Philipp Zedtwitz und Anton Rothenhäuser nutzen das Smartboard für ein Referat.
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Philipp Zedtwitz und Anton Rothenhäuser nutzen das Smartboard für ein Referat.

3D-Drucker, Smartboards und Laptops

Die Europäische Schule arbeitet mit modernsten Mitteln

Smartboards, Computer, Laptops sind technische Hilfsmittel, die heute wohl jede Schule besitzt. Doch ist klar: Schule ist nicht gleich Schule. Während das staatlich geführte Georg-Büchner-Gymnasium über etwa ein Dutzend Smartboards verfügt, kann die Europäische Schule Rhein-Main mit 62 aufwarten. Und das ist längst nicht alles.

Vor wenigen Wochen berichteten wir über das Bad Vilbeler Georg-Büchner-Gymnasium, die technischen Möglichkeiten der Digitalisierung und die Schwierigkeiten mit der Bürokratie, die dieselbige mitbringt. Ein ganz anderes Bild zeigt sich an der Europäischen Schule Rhein-Main in Dortelweil.

Die Europäische Schule Rhein-Main ist eine Privatschule, Eltern zahlen monatliche Beiträge zwischen 300 und 1000 Euro. „Jedes Klassenzimmer ist bei uns mit einem Smartboard ausgerüstet“, erklärt Lehrer Hendrik Eckl. Zudem verfüge man über mobile Varianten der elektrischen Tafeln. Und diese werden nicht nur genutzt, um Videos oder Bilder für den Unterricht an die Wand zu werfen: „Wir wollen die Technik nicht nur im Unterricht nutzen, sondern Schülern die Nutzung von Technik beibringen. Sie sollen Computer verstehen können“, fährt Eckl fort.

Mit den Grundschülern übe man deshalb schon früh das Programmieren. Spielerisch natürlich: „In einem Programm wird dem Computer das Musikstück Bruder Jakob einprogrammiert. Die Kinder lernen so, wie Programme grundsätzlich funktionieren.“ Auch Roboter programmiere man: „Die Kinder bekommen die Bausätze, setzen die Roboter zusammen und programmieren sie“, erläutert Eckl.

Problem verstehen

Das Ergebnis ist ein Fließband mit einem Greifarm, ein Gerät, das Lego-Steine selbstständig erkennt und sortiert. Was zuerst nach recht unkonventionellem Unterricht klingt, hat für Hendrik Eckl aber eine hohe Bedeutung: „Kinder wachsen mittlerweile in einer anderen Welt auf. Ihre Zukunft wird aus Computern bestehen, alles läuft nur noch damit. Viele Jobs setzen Computerkenntnisse voraus“, meint er. Darauf wolle man die Schüler bestens vorbereiten.

„Ich will nicht, dass Schüler aufgeben, wenn beispielsweise ein Computer mal nicht funktioniert. Sie müssen lernen, das Problem zu verstehen und zu lösen“, ergänzt sein Kollege Marcus Adams. Eckl nutze das Smartboard im Klassenzimmer zum Beispiel gerne, um einen Wochenrückblick mit seinen Klassen zu machen. „Ich stelle Ja-Nein-Fragen und jeder Schüler kann auf einer Fernbedienung seine Antworten eintippen. Diese landen dann auf meinem Bildschirm. So kann ich mir beispielsweise einen guten Überblick verschaffen, welchen Stoff die Schüler bereits verstanden haben und welchen noch nicht.“

Simon Hanheiser ist in der ESRM der „Head of Lower Secondary School“. „Ich arbeite an der Schnittstelle zwischen Direktor und Lehrer“, erklärt er. Außerdem hat Hanheiser einen Überblick über die digitalen Möglichkeiten der Schule. „Wir haben mehrere Computer-Räume mit Laptops, und auch Tablets haben wir zur Verfügung“, berichtet er. In den beiden Schulbibliotheken stünden weitere Rechner, ausgestattet mit den Brockhaus-Lexika, die Schülern zudem lizenzfreie Bilder und Videos für Präsentationen liefern.

Alltägliche Dinge erleichtern

„DVDs, Hörbücher, Datenbanken. All das bieten unsere Bibliotheken“, so Hanheiser. Ein Online-Katalog könne über die Webseite der Schule eingesehen werden. „In unseren Musikräumen sind E-Pianos an Mac-Computern angeschlossen, so können Noten durch das Spielen direkt am PC sichtbar gemacht werden.“ Außerdem verfüge man über mehrere 3D-Drucker.

In sozialen Medien sei die Schule sehr aktiv, eine eigene Lernplattform ermögliche Lehrern etwa Dateien für Schüler hochzuladen. Zudem biete die Plattform Foren und Chaträume für Schüler und Lehrer. Jeder an der Schule habe außerdem eine schuleigene E-Mail-Adresse, alle seien also einfach zu erreichen. Simon Hanheiser kann kaum alles zeigen, was die ESRM den Schülern in Sachen Digitalisierung bietet, doch ist ihm wichtig zu sagen: „Wir nutzen die IT sinnvoll. Die Technik soll etwas für den Schüler tun.“

Technik könne zudem alltägliche Dinge erleichtern, wie das verteilen von Dateien. „Aber das papierlose Klassenzimmer, was manche voraussagen, halte ich nicht für sinnvoll“, sagt Hanheiser. Studien würden zeigen, dass zu viel Zeit vor dem Bildschirm, dem Lernen nicht zuträglich ist. Doch: „Wir geben mehr für Technik aus, als es branchenüblich ist“, ist er sicher.

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