Hundekot-Beutel

Große Wut über tierische Geschäfte

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Kleine Beutel, großer Ärger: Immer öfter ist in und um Bad Vilbel zu beobachten, dass Hundehalter die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner zwar wie vorgesehen in dafür bereitgestellten Beuteln auflesen. Doch dann landen die Beutel nicht im Mülleimer, sondern an vielen anderen Stellen.

Am liebsten würde man jenen, die die Kotbeutel ihrer Hunde einfach in der Landschaft entsorgen, wohl zurufen: „Leute, nehmt euren Sch... einfach mit!“ Doch damit ist es nicht getan. Jetzt beschäftigen sich mehrere Ortsbeiräte damit, dieses Problem in den Griff zu bekommen.

Es ist in allen Stadtteilen Bad Vilbels ein Problem: Beim Gassigehen bedienen sich zwar viele Herrchen und Frauchen an den von freiwilligen Paten bestückten Beutelstationen, doch nach dem Geschäft des Hundes werden die Beutel schnell entsorgt, egal wo. „Die Beutel liegen nicht nur am Feldrand oder an Niddaböschungen, sondern sie werden an die Beutelstationen gehängt, sie liegen auf Privatgrundstücken und hängen sogar weit oben an Bäumen“, fasst der Dortelweiler Ortsvorsteher Herbert Anders (CDU) das Problem zusammen.

Zwei Anwohner der Siesmayerstraße müssen regelmäßig die Beutel in den Hecken und auf dem Rasen ihres Grundstückes auflesen. „Das ist schon mehr als ärgerlich, die ekligen Hinterlassenschaften fremder Hunde aufheben und entsorgen zu müssen“, sagt die Anwohnerin. Auch in der Kernstadt ist man also nicht davor gefeit. „Es gibt viele Beschwerden“, lässt der Fachdienst Bauwesen, zu dem der städtische Betriebshof gehört, über Kernstadt-Ortsvorsteher Kurt Liebermeister (CDU) mitteilen.

Zwei Spender gibt es im Bereich der Kernstadt, sie werden durch privates Engagement bestückt, schildert dazu Sandra Völker (CDU). Doch um das Problem in den Griff zu bekommen, seien viele weitere Beutelspender notwendig. „Das Problem ist ohne Eigenverantwortung der Hundehalter unkontrollierbar. Wir bräuchten viele Paten, um Beutelstationen an den Stellen aufzustellen, wo sie auch benötigt werden“, bilanziert Kurt Liebermeister.

So auch im Kur- und Burgpark. Hier fordert der Seniorenbeirat solche Stationen. Doch das sei ja nicht das Kernproblem, entgegnet Völker. Schließlich könne man sich ja im Bürgerbüro so viele Beutel abholen, wie man wolle.

An den kostenlosen Beuteln liegt es wahrlich nicht. Vielmehr an mangelnden Abfallkörben. Von dieser Seite geht der Ortsbeirat Dortelweil an das Problem heran. Dort hatte die SPD einen Antrag gestellt, weitere Abfallkörbe aufstellen zu lassen.

Bei einem Rundgang entdeckten die SPD-Mitglieder des Ortsbeirates dann auch mehrere wilde Mülldeponien im Stadtteil. Ursache für den Antrag war allerdings auch hier das Hundekot-Problem. Dort konzentriert sich das Problem vor allem rund um den Bahnviadukt an der Königsberger Straße, aber auch an der Fußgängerbrücke des Lupinenwegs.

Probleme gibt es nicht nur für die Landwirtschaft: Kälber können durch Hundekot im Futter der Mütter tot geboren werden, menschliche Nahrung wird verunreinigt. Das Gartenamt hat damit zu kämpfen, dass Beutel beim Mähen aufplatzen und ihren Inhalt großflächig verteilen.

Die Stadtverwaltung hat das Problem erkannt, es gibt aber auch Hindernisse. „Stellen wir Mülleimer in der Feldgemarkung auf, gibt es keine soziale Kontrolle. Gefahren durch Vandalismus sind hoch“, sagt Stadtsprecher Yannick Schwander. Er appelliert an alle Hundebesitzer, die Beutel bis zum Ortsrand und dem nächsten Mülleimer mitzunehmen.

Auch weiter werde sich die Verwaltung des Themas annehmen und über Lösungen nachdenken. Doch die Verantwortung bleibt eben bei Herrchen und Frauchen.

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