22 Tonnen Spenden &

Eine Wagenladung voller Hoffnung

Bad Vilbeler helfen den Flüchtlingen und das nicht nur im eigenen Land. Dort startete am Mittwochnachmittag ein privat organisierter Hilfstransport zur kroatisch-ungarischen Grenze.

Von NIKLAS MAG

Es ist wohl kaum vorstellbar, was sich zurzeit an den ungarischen und österreichichen Grenzen abspielt. Flüchtlinge stehen ohne ihr Hab und Gut vor verschlossenen Toren, noch dazu ohne Verpflegung und das in brütender Hitze. Zákány heißt die ungarische Grenzstadt. Dort soll ein Großteil der Hilfsgüter ankommen. „Als die Bilder der Flüchtlinge in Südosteuropa in den Nachrichten gezeigt wurden, dachten ich und meine Frau, jetzt muss etwas passieren“, erklärt Tobias Kreil-Lange.

Schnell habe er Firmen gefunden, die bereit waren, Waren zu spenden. Auch 4000 Rindswürstchen der Bad Vilbeler Metzgerei Dürr, die von Kreil-Langes Familie geführt wird, werden aufgeladen. 22 Tonnen an Hilfsgütern soll der Lastwagen fassen, darunter Zwieback der Firma Braun, Brot der Firma Hinnerbäcker, Datteln und Eistee der Firma Enders aus Reiskirchen, 600 Liter Milch der Firma Vierlande, sieben Tonnen Winterkleidung, zahlreiche private Sachspenden, 30 Kisten Bananen von Grundhöfer, sowie 10 000 Liter Mineralwasser der Firma Hassia. Diese hatten bereits bei früheren Fahrten 40 000 Liter Wasser abgegeben.

Bereits zum vierten Mal

Zum vierten Mal startet der Hilfstransport aus Bad Vilbel, Kreil-Lange wird selbst mit einem vollgepackten Sprinter in die Krisenregion fahren. Der große Laster wird die Hilfsgüter zuerst nach Budapest bringen und die Hilfsgüter bei der Transport- und Logistikfirma DB Schencker einlagern, wo die Waren dann von der Hilfsorganisation Luftfahrt ohne Grenzen zur direkten Verteilung an den Brennpunkten abgerufen werden können. „Auch wenn das nach viel aussieht, ist das nur ein Tropfen auf dem heißen Stein“, sagt Kreil-Lange.

Von ungarischer Seite sei keine Unterstützung zu erwarten, ganz im Gegenteil, die Behördern würden eher Hindernisse darstellen. „Die Bilder von den Flüchtlingen auf den Autobahnen gingen ja auch durch Deutschland. Dort sitzen die Kinder und verdursten bei 38 Grad, während die Polizisten mit den großen Wasserflaschen einfach daran vorbeilaufen“, ärgert sich der Bad Vilbeler. Dort auf der Autobahn habe er auch Lebensmittel verteilt. Mitte September habe er sogar einen noch größeren Konvoi organisieren können, damals sei der beladene Brummi von insgesamt drei ebenfalls vollen Sprintern begleitet worden.

Positive Erfahrungen

„Auch wenn die Menschen mittlerweile nicht mehr ganz so lange an den Grenzen ausharren müssen wie vor einigen Wochen noch, wird dort trotzdem Hilfe benötigt. Selbst wenn es nur 48 oder 72 Stunden Wartezeit sind, gerade für Kinder oder ältere Menschen ist diese Zeit ohne Versorgung nicht zu überstehen“, sagt er.

Seine Erfahrungen mit den Flüchtlingen seien bisher ausschließlich positiv gewesen: „Alle sind dort sehr dankbar für unsere Hilfe. Gerade die syrischen Flüchtlinge sind da sehr diszipliniert, es gab nie Probleme bei der Verteilung“, so Tobias Kreil-Lange. Der große 40-Tonnen-Laster soll im Laufe des Nachmittages bei der Metzgerei eintreffen, den Sprinter hat Kreil-Lange fast fertig beladen. Er will den Weg über Nacht zurücklegen und binnen eines Tages in Zákány sein.

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