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Dr. Ben Schmehe, Forschung und Züchtung Dottenfelderhof, und Bäuerin Margarethe Hinterlang, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit und den Schulbauernhof, mit einem Wagen voller Ähren von auf dem ?Dotti? gezüchteten Getreidesorten und Mais.

Dottenfelderhof

Neu gegründete Bodenstiftung kauft 143 Hektar Ackerfläche in der Nachbarschaft

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Seit 50 Jahren wird der Dottenfelderhof von der gleichnamigen Betriebsgemeinschaft biologisch-dynamisch betrieben. Diese nachhaltige Bewirtschaftung, die damit verbundene Ausbildung, Forschung und Züchtung sind durch den Kauf von 143 Hektar durch die Dottenfelder Bodenstiftung für 60 Jahre gesichert.

Wieder einmal ist ein neues Kapitel in der langen Geschichte des Dottenfelderhofes, dessen Ursprung auf einen freien Königshof der Karolinger im achten/neunten Jahrhundert zurück-geht, aufgeschlagen worden. Die neugegründete Dottenfelder Bodenstiftung hat die um das Hofareal liegenden 143 Hektar Ackerflächen nach einstimmigen Beschluss des Haushaltsausschusses des Hessischen Landtages vom Land für 3,2 Millionen Euro gekauft. Bisher hatte die Landbauschule die Flächen vom Land gepachtet.

Von den 200 000 Euro Stiftungskapital bringt die gemeinnützige GLS Treuhand 170 000 Euro und die Landbauschule Dottenfelderhof 30 000 Euro ein. Wie Regierungspräsidentin Brigitte Lindscheid bei der Übergabe der Anerkennungsurkunde betont, soll „die Stiftung Ausbildungs- und Forschungsstätten schaffen, die die ökologische und biologisch-dynamische Wirtschaftsweise erforschen“. Außerdem soll ihr Potenzial für eine nachhaltige Landwirtschaft und zur Erhaltung der Biodiversität ergründet werden. Dazu werden Wissenschaft und Forschung, Erziehung, Volks- und Berufsbildung, Natur-, Umweltschutz und Landschaftspflege, Gewässer- und Tierschutz, Tier- und Pflanzenzucht gefördert.

Die biologisch-dynamische Landwirtschaft erhebt zusätzliche Anforderungen an das Tierwohl, die Ökologie und fordert geschlossene Nährstoffkreisläufe. In den 1920er Jahren entwickelte sich die biologisch-dynamsiche Landwirtschaft und bildet die Wiege der ökologischen Bewegung. Bereits 1979/80 hat die Betriebsgemeinschaft vertreten durch die Landbauschule den Hof mit allen Gebäuden sprich den „Kernbetrieb“ plus 19,5 Hektar umliegendes Land erworben.

An der 1974 gegründeten Landbauschule Dottenfelderhof werden derzeit 20 Bauern, Gärtner, Gartenbauer, Einzelhandelskaufleute, Käser, Bäcker und Konditoren ausgebildet. Hinzu kommen Bundesfreiwillige und ein Freiwilliges Ökologisches Jahr Leistende sowie 14 Schüler aus der ganzen Welt.

International bekannt ist der Dottenfelderhof vor allem durch seine Forschung und biologisch-dynamische Pflanzen-Getreide- und Gemüsezüchtung. Die Besonderheit der klassischen Kreuzungs- und Selektionszüchtung ist, das sie „on Farm“ erfolgt. Dass heißt, innerhalb der Fruchtfolge eines Betriebes und damit automatisch angepasst an die Bedürfnisse und Bedingungen des biologisch-dynamischen Landbaus, sagt Dr. Ben Schmehe aus der Forschung und Züchtung des Dottenfelderhofs.

„Wir züchten für den ökologischen Anbau und die Welt“. Ziel ist es, die Sorten beim Bundessortenamt anzumelden. Für die Entwicklung einer Getreidesorte benötigt man zehn Jahre, die Kosten liegen bei einer Million Euro. Bereits angemeldet sind Winter- und Sommerweizen, Gerste, Roggen, Sommerhafer, Hirse und Mais.

Neuestes Forschungsprojekt auf dem „Dotti“ ist Leindotter (Kreuzblütengewächs). „Wir haben bereits vor 15 Jahren Sorten eingekreuzt, die mit trockenem Klima oder Feuchtigkeit zurechtkommen. Züchter müssen weit voraus denken.“ Im Gegensatz zum unfruchtbaren mit

Terminator-Technologien

(Methode der gentechnischen Manipulation) hergestellten Saatgut, bei dem die Pflanzen kein keimfähiges Saatgut mehr hervorbringen, legen die Forscher und Züchter der Betriebsgemeinschaft jedes Jahr Kreuzungen mit dem Ziel an, eine Vielfalt an Eigenschaften zu erzeugen.

Zu den gewünschten Attributen gehören Resistenzen gegenüber Saatgut übertragbaren Krankheiten. Auch sollten die Pflanzen trotz der beschränkten Stickstoffverfügbarkeit im Boden noch einen guten Ertrag und eine gute Qualität erbringen. „Das ist bei konventionellen Sorten oft ein Problem, da sie kurze Halme haben. Diese sollen die Standfestigkeit und den Ertrag erhöhen sowie Unkraut unterdrücken“, sagt der Forscher.

Das Getreide auf dem Dottenfelderhof ist langstrohig. „Damit erfüllt es eine Anforderung der biologisch-dynamischen Landwirtschaft, deren Ideal ein gemischter Betrieb mit Tieren, Acker- und Obstbau ist.“ Abgelehnt werden außer Kalk alle chemisch-mineralischen Dünger. Ausgebracht auf die Felder wird der besonders wertvolle Kuhmist aus den eigenen Ställen.

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