Sanierungsbedarf

Feuerwehr Dortelweil beklagt Nichtstun der Stadt

Zwischen zwei Extremen hat sich die gemeinsame Jahreshauptversammlung der Einsatzabteilung und des Feuerwehrvereins in Dortelweil bewegt. Denn geehrt wurde der Vorsitzende Horst Klingenhöfer für sein langjähriges Engagement. Wehrführer Karlheinz Schäfer aber ging mit der Stadt äußerst hart ins Gericht.

Die Grüße des Landes hat die Ministerin für Europaangelegenheiten, Lucia Puttrich (CDU), im Gepäck. „Der Ministerpräsident hat mich hierher geschickt, denn diese Ehrung soll nicht einfach schnell im Vorbeigehen geschehen“, erklärt die Niddaerin in ihrer Laudation für Horst Klingenhöfer.

1976 trat er in den Spielmanns- und Fanfarenzug der Feuerwehr ein, seit 1987 leitet er den Vereinsvorstand als Vorsitzender. „Das ist wirklich eine Seltenhein“, findet Puttrich. „Solche Leute braucht man, die ihr Engagement aus tiefstem Herzen betreiben.“

Auf 35 Arbeitsstunden pro Woche komme Klingenhöfer nicht selten, das sei eine „beispielhafte Selbstlosigkeit“, lobt die Ministerin. Den Ehrenbrief des Landes mit entsprechendem Abzeichen überreicht sie dem Vorsitzenden danach. „Jeden Tag ein Stück, das man weitergeht“, sagt dieser bescheiden.

„Da kannst du stolz drauf sein“, sagt auch Stadtbrandinspektor Karlheinz Moll. Klingenhöfer wird bei der anschließenden Wahl einstimmig erneut zum Vorsitzenden gewählt.

Doch wo es Licht gibt, gibt es Schatten. So erfreulich wie die kleine Feierstunde fällt der Bericht von Wehrführer Karlheinz Schäfer nicht aus: „Die Sicherung des Brandschutzes ist im Hinblick auf die Tagesalarmstärke mit der derzeit zur Verfügung stehenden ehrenamtlichen Personaldecke nur bedingt aufrecht zu erhalten.“

Probleme bei Einsatzstärke

Zukünftig werde es Probleme geben, die gesetzlich vorgeschriebene Mindesteinsatzstärke im Rahmen der vorgegebenen zehnminütigen Hilfsfrist sicherzustellen. Es sei deshalb unumgänglich, dass die Stadt hauptamtliche Kräfte umgehend einstellen müsse.

„Der örtliche Brandschutz, insbesondere im alten Ortskern von Dortelweil wurde bereits mehrfach bei den Verantwortlichen der Stadt angemahnt und in Frage gestellt“, sagt Karlheinz Schäfer. Und weiter kritisiert er scharf: „Eine erkennbare Abhilfe ist trotz jahrelanger Hinweise bisher nicht geschaffen worden.“

Buchstäblich zum Erliegen gekommen sei auch die Bauunterhaltung in den Vilbeler Feuerwehrhäusern. „Getroffene Zusagen über durchzuführende Maßnahmen werden nicht eingehalten und im Bereich des Bauamtes so schleppend bearbeitet, dass diese bis heute nicht umgesetzt wurden.“

„Nur Flickschusterei“

Was sich das Bauamt und die Verantwortlichen der Stadtverwaltung hier leisteten, sei nicht mehr vertretbar, und, verbunden mit den zahlreichen Ausreden der Verantwortlichen, nicht mehr glaubhaft nachvollziehbar, findet der Wehrführer. Als Beispiel nennt er die Sanierung des Hofes des Feuerwehrhauses, was schon vor 13 Jahren geschehen sollte. Stattdessen aber gebe es nur Flickschusterei.

„Auch einige seit Jahren zugesagte Renovierungsarbeiten im Feuerwehrhaus wurden trotz vorliegender Angebote und Terminzusagen nicht annähernd umgesetzt“, beschwert sich Schäfer. Von der Stadtregierung war während der Jahreshauptversammlung niemand anwesend.

Die Dortelweiler Wehr ist vergangenes Jahr zu 37 Brandeinsätzen und 15 Hilfeleistungen ausgerückt. Die Einsatzabteilung zählt 48 Mitglieder.

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