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Bauprojekt

Hallenbad-Abriss: Kaum geht's los, beschweren sich die Ersten über den Lärm

In der Bad Vilbeler Stadtmitte ist eine Menge los. Auf dem City-Parkplatz wird gerade eine Großbaustelle eingerichtet. Denn in Kürze beginnen die Abrissarbeiten für das alte Hallenbad, das einer neuen Stadthalle weichen muss.

Die Seniorin in ihrem VW Golf hat die Orientierung verloren: „Wo geht es denn jetzt hier wieder raus?“, fragt sie. „Auf diesem Abschnitt überhaupt nicht“, erhält sie zur Antwort. Es ist der Teil des City-Parkplatzes, der seit Montag nur noch für Baufahrzeuge frei ist. Darauf wird die Großbaustelle für den Abriss des alten Hallenbades und den Neubau der Stadthalle eingerichtet.

Am Dienstag und Mittwoch ist ein riesig langer Zaun um das gesamte Areal errichtet worden. Er beginnt an der früheren Ausfahrt aus dem Parkplatz, verläuft durch den westlichen Kurpark, dann entlang des Fuß- und Radwegs bis zur Büchereibrücke, um das Kurhaus herum und wieder bis zum Westteil des City-Parkplatzes.

Keine Frage: Die Baustelle braucht Platz. Denn hier geht es in den nächsten zwei Jahren bis zum Hessentag 2020 um gleich drei Projekte: den Abriss des alten Hallenbades, den Neubau einer 1200 Plätze fassenden Stadthalle und die Komplettsanierung des unter Denkmalschutz stehenden Kurhauses. Doch damit nicht genug: 50 Meter weiter im westlichen Kurpark wird auch noch ein Kongresshotel errichtet.

Das bedeutet für die Anwohner des Bereichs Schwarzer Weg/Niddastraße/Parkstraße jede Menge Baulärm. Entsprechend angespannt sind die Nerven. Bereits am ersten Tag hagelte es auf Facebook etliche Beschwerden.

Dabei war der große Spezial-Abrissbagger, der in zwei Teilen in der Nacht zum Mittwoch abgeladen worden war, noch gar nicht mal im Einsatz. Lediglich ein normaler Bagger entfernte die Büsche zwischen dem Hallenbad und dem alten Kurmittelhaus. Zudem wurden diverse Container für Büros, Material und Sanitäreinrichtungen abgeladen und auf dem Parkplatz ausgerichtet.

Baustellenleiter Wolfgang Winterscheid dirigiert alle Arbeiten, führt die Besprechungen mit Mitarbeitern der Feuerwehr, der Ovag und der Stadtwerke. Genau die sind die Auftraggeber der Abrissarbeiten. Erster Werkleiter Klaus Minkel hat die renommierte Firma BST Becker beauftragt, die auch im Rhein-Main-Gebiet zahlreiche Projekte hat. Auf rund 400 000 Euro beziffert er die Kosten für diese Arbeiten.

Während in dieser Woche die Vorarbeiten laufen, soll die Entkernung des alten Schwimmbades am kommenden Montag beginnen. „Wir schaffen zunächst alle beweglichen Sachen heraus. Dann werden alle Leitungen abgehängt, und die alte Decke wird nach und nach abgetragen.“ Die Entkernung werde rund vier Wochen dauern. Danach geht es an den eigentlichen Abriss des Gebäudes. „Zunächst reißen wir die Rotunde ab, danach das Kurmittelhaus und zum Schluss erst das eigentliche Hallenbad“, nennt der Baustellenleiter die Vorgehensweise der nächsten Wochen.

Für Baustellenleiter Wolfgang Winterscheid ist das allerdings eher ein kleineres Projekt, weshalb man auch mit einem recht kleinen Abrissbagger angerückt sei. Der Ausleger sei lediglich acht Meter, größere Bagger hätten Ausleger von bis zu 34 Metern. Hier sei das aber nicht nötig, da die Bauten relativ flach seien. Mit rund einem Dutzend Arbeitern will die Firma den Abriss der alten Gebäude bis Ende August erledigt haben. Ganz zum Schluss wird noch der Parkplatz zurückgebaut. Die Abrissfirma zieht ihre Maschinen ab, und eine neue Firma bringt Bagger und einen Kran, nämlich für den Bau der neuen Stadthalle.

Die Bauarbeiten haben noch gar nicht richtig begonnen, schon gibt es Ärger mit den Anwohnern. Auf Facebook haben sie sich zu Wort gemeldet. „Ohne Vorwarnung der Anwohner“ sei bereits um 5 Uhr mit den Arbeiten begonnen worden, Hammerschläge seien „durch die ganze Stadt gehallt“. Und ein anderer bemerkt ironisch: „Hauptsache an den Glascontainern hängen Schilder, ab und bis wann man Flaschen einwerfen darf.“

Baustellenleiter Wolfgang Winterscheid sagt, den großen Abrissbagger habe man nur in der Nacht und mit einer Sondererlaubnis nach Bad Vilbel transportieren und abladen dürfen. Im Regelfall würden „die Geräusche gering gehalten“. Gearbeitet werde von 7 Uhr bis 17.45 Uhr, kündigt er an.

Die Anwohner werden jedoch wachsam bleiben. Eine schrieb bereits: „Zumindest kommt so keiner auf die Idee, Bad Vilbel als Schlafstadt zu bezeichnen.“

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