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Aktuelle Programm des Bad Vilbeler Theaters

Gesine Otto ist neue Programmchefin der Alten Mühle

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Gesine Otto, Programmchefin des Bad Vilbeler Theaters Alte Mühle, ist auf musikalische Entdeckungsreise gegangen. Das aktuelle Programm trägt ganz ihre Handschrift. Sie holt junge Spitzenmusiker in die Stadt und Repräsentanten so unterschiedlicher Musikstile wie Musik-Comedy und Gypsy-Swing .

Drei Hamburger Jungs stehen am Mittwoch, 1 März, auf der Bühne der Bad Vilbeler Alten Mühle, die sich ganz unbescheiden „die besten Liebhaber der Welt“ nennen. Der schwarze Frack, Lack am Schuh und die rote Rose am Revers sind das Markenzeichen der drei Musik-Comedians.

Aber in erster Linie sind Hans Torge Bollert, Olaf Klindtwort und Jan-Frederick Behrend Vollblutmusiker, die fantasievoll mit Instrumenten und Liedgut umgehen. Woher sie ihre Inspiration nehmen, zeigt sich am Gruppennamen „Bidlah Buh“. So heißt ein Chanson von Georg Kreisler, in dem der Wiener Kabarettist als meuchelnder Mädchenmörder über die ewige Liebe spottet.

Vernarrt haben sich die drei Hamburger in die Musik der 20er- und 30er-Jahre. Nur, dass sie Ohrwürmer wie „Mein kleiner grüner Kaktus“ ganz neu verpacken und mit Musikstilen aus unterschiedlichen Ländern und Zeiten garnieren. Wohin ihre Reise in ihrem neuen Programm „Sekt, Frack und Rock ’n’ Roll“ geht, werden die Zuschauer staunend erleben.

Mitbringen werden die drei sicher wieder eine ganze Wagenladung an Instrumenten, zu denen neben Gitarre, Gesang und Schlagzeug auch die „Gartenschlauch-Trompete“, ein Bonsai-Flügel und drei „Flens“ gehören.

Schlagwerker Behrend beklopft alles, was ihm unter die Finger kommt, ob es nun seine eigenen Wangen sind, die Trommel, das Xylofon oder Bierflaschen. Bollert kann pfeifen, singen und Trompete spielen, und Olaf Klindtwort mit der Gitarre verwandelt sich in Johnny Cash am Banjo oder imitiert Chuck Berry. Ihre Sprache ist international, plattdeutsch, türkisch und gebärdenreich in dem Lied „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“.

Mit Spannung erwartet Gesine Otto, Programmchefin der Alten Mühle, den Auftritt von „Bidlah Buh“. „Ich habe sie beim Rheingau-Musik-Festival gesehen und fand sie so toll und lustig, dass ich sie unbedingt in Bad Vilbel haben wollte“, erläutert sie. Besonders Frontmann Torge sei ihr aufgefallen, bis der Groschen fiel: „Den kenne ich doch vom Studentenorchester an der Musikschule für Musik und Theater in Hamburg.“ Mitte der 90er-Jahre war das, Torge spielte Posaune, sie die Geige und eine Konzertreise nach Brasilien gab es auch noch.

Das aktuelle Programm in der Alten Mühle ab März trägt jetzt ganz die Handschrift von Gesine Otto, die seit einem Jahr Programmchefin ist. Die studierte Musikwissenschaftlerin hatte sich von Anfang an das Ziel gesetzt, der Musik größeres Gewicht in der Planung zu geben. Die entsprechenden Akzente sind jetzt gesetzt, und es zeigt sich, dass Otto offen für alle Musikrichtungen ist.

Denn zwei Tage nach dem Auftritt des Musik-Comedy-Trios „Bidlah Buh“ gibt es in der Alten Mühle eine ganz andere Musikrichtung zu entdecken. Es geht um Modern-Gypsy-Swing und Jazz, und die drei Musiker Joscho Stephan (Solo-Gitarre), Günter Stephan (Rhythmusgitarre), Volker Kamp (Bass) treffen auf Matthias Strucken (Vibraphon).

„Strucken ist ein angesagter Jazz-Vibraphonist, der schon mit Bobby McFerrin, Barbara Dennerlein, Bill Ramsey, Klaus Doldinger und Paul Kuhn musiziert hat“, sagt Otto. Der Gitarrist Joscho Stephan sei ein Virtuose für den Gypsy-Swing.

Am April wird es klassisch mit dem Aris-Quartett, einem der gefragtesten jungen Streichquartette. Die Musiker sind Preisträger renommierter internationaler Wettbewerbe. Ihre Ausbildung haben sie in Frankfurt bei Hubert Buchberger (Buchberger-Quartett) sowie in Madrid bei Günter Pichler (Alban-Berg-Quartett) gemacht. „Ich möchte junge Spitzenmusiker am Anfang ihrer Karriere nach Bad Vilbel holen“, erklärt Otto und freut sich auf das Konzert am 7. April.

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