Drei neue Kreisel

Eine runde Sache für Vilbel

  • Thomas Kopp
    VonThomas Kopp
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Die Großbaustelle der Drei Kreisel auf der Homburger Straße macht gute Fortschritte. Zeit, um sich Gedanken über das künftige Aussehen des dann neugestalteten Entrées der Stadt zu machen. Findet jedenfalls Kurt Liebermeister, Vorsitzender des Vereins Stadtmarketing. Und bei der Ausgestaltung der künftigen Kreisel hat er schon eine Vision vor Augen.

Kommen Vilbeler etwa von der Urlaubsfahrt zurück in die Heimat, fühlen sich viele dort angekommen, wenn sie den Turm der Massenheimer Ziegelei erblicken. Das geht auch Kurt Liebermeister so.

Er gerät fast ins Schwärmen, als er die Idee der Runde, die sich mit der künftigen Gestaltung der Kreisel beschäftigt, vorstellt. „Noch ist nicht bekannt, wann der Turm der Ziegelei, der das Stadtbild seit dem 19. Jahrhundert geprägt hat, abgerissen wird. Doch er wird verschwinden, das Gebiet wird in ein Wohngebiet umgewandelt. Der Turm ist ein Synonym für Bad Vilbel“, stellt Liebermeister fest. Die Ideen des Gremiums mit Vertretern des Stadtmarketings, der Ordnungsbehörde sowie Hoch- und Tiefbau ist beim mittleren der drei Kreisel deswegen schon weit gediehen.

Sponsoring ist ein Thema

Der Turm soll dort an das Industriedenkmal erinnern. Sicher nicht in Originalhöhe, dafür gebe es reichlich Beschränkungen. Doch mit Originalteilen, das kann sich Liebermeister schon vorstellen. So würde er gerne nach der Sprengung des Turmes dort verbaute Steine benutzen, um die Miniaturausgabe auf dem späteren Schulkreisel zu errichten. Sponsoring soll für alle Kreisel ein zentrales Thema werden.

Und auch zur Umfeld-Gestaltung gibt es bereits Ideen. Eine Lore könnte an die mühselige Beschaffung der Rohstoffe erinnern und den Verkehrsknotenpunkt dann zu einem echten Blickfang machen. Und Fußgänger, die den Kreisel passieren, könnten zusätzlich noch auf einer Tafel Informationen zum Massenheimer Ziegeleiwesen und den Verweis auf das Massenheimer Museum mit weiteren Exponaten finden.

Bleiben zwei weitere Kreisel: Ein Grobkonzept gibt es auch schon für den Kreisel auf der Kasseler Straße, der gerade eben gebaut wird. Er soll der Kultur gewidmet sein, kann sich Liebermeister vorstellen. Da stehen die Burgfestspiele – seit 27 Jahren eine Bad Vilbeler Erfolgsgeschichte – ganz oben auf der Liste.

Das genaue Motiv hat Liebermeister dazu noch nicht im Kopf, wohl aber das Material. Er denkt hier an die Verwendung von Corten-Stahl, eines wetterfesten Baustahls, der unter der eigentlichen Rostschicht eine besonders dichte Sperrschicht ausbildet, die das Bauteil vor weiterer Korrosion schützt. Vorstellbar hier seien Scherenschnitte, die sowohl die Burg als auch verschiedene Szenen der Kultur zeigen könnten. Ein ähnliches Beispiel bietet der Kreisel vor den Friedberger Ray Barracks, der an Elvis Presley erinnert.

Bürger kommen zu Wort

Bleibt ein Kreisel. Und ein wichtiger Rohstoff. „Beim Schwimmbadkreisel sind wir noch nicht so weit“, räumt Liebermeister ein. Doch das geplante Kombibad und damit auch der wichtige Rohstoff Wasser sollen hier eine entscheidende Rolle spielen. Da das Bad noch nicht gebaut ist, hat man kein Vorbild, und eine Kopie des Gebäudes soll es auch nicht werden, da ist sich Liebermeister sicher. „Das wäre ja wie Legoland.“

Doch die Verwendung Bad Vilbeler Heilwassers im Kombibad, das soll aufgefangen werden. Zum Thema Sponsoring will Liebermeister hier vor allem mit dem Investor Josef Wund und Hassia ins Gespräch kommen.

Auf jeden Fall müsse die Stadt hier eine Visitenkarte abgeben, die auswärtige Gäste sofort auf relevante Dinge der Kommune aufmerksam mache. Die Zeiten der lieb- und sinnlos gestalteten Kreisel sei vorbei, „es geht um Identifikation mit der Stadt“, ist für Liebermeister klar. „Überall, wo ich Kreisel sehe, halte ich an, hole mir Ideen und Anregungen“, berichtet der Stadtmarketing-Vereinschef über ein neues Hobby.

Doch auch die Bürger sollen natürlich noch zu Wort kommen, selbst Anregungen und Ideen einbringen können. „Es soll ein Geist der Verbundenheit mit der Stadt entstehen.“ Im Frühjahr oder Frühsommer soll das Thema in den parlamentarischen Gremien behandelt werden. Dann müssen die Kosten in den Haushalt eingestellt werden. Doch es soll auch eine Bürgerversammlung geben. „Dort werden wir unsere Ideen noch einmal vorstellen und sind dann auf Anregungen gespannt.“

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