Vor zwei Jahren feiert die Schule ihr 50-jähriges Bestehen. Mayböhm (links) und sein erster Konrektor Markus Maienschein posieren vor der Büste des Schul-Namensgebers aus dem Memorial-Center in Boston.
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Vor zwei Jahren feiert die Schule ihr 50-jähriges Bestehen. Mayböhm (links) und sein erster Konrektor Markus Maienschein posieren vor der Büste des Schul-Namensgebers aus dem Memorial-Center in Boston.

Pädagoge verlässt John-F.-Kennedy-Schule Bad Vilbel

Geachtet, geschätzt, geliebt: Peter Mayböhm

  • VonChristine Fauerbach
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Mit dem Start in die Sommerferien verabschiedet sich Peter Mayböhm, Lehrer und Schulleiter der John-F.-Kennedy-Schule Bad Vilbel, von Kollegen, Mitarbeitern und seinen Schülern in den Un-Ruhestand.

Von seinen Kollegen wird er geschätzt, von Eltern geachtet, von seinen Schülern geliebt. Selbst als Erwachsene, lange nach Ende ihrer Schulzeit, fragen sie ihn um Rat. Peter Mayböhm ist Pädagoge und Chef der John-F.Kennedy-Schule (JFK) aus Begeisterung, liebt seinen Beruf. Mit dem Beginn der Sommerferien am 30. Juni geht er in den Ruhestand.

„Die ersten Berufsjahre haben mich positiv geprägt, das wirkt bis heute nach. Ich bin als Lehrer ein Dienstleister für Kinder und Eltern. Meine Devise lautet: Geht es den Kindern gut, dann geht es auch den Lehrern gut.“

In Schwalheim (heute Stadtteil von Bad Nauheim) 1952 als Sohn eines Arbeiters bei Degussa und einer Büroangestellten des Uhrenherstellers T&N geboren, wächst Peter Mayböhm in den Frankfurter Stadtteilen Oberrad und Enkheim auf. Er besucht das Leibnitz-Gymnasium in Offenbach, macht sein Abitur, „wir waren 1971 der erste Abi-Jahrgang am Georg-Büchner-Gymnasium“ in Bad Vilbel.

„Ab der Oberstufe schwankte ich zwischen einem Psychologie- und Lehramtsstudium. Onkel Leo, selbst Lehrer in Hanau, sagte: ,Je länger du Lehrer bist, desto schöner wird es, weil du nicht mehr so viel Unterricht vorbereiten musst.‘“ Für den Neffen wird das Gegenteil der Fall, weil er seinen Schülern stets einen abwechslungsreichen Unterricht bieten will und in die Schulleitung wechselt.

Geduld bis zum Abwinken

An der Frankfurter Goethe-Uni studiert Peter Mayböhm Kunst und Englisch für die Sekundarstufe I. „Ich wählte die Mittelstufe, weil ich immer mit Kindern arbeiten wollte und es hier um meine Themen Stoffvermittlung und soziales Lernen geht. Ich bin der geborene Werklehrer, dem der handwerkliche Bereich stets viel Freude macht. So wie mein Beruf, der mir noch heute bis zum Anschlag großen Spaß macht. Und ich bin stolz auf die gute Atmosphäre an meiner JFK. Aus ihr resultieren großartige Schülerleistungen.“

Geerbt und verfeinert habe er seine positive Grundeinstellung „hör auf zu jammern“. Nach dem zweiten Staatsexamen im Dezember 1977 hat er je eine halbe Stelle in der Enkheimer Riedschule und an der Anna-Schmidt-Schule (ASS) in der Frankfurter Innenstadt, wo er ab 1978 als Lehrer 16 Jahre bleibt. 1994 wechselt er als Beamter zur Bornheimer Realschule und 2002 als stellvertretender Schulleiter an die JFK, wo er 2007 kommissarischer und 2008 Schulleiter wird.

„Ich habe mir die JFK wegen der Schulform mit Förderstufe, Haupt- und Realschule ausgesucht, der überschaubaren Schulgröße mit 600 Schülern und dem Schulstandort Bad Vilbel.“ Geholfen habe ihm als Schulleiter stets, dass er „Geduld bis zum Abwinken“ habe, sich selbst nicht so ernst nehme und zwar seine ganze Energie für seine Schüler und Kollegen eingesetzt habe, sich aber nicht nich für den Beruf aufopfere.

Durch seine Herkunft habe er die Nöte und Schwächen von Kindern, für die nicht alles selbstverständlich ist, verstanden. „Ich ziehe Grenzen, deshalb frisst mein Beruf mich nicht auf. Und ich jammere nicht, auch nicht in anstrengenden Phasen.“

Dann kommt der Krebs

In seiner Schulzeit hat er zwölf Referendare ausgebildet, denn ich genieße die Zusammenarbeit mit jüngeren Leuten.“ Zwischen Berufs- und Privatleben habe er stets getrennt. „Ich habe aus meiner gesamten Schullaufbahn nur einen einzigen Freund, meinen Freund Dieter.“

„Die Diagnose kam in der dritten Osterferienwoche 2016“, berichtet Mayböhm von einem schweren Schicksalsschlag. Seine Pläne, ein Jahr länger zu arbeiten, hat seine Krebserkrankung umgeworfen.

„Ich habe meine Krebserkrankung als Teil meines Lebens begriffen. Ich habe diese Erfahrung nicht gebraucht, sie aber angenommen und akzeptiert. Ich bin nach meinen Operationen an die Schule zurückgekommen, denn ich habe das letzte halbe Jahr gebraucht, um von meiner JFK, meinen 540 Schülern, 45 Lehrern und meinem Beruf Abschied nehmen zu können. Zuvor habe ich das Gefühl, gebraucht zu werden, vermisst. Mein Beruf stand immer im Mittelpunkt. Jetzt ist die Sache für mich rund, und es beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Ich breche mit meiner Frau zu neuen Ufern auf.“

Fit hält sich Mayböhm mit Kraft- und Ausdauertraining und Golfspielen „ich bin ein Sportler und Beziehungsmensch.“ Peter Mayböhm ist ein Blues- und Rockfan und ein Kunstliebhaber. In seiner Wohnung hängen Bilder seiner beiden Lieblingsmaler, dem New Yorker James Rizzi und dem Hanauer Jörg Eyfferth, zwischen Skulpturen anderer Künstler an den Wänden.

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