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Viele Besprechungen sind erforderlich, damit bei den Aufführungen von ?Carmina Burana? alles klappt.

„Carmina Burana“

Gemeinsam ein großes Werk planen

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Mit Carl Orffs populärem Werk „Carmina Burana“ bringen Musikschule Bad Vilbel und Karben, die Stadtkapelle Bad Vilbel und der Chor Zwischentöne gemeinsam ein umfangreiches Projekt mit 250 Mitwirkenden zur Aufführung. Dabei wird ein ganz besonderes Jubiläum gefeiert.

Es ist in mehrfacher Hinsicht ein wahres Megaprojekt mit dem die Stadtkapelle Bad Vilbel einen markanten Schlusspunkt unter ihr Jubiläumsjahr 2018 zum 135. Bestehen des Musikvereins setzt. Und die Musikschule den Auftakt zu ihrem Jubiläumsjahr 2019 „50 Jahre Musikschule Bad Vilbel und Karben“ feiert. „Die beiden konzertanten Aufführungen der ,Carmina Burana‘ von Carl Orff im Kulturforum Dortelweil sind das erste Projekt seit Unterzeichnung des 2017 geschlossenen Kooperationsvertrages zwischen Stadtkapelle und Musikschule“, teilen Musikschulleiterin Claudia Hölbling und Alexander Fry, Vorsitzender der Stadtkapelle, mit. Mit 250 Mitwirkenden sind die beiden Konzerte bereits personell ein Megaprojekt.

Sechs Ensembles

stemmen vereint zwei Aufführungen. Auf der Bühne musizieren werden 70 Musiker aus den Reihen des Hauptorchesters der Stadtkapelle, dem Jugendorchester der Musikschule und den Vilharmonikern, dem großen Sinfonieorchester der Musikschule. Diese Instrumentalisten werden verstärkt durch fünf Schlagzeuger, zwei Pianisten und einen dritten Pianisten, der auf einer Celesta (Idiophon) spielt. Abwechseln werden sich bei den Konzerten als Dirigenten Benedikt Bach (Samstag) und Herbert Helfrich (Sonntag). Die Sänger kommen aus dem Gastchor Zwischentöne, dem Erwachsenenchor der Musikschule Vilbel Canto, dem Musikschulkinderchor Kicolino Bad Vilbel und dem Kinderchor Karben. Als Solisten treten auf Sopranistin Katrin Müller, Bassbariton Thomas Peter und Tenor Gert Hohmann.

„Die sechs Ensembles und einzelne Instrumentengruppen probten jedes ein Dreivierteljahr separat mit den Leitern Benedikt Bach, René Wilhem, Herbert Helfrich, Victoria Schuldt-Haller, Isabella Kreith und Claudia Lemperle. Seit Ende August finden gemeinsame Proben mit allen unter Leitung der beiden Dirigenten statt. Der logistische Aufwand ist gigantisch“, sagt Claudia Hölbling. „Vor allem auch, weil in Bad Vilbel ein musikalisches Zentrum mit einem großen und mehreren kleineren Räumen fehlt“, ergänzt Alexander Fry. „Leider fehlt für ein so ambitioniertes Projekt wie ,Carmina Burana‘ in der Festspielstadt die Infrastruktur“, fügt Stadtkapellenmusikerin Gertrudis Dahby hinzu. Die durch den Abriss des Kurhauses verschärfte Raumnot hatte unmittelbare Auswirkungen auf die Proben. „Wir mussten mit den Kindern und Jugendlichen wie mit Erwachsenen proben.“

Vilbel Canto und die Kinderchöre öffneten sich für Projektsänger, und so wuchsen beide Chöre um knapp die Hälfte ihrer bisherigen Mitglieder an. Bei Vilbel Canto sind knapp 40 Sänger und bei den Kinderchören 15 neue dazugekommen. Nicht nur personell und logistisch ist das Projekt eine Herausforderung, sondern auch finanziell. Die beiden gemeinnützigen Vereine mussten bisher 20 000 Euro aufbringen. Sponsoren sind willkommen.

„Trotz der guten Kooperation werden wir so ein großes Projekt so schnell nicht noch einmal stemmen können. Das ist schade, denn das verbindende handwerkliche Element der Musik spiegelt sich in dem Projekt wider“, bedauert Hölbling. „Der Reiz der Aufführungen besteht in der inspirierenden Zusammenarbeit zwischen Schülern, Lehrern, Musikern, Chören und Solisten“, sagt Herbert Helfrich. Carl Orff entdeckte 1934 in Benediktbeuern die 1847 im Druck erschienene Carmina Burana. Aus der Handschrift des Codex Buranus aus dem 12. Jahrhundert wählte Orff von den über 250, meist vielstrophigen Liedern nur wenige Texte aus, die dadurch in neue Zusammenhänge gerieten.

Die Texte im musikalisch reich ausgestatteten Werk werfen Schlaglichter auf existenzielle Aspekte des Lebens wie das Liebeswerben, leibliche Genüsse und die Vergänglichkeit. Die Entscheidung über Gedeih und Verderb fällt Schicksalsgöttin Fortuna. Bei der Auslotung der Vielfältigkeit des menschlichen Lebens wechseln sich klanggewaltige Passagen mit zarten, fragilen Klängen ab.

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