Grundschüler räumen ihren Schulweg auf

  • VonDieter Deul
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Zwei Bad Vilbeler Grundschulen haben bei der hessenweiten Aktion „Sauberhafter Schulweg“ ihre Umgebung vom Müll befreit. Allein an der Saalburgschule wurden 120 Kilo Müll gesammelt. Neben Verpackungsmüll gab es auch in diesem Jahr ungewöhnliche Funde, etwa einen schicken Rollkoffer samt Schlüssel. Die Schüler wurden für ihren Eifer mit einem Sparkassen-Scheck belohnt.

Die siebenjährige Natalie aus der Klasse 1 c der Saalburgschule ist empört: „Die ganzen Leute schmeißen ihren Dreck weg und wir müssen alles aufheben!“ Auch Sebastian aus der Vorklasse findet Müll „einfach eklig“. Waren es im vergangenen Jahr erst zwei Klassen, so machen diesmal 200 Saalburgschüler an der landesweiten Sammelaktion mit – bis auf zwei Klassen. Auch die Ernst-Reuter-Schule auf dem Heilsberg beteiligt sich.

Sabina Jung, die Lehrerin der 1c, hat ihre Schüler auf den Einsatz gut vorbereitet. Im Unterricht wurde über die Themen Umwelt- und Konsumverhalten gesprochen. Die Kinder vermeiden Verpackungsmüll, weil das Frühstück in der Brotbox ist und statt Einwegflaschen in jeder Klasse Wasserkisten stehen.

Uli Grimm hat ihre 18 Vorschüler mit neongelben Warnwesten der Verkehrswacht, Gummihandschuhen und Greifzangen ausgestattet. Das können sie gut gebrauchen, denn das, was später zum Vorschein kommt, ist wirklich eklig: eine noch gefüllte, aber aufgeweichte Packung gammeliger Zigaretten, eine Alcopop-Flasche, ein Schlauch, Zeitungspapier. Hinter einer Bushaltestelle liegen zerfledderte Jalousie-Lamellen – für die Kinder gut, weil das das Sammelgewicht erhöht, das landesweit verglichen wird. Im Gebüsch an einem Parkplatz kommt sogar ein dunkelblauer Rollkoffer zum Vorschein. Neugierig öffnen die Kinder ihn – aber er ist leer. Sogar die beiden Schlüssel hängen noch dran.

Obwohl sie nur wenige hundert Meter unterwegs sind, füllen die Schüler ihre grauen Müllsäcke verblüffend schnell. . Die Vermüllung von Straßen und Landschaften ist einer der häufigsten Bürgerbeschwerden, heißt es in der Beschreibung der Umweltkampagne der Hessischen Landesregierung.

Mehr Verschmutzung

Ebenso klagten die Städte und Gemeinden über die angewachsene Verschmutzung und die steigenden Reinigungskosten: Die hessischen Kommunen geben jährlich weit mehr als 200 Millionen Euro für die Reinigung öffentlicher Plätze aus. Ein großer Teil der Gelder könne eingespart und sinnvoller in Schulen und Kindergärten eingesetzt werden. Damit unterstütze die Kampagne die Bemühungen zahlreicher hessischer Kommunen in ihrem Einsatz gegen die latente Umweltverschmutzung.

Das honoriert auch die Sparkasse Oberhessen. Jede teilnehmende Schule erhält 100 Euro plus einen Betrag für die Anzahl der teilnehmenden Schüler. Die Saalburgschule bekommt von Bereichsleiterin Stefanie Krieg 340 Euro, die Ernst-Reuter-Schule 390 Euro. Das passe zu der Sparkasse, die Kinder und Jugendliche fördere und so Motivation für ihr Engagement schaffe.

Große Tischtennisplatte

An der Saalburgschule soll das Geld für Neuanschaffungen im Spielecontainer genutzt werden, in dem die Materialien für die Schulhofpausen lagern, erläutert Schulleiterin Evelyn Neumann. Bälle, Roller – es gibt immer Ersatzbedarf an der Schule. „Und wir sparen noch für eine große, runde Tischtennisplatte.“

In der Wetterau machten neben der Bad Vilbeler Saalburg- und Ernst-Reuter-Schule die Gemeinsame Musterschule Friedberg, die Brüder-Grimm-Schule in Friedberg-Dorheim, die Eichendorff-Schule in Ilbenstadt, die Jim-Knopf-Schule in Wölfersheim, die Frauenwaldschule Nieder-Mörlen und die Winterstein-Schule in Ober-Mörlen mit. In Nidderau beteiligte sich die Albert-Schweitzer-Schule im Stadtteil Heldenbergen.

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