Neue Bezahlmöglichkeiten

Per Handy teure Knöllchen vermeiden

  • Thomas Kopp
    VonThomas Kopp
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Kein Kleingeld für den Parkauto maten: Kommt vor und ist ärgerlich. Die Stadt Bad Vilbel will eine weitere Bezahlmöglichkeit auf ihren Parkplätzen schaffen, per Handy. Selbst wenn es dadurch hin und wieder zu Unannehmlichkeiten kommen könnte.

Als der SPD-Fraktionschef Christian Kühl zur Übergabe des Hessentags-Zuschlags in Wiesbaden war, hat er eine Idee mit nach Bad Vilbel gebracht. Denn in der Landeshauptstadt musste er nicht nach einem Automaten und Kleingeld suchen, sondern hat seinen Parkplatz per Handy-App bezahlt. Eine gute Sache fand er und bat um Überprüfung in Bad Vilbel.

Dem angenommen hat sich Katharina Rodriguez Althen von der städtischen Ordnungspolizei. Im Haupt- und Finanzausschuss am Donnerstagabend stellt sie Vor- und Nachteile vor. „Das Thema wird auf uns zukommen, es ist zeitgemäß“, nimmt Timo Jehner, Leiter der Straßenverkehrsbehörde, gleich vorweg. Das bestätigt Rodriguez Althen in den folgenden Minuten.

Gezielt stellt sie dabei auch „Smartparking“ vor, einen Zusammenschluss mehrerer Anbieter in diesem Bereich. Kunden könnten so wählen, welchem Anbieter und dessen Lösungen sie den Vorzug geben. Denn die Firmen haben unterschiedliche Einnahmemöglichkeiten. So können Parkscheine im Paket mit Einmalaufschlag für den Anbieter erworben werden, andere nehmen zehn bis 25 Cent pro Parkvorgang, teilweise in Kombination mit Aufschlag von zehn Prozent auf die Parkgebühren. Gezwungen, das teurere System zu nutzen, wird keiner, macht sie aber klar.

Warnung vor Ablauf

Denn auch weiterhin ist es möglich, per Kleingeld oder auch mit EC-Karte zu zahlen. Als Vorteil hat Rodriguez Althen die Flexibilität ausgemacht. Kommt man früher zu seinem Auto zurück, stoppt man die vorab gebuchte Zeit und wird minutengenau abgerechnet. Braucht man länger, kann auch die Parkzeit per Handy verlängert werden. Eine Warnung meldet sich zehn Minuten vor Ablauf der eingestellten Zeit.

Die Polizei bekommt Zugriff auf ein Kontrollprogramm und kann so überprüfen, ob per App bezahlt wurde. Denn einen Parkschein gibt es dann ja nicht. Für Kunden gebe es zusätzlich die Möglichkeit, freie Parkplätze anzuzeigen und sich dorthin lotsen zu lassen. Auch die beliebte Brötchentaste könnte in die App integriert werden. Andere Städte hätten mit dem System durchweg positive Erfahrungen gemacht, merkt Rodriguez Althen an. Aber wohl nicht ganz alle.

Denn Martin Gecks (FW) berichtet von Problemen in Oberstdorf. Haben Kunden Ärger mit dem Anbieter wegen ausstehender Forderungen, wendeten sie sich an die Stadt. Deswegen überlege die Verwaltung des Wintersportortes, das System wieder abzuschaffen.

Auch jetzt schon Ärger

Ein Einwand, den Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU) und auch Jehner durchaus zur Kenntnis nehmen. Doch sagt Jehner, dass es auch jetzt zu ärgerlichen Vorfällen im Zusammenhang mit der Zahlung der EC-Karte gibt. „Das betrifft aber nur eine Handvoll Menschen“, führt er aus.

Eine Abstimmung zum Thema ist am Ende nicht nötig, breite Zustimmung ist aber zu erkennen. Deshalb wird die Verwaltung nun die weiteren Schritte angehen.

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