Platz für Neues

Hallenbad und Kuranlagen sollen bis Ende August verschwunden sein

Die Arbeiten zum Abriss der alten Kuranlagen und des Hallenbades sind in vollem Gange. In dieser Woche wird das Kerngebäude des Bades entkernt. Die Männer des Oberhausener Abbruchunternehmens BST haben jede Menge zu tun.

Baggerführer Arnd Willems betätigt zwei Hebel in seinem Führerhaus: Damit setzt er den großen Greifer seines Abrissbaggers in Bewegung. Die beiden Krallen fahren auseinander, dann fährt er seine Maschine noch einen Meter weiter nach vorne und setzt den offenen Greifarm an die Ecke. Die beiden Hälften schnappen zu. Wieder ist eine Ecke des alten Kurmittelhauses abgebissen.

Seit Tagen sind Arnd Willems und sein Kollege Alex Karavan mit zwei Baggern damit befasst, die beiden Gebäudeteile abzureißen. Das scheint gar nicht so einfach, „denn man kann das nicht so schnell machen, muss viele verschiedene Materialien berücksichtigen. Das hält auf“, sagt Willems in einer Pause. Der Plan zum Abriss der alten Gebäude ist klar: Zunächst musste die Rotunde dran glauben, in der sich früher die Kur- und Badegäste ausruhen konnten. Das eigentliche Kurmittelhaus mit seinen Therapiewannen und weiteren Räumen war als nächstes dran. Zuletzt wird das Hallenbad abgerissen.

Die Firma BST kommt nach Angaben von Bauleiter Wolfgang Winterscheid „planmäßig voran“. Vor vier Wochen haben die laut Stadtwerke-Leiter Klaus Minkel 400 000 Euro teuren Arbeiten begonnen. Zunächst wurden alle beweglichen Teile aus den ausgedienten Kuranlagen und dem Schwimmbad herausgeholt und zum größten Teil bereits abtransportiert. Arbeiter in Schutzanzügen haben die teils schadstoffbelasteten Objekte in einen festen Container verpackt und mit einer Plane abgedeckt.

Leserhinweisen, dass in dem alten Bad viel Asbest verbaut worden sei, widerspricht Minkel: „Es sind nur geringe Asbestmengen in Zusammenhang mit den Heizkörperverkleidungen entdeckt worden.“ Zudem begleite ein Schadstoffgutachter die Abbrucharbeiten, sagt der Chef der Stadtwerke, die Auftraggeber für die Abbrucharbeiten sind. Während ein Teil des Trupps am Kurmittelhaus zugange ist, hat der andere Teil bereits an der Außenfassade des alten Hallenbades gearbeitet. Dort sind die Buchstaben „Hallenbad“ ebenso verschwunden wie die hellen Klinkersteine und die Fenster der alten Schwimmhalle. Übrig bleibt ein graues Betongerippe, dem es in dieser Woche an den Kragen geht. Gemeint sind die Schwimmhalle und die Becken. Das abzureißen, dürfte nicht allzu lange dauern, „zumal wir hier fast keinen Keller haben“, sagt der Baustellenleiter.

Tag für Tag werden bei den Arbeiten mehrere Container gefüllt. Wie viele Kubikmeter Material letztlich entsorgt wird, kann der Stadtwerke-Werkleiter nicht sagen. „Der Abbruch geschieht gegen Entsorgungsnachweis, so dass wir erst am Ende das genaue Abbruchvolumen haben.“

Bis zum Ende des Monats will die Firma das alte Bad abgerissen haben, dann, zuallerletzt, „wird der Boden aufgenommen“. Sprich: Alle Fundamente und die Parkplätze werden zurückgebaut. Bis Ende August ist damit der Platz geschaffen für die neuen Bauten: eine große Stadthalle mit Tiefgarage und ein Hotel der Dorint-Gruppe. Bis zum Hessentag 2020 soll die Stadthalle mit rund 1200 Plätzen errichtet und die Sanierung des unter Denkmalschutz stehenden Kurhauses zumindest begonnen sein. Und 50 Meter weiter soll das Kongresshotel errichtet werden.

Dessen große Bedeutung für die Stadt hebt Minkel noch einmal hervor. 1977 sei Bad Vilbel eine Herzkur versprochen worden. „Die Stadt war in einem üblen Zustand wegen der Industriebrache rings um das Alte Rathaus und der Hüttenwerke von Betriebshof, Stadtwerken und Gärtnerei neben dem Burgpark sowie vieles mehr, zum Beispiel der tote Zentralparkplatz. Die Sanierung des Kurhauses, der Bau der Stadthalle und des Hotels sind jetzt der Abschluss der Herzkur, wofür durch neue Bücherei und die Auslagerung des Hallenbades die Grundlagen gelegt worden sind.“

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