Bad Vilbel benötigt neue Kitas

Geld sparen durch Vergabe

  • Thomas Kopp
    VonThomas Kopp
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Bad Vilbel wird spätestens mit dem Bau der Häuser im Quellenpark und in der Ziegelei in Massenheim neue Kindertagesstätten benötigen. Doch die Frage der Finanzierung schwebt dabei wie ein Damoklesschwert über dem Rathaus. Hilfe könnte ein Modell aus Frankfurt bieten.

Neben den städtischen Kitas gibt es bereits jetzt freie Träger, etwa die Kirchengemeinden. Sollte die Stadt beim Bau neuer Kitas nun komplett auf gemeinnützige Vereine und Organisationen bauen? Um diese Frage zu klären, hatte der Sozialausschuss in seiner Sitzung am Mittwoch Rainer Lossa vom Stadtschulamt Frankfurt eingeladen. Der referierte dort über das Frankfurter Modell der Betriebsträgerschaften.

Als 1996 der gesetzliche Anspruch durchgesetzt wurde, dass jedes Kind einen Kindergartenplatz erhalten solle, ging es der Stadt Frankfurt finanziell nicht besonders gut. Doch zahlreiche neue Kitas mussten gebaut werden.

Aus der Not machte die Stadt eine Tugend: Fortan schrieb sie den Betrieb einer jeden neuen Kita aus. Dazu hatte sie vorher eine Liste mit Betreibern festgelegt, die dafür in Frage kommen.

Lossa verdeutlichte das an einer aktuellen Ausschreibung im Stadtteil Unterliederbach: „Die Ausschreibung beinhaltet etwa die Größe der Kita, die Öffnungszeiten, Schließtage und Integration.“ Der Fachausschuss Kinderbetreuung, ein Unterausschuss des Jugendhilfeausschusses, votiert nach Eingang der Bewerbungen für jene Organisation, die den Zuschlag erhält. Dabei sei es wichtig, dass der Bewerber die örtlichen Gegebenheiten besonders berücksichtigt. „Im vorliegenden Fall eines Neubaugebietes in Unterliederbach haben die Kinder auf der einen Seite freie Feldgemarkung, auf der anderen den Industriepark Höchst.“ Der Anbieter, der sein Konzept am besten auf diese Begebenheiten anpasst, hat die besten Chancen.

Die Stadt unterstützt jeden belegten Vollzeit-Platz danach mit 1500 Euro pro Monat. Davon muss die Organisation alle Kosten bezahlen. Sie sei deswegen auch an einer voll belegten Kita interessiert. Die Stadt spart dadurch Personalkosten für die Betreuer ein. Sie kann sich aber wie jede andere Organisation auch selbst auf die Trägerschaft bewerben.

Die Ausschussmitglieder stellten im Anschluss noch eine Menge Detailfragen. Um das Gehörte zu verarbeiten, stiegen sie aber nicht sofort in eine Diskussion ein. Das Thema – ursprünglich ein Antrag der SPD – wird somit erneut auf die Tagesordnung des Sozialausschusses kommen.

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