Sportvereine erhalten Unterstützung für Flüchtlingsarbeit

Flüssig sein für Integration

Sport verbindet, doch helfen Sportprogramme auch bei der Integration? Laut einer Pressemitteilung des CDU-Kreisverbandes in der Wetterau ja! 2017 werden erneut 2,4 Million Euro für das Förderprogramm „Sport und Flüchtlinge“ vom Land bereit gestellt. Auch Bad Vilbel hat sich bereits Geld aus diesem Topf genommen.

Das Förderprogramm „Sport und Flüchtlinge“ sei bundesweit einmalig, heißt es in der Pressemeldung der Wetterauer Christdemokraten. Antragsberechtigt seien Städte und Gemeinden, die mehr als 40 Flüchtlinge untergebracht hätten, wird umschrieben. Je nach Anzahl der Personen könnten Kommunen Förderungen von Beträgen zwischen 5000 und 25 000 Euro erhalten.

Im Jahr 2016 seien 240 Anträge von Kommunen bewilligt worden. Auch das hessische Ministerium des Innern und für Sport wirbt mit einem Internetauftritt für das Förderprogramm. Die Fördermittel könnten für verschiedene Bereiche verwendet werden, heißt es auf der Webseite. So zum Beispiel als Aufwandsentschädigung für Personen, die die Sportangebote für Flüchtlinge anleiten, außerdem für Sachmittel wie Sportbekleidung oder andere Materialien. Auch für eine Einmalzahlung, um die Kosten für die verpflichtenden Schulungsmaßnahmen für entsprechende Sport-Coaches decken zu können, sei das Geld zu nutzen.

Die antragstellende Gemeinde ist demnach verpflichtet, nach Abstimmung mit der Sportjugend Hessen im Landessportbund Hessen einen Sport-Coach für die Flüchtlingsarbeit zu benennen. Dieser nehme weiterhin zur Sicherstellung einer fachlich qualitativen Betreuung der Flüchtlinge an einer speziell ausgerichteten Schulung teil. Auf der Webseite werden verschiedene Informationsbroschüren angeboten, sowohl für interessierte Coaches als auch für Kommunen und Vereine.

Jeder profitiert

So können Sport-Coaches demnach eine Aufwandsentschädigung erwarten, die natürlich Fahrt- und sonstige Sachkosten einschließe, Austauschmöglichkeiten mit anderen Sport-Coaches aus Hessen sowie eine qualifizierte Bescheinigung der Tätigkeit. Auch in Bad Vilbel ist man auf das Programm aufmerksam geworden, so habe man sich 2016 bereits aus dem Topf bedient.

„Wir haben 10 000 Euro beantragt und diese auch erhalten“, berichtet die Vorsitzende des Vereins Flüchtlingshilfe – Willkommen in Bad Vilbel, Angelika Ungerer. Auch einen Sportcoach habe der Verein gestellt, es handle sich um Alexander Klett. „Er ist in unserem Verein für die Säule Arbeit und Ausbildung zuständig. Er hat sich auch vorher schon öfter mit Flüchtlingen und dem FV Bad Vilbel zum Kicken getroffen“, so die Vorsitzende weiter.

Der Sport-Coach an sich sei vor allem als Koordinator zwischen Flüchtlingen und Vereinen zu verstehen, zumindest sei das in Bad Vilbel ein großer Teil der Aufgaben des Sport-Coaches. „Mit dem Geld wollen wir generell gemeinsame Sportaktionen fördern, wie die genau aussehen, bleibt den Vereinen überlassen“, skizziert Ungerer. Der Flüchtlingshilfeverein verteile das Geld in der Stadt. „Wir haben im Verein beschlossen, dass wir viele verschiedene Vilbeler Vereine und Projekte in der Stadt mit dem Geld bedienen wollen.“ Es seien auch kleinere Vereine, die davon einen Nutzen hätten.

Gleiche Interessen verbinden

Was die Vereine anginge, so gebe es viele verschiedene Ansätze für Projekte. Der TV Bad Vilbel lade regelmäßig Flüchtlinge zum Training ein, auch die Rettungsschwimmer der DLRG haben bereits Schwimmkurse für die Flüchtlinge veranstaltet. „Wir haben gemerkt, dass viele der Flüchtlinge von sich aus auf die Vereine zugegangen sind“, so Ungerer. „Sport und gleiche Interessen verbinden einfach, deshalb halte ich das für sehr wichtig für die Integration in Bad Vilbel“, findet die Vorsitzende. Durch die lockere Atmosphäre bei den gemeinsamen Treffen könnten Brücken zwischen den Kulturen geschlagen werden, das habe sie so erlebt. „Das klappt alles super“, freut sich die Vorsitzende der Flüchtlingshilfe.

Elke Niber, zweite Vorsitzende des TV Bad Vilbel, erklärt, wie ihr Verein Flüchtlinge integrieren möchte: „Wir bieten Flüchtlingen ein Jahr beitragsfreie Mitgliedschaft an“, sagt sie. Gerade bei der Sportart Parkour seien einige Flüchtlinge dabei und trainierten. „Grundsätzlich wäre es durch das Programm des Landes und mit Hilfe der Bad Vilbeler Flüchtlingshilfe für uns schon vorstellbar, mehr in dieser Hinsicht zu machen, aber uns fehlen etwas die personellen Kapazitäten“, bedauert Niber. Grundsätzlich sei der Verein aber immer offen dafür.

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