Niddaradweg ausgebaut

Freie Fahrt bei jedem Wetter

Stück für Stück wird der Niddaradweg ausgebaut. Er führt entlang des Flusses von der Quelle nahe Schotten bis zur Mündung der Nidda in den Main beim Frankfurter Stadtteil Höchst. Jetzt wurde in Bad Vilbel ein weiteren Teilstück freigegeben.

Bei dem nun fertiggestellten Abschnitt handelt es sich um ein gut zwei Kilometer lange Verbindungsstück zwischen den Bad Vilbeler Ortsteilen Gronau und Dortelweil für den Fuß- und Fahrradverkehr freigegeben. „Drei Wochen früher als geplant“, freuen sich Bad Vilbels Erster Stadtrat Sebastian Wysocki (CDU) und der Geschäftsführer des Niddaradweges Ekkehart Böing über die vorgezogene Öffnung des Teilstückes auf Bad Vilbeler Gebiet. „Na ja, richtig gesperrt war der Radweg eigentlich nie. Denn uns sind die Radfahrer und Fußgänger auch während der Bauphase trotz entsprechender Schilder stets über die Baustelle gelaufen oder gefahren“, verrät Andreas Wolf, Mitarbeiter des Straßenbauunternehmens Strabag.

Wetter spielt mit

Am 25.September hatten die Bauarbeiten begonnen und eigentlich sollten sie bis zum 22.Dezember dauern. „Aber das Wetter hat gut mitgespielt und größere Überraschungen gab es während der Bauphase auch keine“, verrät der Polier Ralf Spormann. Aufgrund seiner großen Beliebtheit und deshalb starken Frequentierung wurde der bisher 2,50 Meter breite und lediglich geschotterte Weg zwischen Gronau und Dortelweil auf die neue Breite von drei Metern ausgebaut und asphaltiert. Beidseitig wurden Bankette in einer Breite von einem halben Meter errichtet. Vor allem während der feuchten Jahreszeit war der Weg früher oftmals matschig und daher nur eingeschränkt nutzbar.

„Dies hat sich mit dem Ausbau nun geändert“, stellt Niddaradweg-Geschäftsführer Böing zufrieden fest. Dass der Radweg nicht nur eine touristische Attraktion, sondern ein wichtige Verkehrsverbindung innerhalb Bad Vilbels ist, darauf weist Stadtrat Wysocki hin: „Immer mehr Menschen steigen auf dem Weg zur Arbeit oder zur Schule auf das Fahrrad um. Und in Anbetracht des bevorstehenden Hessentages 2020 ist jetzt eine weitere Lücke zwischen Gronau, Dortelweil und der Kernstadt geschlossen worden“. Bis 2020 soll auch das noch fehlende Teilstück des Radweges von Dortelweil bis in die Kernstadt ausgebaut werden.

Viele Nutzer

Die Regionalpark Niddaroute ist nämlich nicht nur für den Radverkehr von großer Bedeutung, sondern erfreut sich auch bei den Fußgängern, Skater, Eltern mit Kinderwagen, Menschen mit Rollatoren oder Rollstühlen großer Beliebtheit. Weiterhin wird der Weg abschnittsweise auch für den landwirtschaftlichen Verkehr genutzt. Das ist auch einer der Gründe, warum Böing alle Nutzer um gegenseitige Rücksichtnahme bittet. Rund 480 000 Euro hat die Sanierung des Rad- und Fußweges gekostet. 80 Prozent werden davon vom Land Hessen übernommen. Die restlichen Baukosten und die Planungskosten trägt der Zweckverband Regionalpark Niddaradweg. Der wurde im Jahr 2007 mit dem Ziel gegründet, auf der fast 65 Kilometer langen Strecke zwischen Schotten und Frankfurt einen Radweg entlang der Nidda entstehen zu lassen.

Zehn Jahre nach der Gründung hat der Zweckverband mit der Fertigstellung dieses Bauabschnitts in Dortelweil nun über 27 Kilometer Niddaroute ausgebaut. Hinzu kommen eine Fahrradbrücke, eine Straßenunterführung und eine Fußgängerschutzanlage. Die Gesamtkosten betragen rund 4,5 Millionen Euro. Einige Teilstücke fehlen noch, beispielsweise in Bad Vilbel, in Karben, Florstadt und Niddatal. „Da werden sicherlich noch einmal fünf Jahre oder mehr ins Land gehen, bis die Route durchgehend ausgebaut ist“, zeigt sich Böing zuversichtlich. Der Ausbau des Radweges ist nicht nur für die an der Strecke liegenden Orte wichtig, sondern auch für den Tourismus im gesamten Rhein-Main-Gebiet.

Denn die Niddaroute verläuft zwischen Schotten und Bad Vilbel-Gronau parallel mit dem Hessischen Fernradweg R 4 sowie zwischen Okarben und Dortelweil parallel zur Regionalpark-Rundroute. An ihr reihen sich sehenswerte Städtchen mit zahlreichen Gaststätten, Übernachtungsmöglichkeiten, Schwimmbädern, Freizeit- und anderen Sporteinrichtungen bis zur Mainmetropole Frankfurt.

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