Ortsverband der Grünen

Grüne: Rabl kritisiert Chef

  • Thomas Schwarz
    VonThomas Schwarz
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Im Ortsverband der Grünen gärt es. Nach der Wahl von Clemens Breest am Samstag zum neuen Vorsitzenden (die FNP berichtete) ist ein langjähriges und engagiertes Mitglied sauer über den Ablauf der Versammlung: Ulrich Rabl.

Im Ortsverband der Grünen gärt es. Nach der Wahl von Clemens Breest am Samstag zum neuen Vorsitzenden (die FNP berichtete) ist ein langjähriges und engagiertes Mitglied sauer über den Ablauf der Versammlung: Ulrich Rabl. Er sitzt seit fast 13 Jahren für die Grünen im Stadtparlament. Und fühlt sich jetzt ausgegrenzt. Deswegen setzt er nun ein Protest-Zeichen: Er legt seinen Posten im Haupt- und Finanzausschuss sowie der Betriebskommission der Stadtwerke nieder.

„Das soll ein deutliches Signal meiner Unzufriedenheit sein“, sagte Rabl zur FNP. Sein Mandat im Parlament will er aber behalten – und auch weiterhin der Grünen-Fraktion angehören. Damit verhält er sich anders als Karola Götz und Ralph Mallmann, die bei der Kommunalwahl 2011 über die Liste der Grünen ins Parlament kamen, aber nach Reibereien ihre eigene, Die Neue Fraktion, gründeten. Breest hofft jedoch, dass die beiden nach der nächsten Kommunalwahl auch offiziell wieder zu den regulären Grünen zurückkehren, sagte der neue Partei-Chef gestern.

In seiner Kritik an Breest wird Rabl sehr deutlich: „Die Vorstandswahl war ein pastoraler Intriganten-Stadel“, schimpft er mit Blick auf den neuen Parteichef, der Pastor der Freien Evangelischen Gemeinde in Dortelweil ist. Breest habe „nicht alle Flügel der Partei mitgenommen“, und eine Aussprache bei der Wahl sei abgebügelt worden. Rabl gilt als sehr streitbar, aber auch als Finanzexperte. Im Gespräch mit der FNP kündigte er an, bei der Kommunalwahl 2016 nicht mehr kandidieren zu wollen – auch mit Blick auf sein Alter von inzwischen 70 Jahren.

Das alles nimmt Clemens Breest ernst, bleibt aber gelassen. Immerhin sei er einstimmig zum Vorsitzenden gewählt worden – selbst Rabl habe nicht gegen ihn votiert. Rabls Unmut kann Breest nur bedingt nachvollziehen. „Ich habe vor der Vorstandswahl versucht, ihn einzubinden – aber Gesprächsangebote hat er konsequent abgelehnt.“ Anders habe Rabls Frau Hannelore reagiert, die ebenfalls für die Grünen im Stadtparlament sitzt: „Sie hat sich in den Prozess einbinden lassen“.

Einen Richtungsstreit innerhalb der Bad Vilbeler Grünen sieht Breest nicht – er betrachtet Rabl als Einzelfall. Natürlich verliere die Fraktion mit Rabls Teilrückzug einen kompetenten Mann, räumt der Parteivorsitzende ein. Betont aber mit Blick auf seinen Vize Jens Matthias und Kassierer Robert Hübner, dass die Grünen auch andere Mitglieder hätten, die wirtschaftlich versiert seien.

(arz)

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