Kiene Halle als Alternative

Freibad schließt zum Saisonende: Ab morgen ist Vilbel ohne Bad

Heute ist Schluss! Schluss mit dem Schwimmen im Freien. Denn das Bad Vilbeler Freibad schließt für die Winterpause. Nur einige Wenige drehen noch ihre Runden. Ein Abschied.

Außentemperatur 9 Grad, Wassertemperatur 16 Grad. Es fühlt sich nach Herbst an im städtischen Freibad an der Huizener Straße in Bad Vilbel. Es ist auch nicht viel los am gestrigen Morgen, an dem das Gras mit einer feuchten Schicht bedeckt ist. Keine Frage: Zwar scheint die Sonne, aber Sommer fühlt sich anders an. Es ist still in dem Bad, wo in den Sommermonaten helle Kinderstimmen zu hören sind, fröhliche Erwachsene plaudern und das kühle Nass aufspritzt, wenn sich mal wieder ein Jugendlicher vom Sprungbrett ins Schwimmerbecken gestürzt hat. Irgendwie fühlt sich das alles an wie Saisonausklang. Und das ist es auch: Die Freibadsaison geht zu Ende. Heute ist noch offen, morgen hat es geschlossen.

Leer bleibt es aber schon seit ein paar Tagen. „Am Wochenende kam der Einbruch“, wissen Schwimmmeister Guido Schellhase und Kassiererin Eva Prasser. Denn da hat es nach langen trockenen Monaten mal wieder geregnet und der erste Herbststurm ist übers Land gefegt.

Bis dahin war es jedoch eine „tolle Saison“ für das Mitte der Dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts erbaute Freibad. Die stellvertretende Fachdienstleiterin Elke Bär hat die aktuellsten Zahlen mitgebracht: Bis Mittwoch dieser Woche zählte man exakt 91 820 Besucher. „Das war der beste Besuch seit dem Rekordjahr von 2003.“ Damals war der Sommer ähnlich heiß wie dieses Jahr. Stadtsprecher Yannick Schwander hat eine Erklärung dafür, warum es vor 15 Jahren noch mehr Badegäste waren als 2018: „Die ganz heiße Temperaturphase lag mitten in den Ferien. Diesmal erst nach den Schulferien.“

Tendenziell verzeichnen die Verantwortlichen jedoch einen leichten Rückgang bei den Freibadbesuchen. „Das liegt daran, dass die Leute auch gerne an die Seen fahren“, weiß Bademeister Schellhase. Dennoch: Bei bald 92 000 Badegästen kann sich die Stadt nicht beschweren. Und das liegt beileibe nicht daran, dass das alte Hallenbad im Kurpark abgerissen worden ist und noch kein neues Bad errichtet wurde. Denn es war schon früher so, dass Hallen- und Freibad wechselseitig geöffnet waren, erinnert der Stadtsprecher.

Die Rekordtage waren übrigens Ende Juli, Anfang August. „Da hatten wir über 2000 Besucher an manchen Tagen“, weiß Elke Bär aus der Statistik. Die wärmste Wassertemperatur fiel ebenfalls in diese Zeit: 26,8 Grad war das Freibad-Wasser, das nur von der Sonne aufgeheizt wurde.

Nun sind es zehn Grad weniger. Und dennoch: Am vorletzten Tag ist bereits kurz nach Kassenöffnung durch Eva Prasser eine Schwimmerin mittleren Alters im Bad. „Die ist 30 Bahnen geschwommen“, weiß der Bademeister. Und nun ist Stefan Henrich ins kühle Nass gestiegen. Er komme sei drei Jahren regelmäßig ins Freibad. „Im Sommer war ich hin und wieder am See“, sagt er. Über 200 Mal sei er schon im Vilbeler Freibad gewesen. Nur hin und wieder mal im Hallenbad.

„Das Freibad ist einfach unvergleichlich gut“, betont er. An diesem Freitag wird er zum letzten Mal seine Runden drehen. An diesem Morgen hat er das gesamte große Becken für sich. Ab Montag ist erstmal Pause mit Schwimmen. In die umliegenden Hallenbäder will er nicht. „Ich werde mehr Radfahren und Joggen.“

Für einen der beiden bei der Stadt angestellten Bademeister ist die Freibadsaison ebenfalls zu Ende. Einer wird seinen Dienst in einem Hallenbad einer Nachbarkommune tun, der andere bleibt in Bad Vilbel. Neben kleineren Reparaturarbeiten im Freibad wartet er die Brunnen im Kurpark.

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