„Geisterfahrer“ auf der Frankfurter: Radler werden kontrolliert

In der Frankfurter Straße wird das verbotene Fahren entgegen der Einbahnstraße kontrolliert. Es gibt dort jetzt Kontrollen, aber keine Strafe für Radfahrer.

In der Frankfurter Straße wird das verbotene Fahren entgegen der Einbahnstraße kontrolliert. Es gibt dort jetzt Kontrollen, aber keine Strafe für Radfahrer. Die Frankfurter Straße vom Kreisverkehr am Südbahnhof bis zum Marktplatzzentrum ist so etwas wie die Hauptschlagader Bad Vilbels. Im Zentrum gelegen, führt sie Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer zum Niddaplatz oder zum historischen Rathaus.

Auf diesem Abschnitt gilt jedoch die Einbahnstraßenregelung für Kraftwagen und Fahrräder gleichermaßen. Der Ortsbeirat Kernstadt hat daher beantragt, Radfahrer, die entgegen der Einbahnstraße fahren, zu kontrollieren. Gemeinsam mit der Polizei hat das Ordnungsamt der Stadt Bad Vilbel mit diesen Kontrollen nun begonnen.

An verschiedenen Stellen entlang der Frankfurter Straße zwischen Südbahnhofkreisel und Marktplatz haben sich Teams positioniert. Es dauert auch nicht lang und schon fährt ein erster Radfahrer gegen die Einbahnstraße. Ein Schwenk mit der Kelle und dazu der freundliche Hinweis, bitte einmal anzuhalten und abzusteigen.

Das Fahren entgegen der Einbahnstraße ist hier nicht erlaubt. Das hat Gründe. Die Fahrbahnbreite ist zu gering, es gibt viele Straßen, die in die Frankfurter Straße münden und dies in unübersichtlichen Kreuzungsbereichen, Busse fahren durch die Frankfurter Straße und aufgrund der vielen Gewerbetreibenden müssen auch oftmals Lastkraftwagen hier durch.

„Die Öffnung einer Einbahnstraße für das Fahren entgegen der Fahrtrichtung für Fahrradfahrer ist immer eine Abwägungssache. Für den genannten Bereich der Frankfurter Straße sehen wir zu viele Gefahrenpunkte, als dass wir diese Freigabe erteilen könnten“, skizziert der Erste Stadtrat und Verkehrsdezernent Sebastian Wysocki (CDU). Die kontrollierten Fahrradfahrer wissen meist, weshalb sie angehalten wurden. Es sei den meisten ja bewusst, dass sie hier ordnungswidrig fahren würden. Aber man passe ja auf, auf sich und auf die anderen Verkehrsteilnehmer, so oder so ähnlich lauten deren Erklärungsversuche.

Der Leiter der Polizeistation in Bad Vilbel, Jürgen Werner, kennt solche Sätze. „Derlei Erklärungen sind bei solchen Kontrollen Alltag. Deshalb setzen wir bei dieser ersten Kontrolle ja auch auf Aufklärung und nicht auf Strafe. So erreicht man mehr Radfahrer, als man vielleicht denkt“, erklärt Werner.

Er fügt an, dass man als Radfahrer selbst gar nicht verantwortlich sein müsse, aber dennoch ein Sicherheitsrisiko darstelle, wenn man ordnungswidrig gegen eine Einbahnstraße fahre. „Gerade in diesem Bereich der Frankfurter Straße reicht nur ein kleiner Moment der Unachtsamkeit oder der Unsicherheit und schon ist es passiert. Das möchten wir mit dieser Kontrolle den Radfahrern näher bringen“, so Werner weiter.

Dass die kontrollierten Radfahrer bei dieser nun erfolgten ersten Kontrolle keine Strafe zahlen müssen, scheint den ein oder anderen zu beruhigen. „Die erste Kontrolle gilt der Sensibilisierung. Prävention ist hierbei meist effektiver als direkte Bestrafung. In den nächsten Tagen und Wochen werden wir jedoch immer wieder kontrollieren und wenn nötig auch Bußgelder aussprechen“, deuten Wysocki und Werner abschließend an.

(fnp)

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