Guter Schnitt führt zum Erfolg

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Unter die 30 besten Friseure Deutschland hat es Thomas Horinek geschafft. Das gehe nur mit Qualität. Die erbrächten nur gut ausgebildete und zufriedene Mitarbeiter, sagt er.

Etwa 80 000 Friseursalons gibt es in Deutschland, davon 8000 Ein-Mann-Betriebe, weiß Horinek. Intercoiffure, die Gilde, zu der er gehört, ist exklusiver: nur 650 Salons in Deutschland. Sie können sich heimlich testen lassen. Und dabei wurde Horineks Betrieb zu den 30 besten Deutschlands gekürt. Eine hohe Auszeichnung, verbunden mit ebenso hohen Ansprüchen.

Als Intercoiffure firmiert bei Horinek aber nur das Geschäft in der Frankfurter Straße, zwei weitere Filialen im Dortelweiler Brunnencenter und dem Karbener Selzerbrunnencenter werden mit differenzierten Preiskonzepten betrieben – „aber die Qualität ist überall die gleiche“.

Horinek zeigt auf eine Urkunde in seinem Büro, in der er als „Ritter“ ausgezeichnet wurde. Er hatte für die Intercoiffure betriebswirtschaftliche Konzepte zur Qualitätsbewertung erstellt. Horinek prüft für den Verband auch, ob neue Mitglieder dessen Kriterien gerecht werden. Da gehe es um Beratung, Service, Sauberkeit, auch um das Erscheinungsbildes des Salons. Kürzlich habe er einen Bewerber aus dem Main-Kinzig-Kreis getestet, aber ablehnen müssen.

Die jüngste Test-Aktion führte ein unabhängiges schweizerisches Prüfinstitut durch. Weil der Termin kurzfristig vereinbart wurde, kam Ramona, eine junge Kollegin, zum Einsatz. Sie ist im zweiten Gesellenjahr. Überhaupt: die Mitarbeiter. Sie sind für Horinek der Schlüssel zum geschäftlichen Erfolg. 50 000 Euro investiere er jährlich in die Weiterbildung seiner insgesamt 41 Beschäftigten.

Alleine das Tages-Engagement eines Trainers koste 1000 Euro. Erst vor kurzem gab es eine Mitarbeiterschulung bis 22 Uhr. Es dauere eben zwei Stunden, bis eine Strähne fertig sei. Zwei Meister begutachteten das Geschehen. An einem Wochenende können die Mitarbeiter ihren „Master of Color“ machen. Für die Ausbildung zweier Trainer hat er weitere 10 000 Euro ausgegeben. Alle wichtigen Themen werden im Team besprochen, mindestens einmal im Monat, sogar Umsätze. Auch eine Berlin-Tour mit Sightseeing und Trendscouting ist geplant. Das sei für die Motivation des jungen Nachwuchses wichtig, betont er. Geld allein reiche nicht mehr, um Motivation und Ehrgeiz der „Generation warum“ zu wecken. Deshalb setzt er auf die Firmenkultur mit Werten wie Freundschaft, Leistung und Gemeinschaft.

Das sei nötig, um dauerhaft Qualität zu gewährleisten, betont Horinek. Deswegen ärgert ihn auch die Mindestlohndebatte, die die ganze Branche in ein schlechtes Licht rücke. Bei ihm erhielten alle Mitarbeiter weit mehr als zehn Euro die Stunde. Wenn sie pro Stunde zwei Kunden hätten, aber pro Schnitt nur zehn Euro verlangten, bliebe nichts mehr übrig.

„Wir brauchen keine Mindestlohn-, sondern eine Mindestdienstleistungspreisdebatte“, sagt Horinek. Und berichtet, dass es nicht zuletzt wegen der Lohndebatte jetzt nur noch 30 000 Lehrstellenbewerber in der Friseurbranche gebe. Vor drei Jahren seien es noch 70 000 gewesen. „Wir haben einen extremen Fachkräftemangel“, klagt Horinek. Er verspricht: „Alle unsere Auszubildenden erhalten auch eine Stelle.“ Intercoiffure unterstütze auch Ausbildungsprojekte für Jugendliche in Armenvierteln und Krisengebieten, wie in Brasilien oder Herzegowina, um ihnen eine neue Lebensperspektive zu geben.

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