den Aktionen der Elternschaft mit der SPD-Mitgliedschaft von Maria Skorupski hergestellt worden sei. „Wir kennen Maria Skorupski als engagierte und an Lösungen interessierte Frau, die vor einiger Zeit den Weg zur SPD fand. Der Versuch, berechtigte Elterninteressen mit dem Hinweis auf das Parteibuch einer Sprecherin zu diskreditieren, ist unverschämt, töricht und der politischen Kultur abträglich“, ärgert sich Lochmann.

Und weiter: „Es entspricht unserem Selbstverständnis, für hochwertige und angemessene Betreuungsangebote zu streiten. Und auch die berechtigten Sorgen und Ängste der Eltern wahrzunehmen, wenn diese aufgrund von Betreuungslücken Beruf und Familie nicht gut vereinbaren können.“

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