Jörg Oehlmann
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Forscher fokussieren sich auf fünf Probleme

  • Andreas Haupt
    VonAndreas Haupt
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Im Flusssystem der Nidda, zu dem auch Nebenflüsse wie Horloff, Nidder, Usa, Wetter oder der Erlenbach zählen, werden bei vielen Schadstoffen die EU-Grenzwerte überschritten.

Im Flusssystem der Nidda, zu dem auch Nebenflüsse wie Horloff, Nidder, Usa, Wetter oder der Erlenbach zählen, werden bei vielen Schadstoffen die EU-Grenzwerte überschritten. Und auch der ökologische Zustand, abzulesen an den Tier- und Pflanzen-Arten und ihrer Zahl, ist häufig schlecht, sagt der Frankfurter Biologie-Professor Jörg Oehlmann..

„Überall dort, wo die Standards bis Ende 2015 nicht erreicht werden, müssen Bewirtschaftungspläne aufgestellt werden“, erklärt Oehlmann. Dafür muss klar sein, was hilft . Rund 31 Millionen Euro steckt das Bundesforschungsministerium (BMF) in deutschlandweit 14 Forschungsprojekte – eines davon, dotiert mit 2,4 Millionen Euro, leitet Jörg Oehlmann.

Drei Jahre haben er und seine Partner – etwa die TU Darmstadt, die Uni Tübingen oder die Bundesanstalt für Gewässerkunde –, um herauszufinden, woran genau es in der Nidda hapert und wie das Ökosystem verbessert werden kann. „In den vergangenen 20 Jahren sind Unsummen in Renaturierungsmaßnahmen geflossen. Aber viele davon hatten nicht den gewünschten Erfolg, auch an der Nidda“, erklärt Oehlmann. Sehr umstritten sei, warum der ökologische Zustand der Gewässer nicht besser wurde. Denn die Maßnahmen selbst seien sinnvoll gewesen.

„Unser Ziel ist es, ein Computer-Programm zu entwickeln, mit dem diejenigen, die entlang der Nidda und ihrer Zuflüsse die Verbesserung der Ökologie planen, vorher erkennen können: Wofür setze ich das Geld sinnvoll ein? Mache ich eine Renaturierung? Ertüchtige ich eine Kläranlage? Was hat welchen ökologischen Nutzen?“, erklärt Oehlmann. Eine Forderung des Ministeriums ist außerdem: Was die Forscher für die Nidda entwickeln, soll auch an anderen Flusssystemen anwendbar sein.

Die Probleme sind vielfältig. Fünf davon wird die Arbeitsgruppe um Oehlmann in Fokusprogrammen detailliert untersuchen. So geht es etwa um die Horloff und vier kleine Kläranlagen bei Hungen, die Einleitungen einer Papierfabrik in Nidda-Oberschmitten sowie die Bäderbetriebe in Bad Nauheim, die solehaltiges Wasser in die Wetter leiten.

Die Arbeitsgruppe greift dabei auf die unterschiedlichen Fähigkeiten der Mitglieder zurück. Jörg Oehlmann und seine Mitarbeiter sind auf Giftstoffe spezialisiert. Die Brandt Gerdes Sitzmann Wasserwirtschaft GmbH in Darmstadt könne per Computer simulieren, wie und wie schnell das Niddawasser fließt. Die Mitarbeiter der Bundesanstalt für Gewässerkunde hingegen sind Spitzen-Chemiker. Ihr Spezialgebiet ist, neue Schadstoffe aufzuspüren. Und die Wasserbauingenieure der TU Darmstadt entwickeln ein Programm, um zu berechnen, wie man die Kläranlagen verbessern kann.

(hau)

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