Anwohner können Einwände erheben

Geänderter Bebauungsplan Im Schleid wird nach Parlamentsbeschluss offengelegt

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Auf einen Riegelbau zur Bahn hin und dichtere Bebauung müssen sich die Bewohner des Bücher-Areals nördlich der Nordumgehung im Quellenpark einstellen. Der geänderte Bebauungsplan wurde vom Stadtparlament durchgewunken. Auch am Dottenfelderhof und in Dortelweil kann es weitergehen.

13 Prozent mehr Wohnfläche entstehen laut Ralph Mallmann (Grüne) im Neubaugebiet rund um die Röntgenstraße. In der dritten Änderung zum Baugebiet Im Schleid geht es um Änderungen in der Baudichte, die Investor Dietmar Bücher 330 statt der bisher möglichen 300 Wohnungen errichten lassen. Die nachträglich Verdichtung ärgere die Anwohner, die beim Verkaufsgespräch andere Angaben erhalten hätten, sagt dazu Lucia André (SPD) im Stadtparlament.

Doch so nachträglich sei die Verdichtung gar nicht, entgegnet Andreas Cleve (CDU). „Es wird nicht mehr Wohnfläche als ursprünglich vorgesehen“, sagt er und verweist auf die geplante Baudichte im ursprünglichen Bebauungsplan. Durch Neuordnung der Baufenster könne Bücher nun nur die ihm von Anfang an zugesicherte Bebauungsdichte erfüllen.

Tatsächlich gebe es sogar Verbesserungen für die Anwohner, ergänzt Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU). Denn drei Häuser könnten nun um 90 Grad gedreht werden. Sie ermöglichten mehr Grünfläche und einen höheren Lärmschutz im Gebiet.

Auch zum Thema Lärmschutz war in der vergangenen Woche bereits eine Diskussion entbrannt. Und so hält auch die SPD-Abgeordnete André fest, dass Bücher nun um den Bau einer sieben Meter hohen Schallschutzwand herumkomme, indem er direkt an die Bahn noch einen Riegelbau setze. Der bringe den Anwohnern innerhalb ihrer Wohnungen etwas, doch draußen in den Vorgärten werde es dafür umso lauter.

Doch auch hier verweisen Cleve und Stöhr auf bereits vorher erfolgte Festlegungen. Denn von jeher gefordert worden sei ein aktiver Schallschutz durch eine Schutzwand oder passiven Lärmschutz an den Gebäuden selbst. Letzteres habe Bücher erfüllt. Auch Thomas Reimann (FDP), Vorstand beim Bauunternehmen Alea, kann diese Lösung nur begrüßen. Bücher folge hier dem Trend im Bauwesen, das mehr und mehr auf passiven Schallschutz setze.

Die Forderung der Grünen, zehn der 30 zusätzlichen Wohnungen als Sozialwohnungen zu definieren, kann er nicht folgen. Man sichere Bücher nur zu, was ohnehin versprochen war. „Will man Wohnungen günstiger bauen, muss man die vorhanden Normen reduzieren“, spricht er etwa die aktuelle Energieeinsparverordnung an.

Da es an anderer Stelle immer weniger Wohnungen mit Sozialbindung würden, müsse die Stadt jede Chance ergreifen, will sich Mallmann damit aber nicht zufriedengeben. So seien in Dortelweil-West 60 Sozialwohnungen versprochen worden, jetzt seien es nur noch 24. Und auch im Lehnfurther Weg in Dortelweil würden es nur noch sechs Wohnungen werden.

Dieses Projekt nimmt die Parlamentshürde einstimmig, während sich beim Bücher-Areal die Grünen gegen die Änderung aussprechen. Im Lehnfurther Weg entsteht laut Erstem Stadtrat Sebastian Wysocki (CDU) ein „rundes Paket“. Ein Riegelbau werde vermieden, stattdessen gebe es eine aufgelockerte Bebauung mit mehr Parkplätzen als eigentlich nötig wären. Träger wird hier die Genossenschaft für Bauen und Wohnen.

Auch beim Dottenfelderhof gehen die Pläne nun in die Offenlage. Hier soll es weitere Beratungen geben, an welchen Stellen Satteldächer mit Bezug zur historischen Anlage besser geeignet sind und wo ein begrüntes Flachdach mehr Sinn ergibt. Zu allen Plänen können Bürger nach der amtlichen Bekanntmachung ihre Einwände und Anmerkungen abgeben,.

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