Flüchtlinge ja, Pro Familia Nein: für Yönter zum „Fremdschämen“

  • Thomas Kopp
    VonThomas Kopp
    schließen

Zu einem Politikum arteten im Haupt- und Finanzausschuss zwei Anträge mit sehr geringfügigen Summen aus. Denn während Pro Familia in Bad Vilbel leer ausgeht, erhalten ehrenamtliche Flüchtlingshelfer

Zu einem Politikum arteten im Haupt- und Finanzausschuss zwei Anträge mit sehr geringfügigen Summen aus. Denn während Pro Familia in Bad Vilbel leer ausgeht, erhalten ehrenamtliche Flüchtlingshelfer bald eine Auslagenerstattung von der Stadt. Identisch stimmten die Fraktionen von CDU, FDP und FW auf der einen sowie SPD, Grüne und DNF auf der anderen Seite für den einen und gegen den anderen Antrag.

Die SPD beantragte, in den Jahren 2015 und 2016 jeweils 1500 Euro für Pro Familia mit Sitz in Friedberg zur Verfügung zu stellen. Sie biete Beratungen, Fortbildungen und mehr etwa zu den Themen häusliche Gewalt, Sexualpädagogik und Schwangerschaftskonfliktberatung an, biete außerdem ein Netzwerk für Alleinerziehende. SPD-Fraktionschef Walter Lochmann erläuterte, dass die Förderung wegen des gesperrten Haushalts und zuvor wegen Wechseln in der Geschäftsführung nicht zustande gekommen sei. Doch CDU-Sprecherin Irene Utter lehnte den Vorschlag mit einem knappen Verweis auf die Haushaltslage ab.

2500 Euro wurden hingegen auf Antrag von CDU und FDP bereitgestellt für ehrenamtliche Helfer in Bad Vilbel, die Flüchtlinge zum Arzt oder zu Behörden begleiten und Auslagen für Park- oder Bahntickets aus eigener Tasche bezahlen. Bei den Flüchtlingen handele es sich um eine Pflichtaufgabe, die die Stadt großartig bewältige. Das sei laut Utter weit über die Stadt hinaus bekannt. Nun wolle man den Helfern im Netzwerk von Susanne Förster wenigstens etwas unter die Arme greifen. Isil Yönter (SPD) stimmte dem uneingeschränkt zu, bezeichnete allerdings die Ablehnung der Pro-Familia-Förderung nur kurz zuvor mit ähnlichem Förderungshintergrund als Situation zum „Fremdschämen“.

(kop)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare