Radwegverbindung aus Dortelweil

Erst Schulweg, jetzt Sackgasse

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Ein Radweg aus Dortelweil in Richtung Schulzentrum endet abrupt vor einer Baustelle, moniert FNP-Leser Wulfhard Bäumlein. Er fordert eine Beschilderung – und eine neue Wegführung. Doch der Weg ist gar kein offizieller Schulweg mehr und soll erst neu geplant werden, wenn der Quellenpark bebaut wird, teilt die Stadt mit.

„Das Thema Radwege haben alle Parteien verpennt“, findet Wulfhard Bäumlein. Der Heilsberger war 16 Jahre lang im Vorstand des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) aktiv, hat sich aber vor Jahren schon zurückgezogen, wie Joachim Brendel, der das Handtuch als ehrenamtlicher Fahrradbeauftragter der Stadt warf, weil ihm der politische Rückhalt fehlte. Doch verfolgt Bäumlein weiter aufmerksam den Alltag aus der Radlerperspektive.

Eine seltsame Situation hat er jetzt im Quellenpark entdeckt. Dort führte ein Feldweg von Dortelweil-West über die Landschaftsbrücke zur Petterweiler Straße und dem Schulzentrum. Nun endet die Trasse abrupt vor der Rodheimer Straße an den neu gebauten Niedrigenergiehäusern. Ausdrücklich sperren Verbotsschilder den Weg für Fußgänger und Radfahrer.

„Ich fände es schön, wenn man auf Schildern die Schüler darauf hinweisen würde“, sagt Bäumlein. An der Sackgasse fehlt jeder Hinweis auf die Wegeführung. Biegt man rechts ab, so gelangt man auf die Rodheimer Straße. Um zum Schulzentrum zu kommen, muss man die sehr stark befahrene Homburger Straße queren. Doch Bäumlein hat auch eine zweite Strecke ausgemacht, die um mehrere Ecken herum wieder auf die Petterweiler Straße führt. Von dort aus gelangen die Schüler bequem über die neuen Kreisel zu den Schulen, denn beim Bau der drei Kreisel wurden Straßen zu für Autos gesperrten Wegen. Breite Geh- und Radstreifen und Überwege sorgen für Sicherheit. Bäumlein blickt zurück auf den jetzt verschwundenen Weg. Während der Bauarbeiten sollten die Wege ausgeschildert werden und entlang der Wohnbebauung bald wieder ein durchgängiger Weg angelegt werden, wünscht er sich.

Die durchgängigen Wegebeziehungen zwischen den Stadtteilen waren auch ein zentrales Thema für den früheren Radverkehrsbeauftragten Brendel. Bereits im Oktober 2013 kündigte auch Verkehrsdezernent Jörg Frank (CDU) an, der Magistrat wolle ein Radwegekonzept erstellen, in dem die Kernstadt und die vier Ortsteile einbezogen werden sollten. Doch daran, so Bäumlein, hätten die Vilbeler Parteien kein Interesse gezeigt. Es werde zwar der Niddaradweg gelobt, „aber um den Alltag kümmert sich niemand“, meint er enttäuscht. Auch die jetzt vom Büro IMB-Plan der Verkehrskommission vorgelegten Studien (die FNP berichtete) seien wenig hilfreich. Als kürzester Schulweg aus Dortelweil gilt für den Wetteraukreis jedoch nicht mehr die direkte Verbindung durch den Quellenpark über die Landschaftsbrücke, sondern „entlang der Friedberger und Kasseler Straße zur Saalburgstraße und zum Schulzentrum“, teilt die Verkehrsgesellschaft Oberhessen (VGO) mit. Sie ist jüngst vom Kreisausschuss beauftragt worden, die Gefährlichkeit zu überprüfen. Es ging dabei um Berechtigungen für Fahrtkostenzuschüsse.

„Eine erneute Beurteilung der Schulwege ist nach Abschluss der Baumaßnahmen im Bereich entlang der S-Bahnlinie vorgesehen“, teilt deren Sprecher Sven Rischen auf FNP-Anfrage mit. Der bestehende Weg zur Rodheimer Straße sei weggerissen worden, „da das Grundstück unterhalb des Rewe-Marktes in Richtung Bahngleise verkauft wurde“, teilt Stadtsprecher Yannick Schwander mit. Auch zwischen den Niedrigenergiehäusern und dem provisorischen Busbahnhof seien Areale verkauft worden. Im Feld gebe es keine Umleitungsbeschilderung, deshalb auch auf diesem Weg nicht. „Die Schulen wurden am 8. Fe-bruar von unserer Straßenverkehrsbehörde informiert“, so Schwander, sie seien für Schulwegempfehlungen zuständig.

Dennoch werde der Weg über die Landschaftsbrücke künftig wieder angebunden werden, kündigt der Stadtsprecher an. Dabei ist auch eine Anbindung an den Nordbahnhof vorgesehen. Allerdings mache es derzeit keinen Sinn, Wege zu planen, da man in diesem Bereich des Quellenparks „noch in einer sehr frühen Phase“ sei und Bebauungspläne daher „nicht in Stein gemeißelt sind“.

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