Problemfeldern des Vilbeler Stadtteils

Im Gänsemarsch zum Ziel

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Um mehr Verkehrssicherheit, schmutzige Feldwege und Lärmschutz ging es dem Massenheimer Ortsbeirat. Doch viele der Anliegen prallten auf bürokratische oder politische Hürden.

Die Arbeit in den Ortsbeiräten ist ein mühsames, kleinteiliges, vor allem viel Geduld erforderndes Geschäft. Davon berichtet Ortsvorsteher Bernd Hielscher (SPD) schon eingangs in seinen Mitteilungen über die Resonanz auf frühere Anliegen. Eine Kleinigkeit wie die weitere Nutzung von Mitteilungskästen beschäftigte das Gremium zwei Jahre. Nun will die Stadt 500 Euro von den Vereinen, falls die morschen Holzkästen ausgetauscht würden. Eine Umfrage habe nun ergeben, dass nahezu keine Nachfrage mehr bestehe.

Vieles ist ohne Eigeninitiative gar nicht mehr machbar. So ist der Sandsteinbrunnen am Dorfplatz porös. Ehrenortsvorsteher Jockel Schatz (CDU), der den Brunnen mit organisierte, hat durch seine Steinmetz-Kontakte Quellen für Ersatzbeschaffungen gefunden, berichtet Hielscher. Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU) habe die Kosten für die Reparatur zugesagt.

Doch es gibt auch Probleme, die weiter der Lösung harren. So verschlammt ein vielgenutzter Feldweg am Ortsrand nach den Regenfällen weiter, weil Ackerboden ausgeschwemmt wird, obwohl die Stadt und Landwirt Steffen Laupus inzwischen vereinbarten, den Boden durch kontinuierliche Bepflanzung zu befestigen, wie Erster Stadtrat Jörg Frank (CDU) als Magistratsvertreter berichtete: „Aber es gibt doch weiter Schlamm.“ Da blieb es Hielscher nur, anzumerken, der Regen und die Schlammmassen seien wohl höhere Gewalt, „nicht aber, dass er liegen bleibt – das ist Dickköpfigkeit“.

Demgegenüber ging es bei den Beschlüssen zügig voran. Die Baulandumlegung im neuen Wohngebiet Ziegelhof billigten CDU und SPD, die Grünen bleiben bei ihren Bedenken, weil das Regenwasser nicht direkt in den Erlenbach, sondern in die überlastete Kanalisation eingeleitet werden solle, schildert Peter Paul. Das Genehmigungsverfahren sei indes abgeschlossen. Paul merkt an, man habe sich nur deswegen gegen eine Einleitung entschieden, weil dafür Grundstücke hätten angekauft werden müssen.

Gemeinsam beantragten alle Fraktionen, den FC Hessen Massenheim mit maximal 2740 Euro des Waldgeldes bei der Renovierung seines Vereinsheims zu unterstützen. Die Fußballer selbst wollen 820 Stunden Eigenarbeit einbringen. Allerdings ist das Waldgeld wegen der Haushaltssperre bis auf weiteres als freiwillige Leistung blockiert.

Die meisten Diskussionen gab es in der Sitzung und dem anschließenden Bürgergespräch wieder wegen des Themas Verkehr. Solle wie vor der Kita Zwergenburg gegen von Eltern zugeparkte enge Kurven vorgegangen werden, ließ die CDU anfragen. Gar nicht, räumte Jörg Frank ein. Die Ordnungspolizei habe tagsüber keine Kapazitäten, höchstens Abendkontrollen seien noch möglich.

Auch zum von der SPD nachgefragten Lärmschutz im Ziegelhof konnte Frank nur vertrösten. Es geht um 0,9 Dezibel mehr Lärm, weil auf der B 3 eine Geschwindigkeitsbeschränkung aufgehoben wurde. Das, so Frank, habe auch die Stadt bei der Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil moniert, aber keine Antwort erhalten. Druck machen gehe auch nicht, „wir haben kein Erpressungspotenzial“, merkte er an.

Ein Dauerthema im Gremium ist auch die Ecke Hainstraße / An der Kirche. Dort wird so dicht in den Kreuzungsraum geparkt, dass der Vilbus kaum vorbeikommt. Es gab schon Ortstermine, eine Verbreiterung, nun soll eine Warnbake die Falschparker stoppen.

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