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Lukas Storck war im Einzel nach dem Gewinn des ersten Satzes im Vorteil, als sein Gegner aufgeben musste. Und auch im Doppel war er mit Gleb Sakharov für die Eintracht erfolgreich.

Tennis

Hoch spannendes Spitzenduell

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Es war ein denkwürdiges Duell: Erst neuneinhalb Stunden nach dem ersten Ballwechsel stand mit Eintracht Frankfurt der Sieger im gutklassigen und ungemein spannenden Spitzenspiel der Hessenliga in Bad Vilbel fest.

Allein die beiden Bad Vilbeler Tennis-Cracks Niklas Schell und Jochen Bertsch verbrachten über fünf Stunden aktiv auf dem Platz. Ihre Einzel brachten in diese Hessenliga-Begegnung erst einmal diese unglaubliche Spannung, die dann bis zum Ende anhielt. Im letzten noch spielenden Doppel fiel dann um 19.30 Uhr die Entscheidung zugunsten von Eintracht Frankfurt und gegen den TC Bad Vilbel.

Die restlichen vier Einzel waren ebenfalls ansehnlich, jedoch in ihrem Ausgang eindeutig. Überraschend verlief das Duell der „Einser“, das der Brasilianer Daniel Dutra Da Silva gegen den in der Weltrangliste besser platzierten Franzosen Gleb Sakharov klar beherrschte. Der Vilbeler machte kaum Fehler, zwang seinen Widersacher stets in die Defensive und zu Fehlern. Umgekehrt verlief das Match der Spieler an Position zwei, in dem der Brasilianer Jose Pereira nur bis zum 4:6, 2:0 mithalten konnte. „Ich habe sehr gut aufgeschlagen und konnte meinerseits mit Returns Druck ausüben. Er hat nach dem Break zum 3:2 dann resigniert“, war Eintrachtler Sebastian Fanselow mit seiner Leistung zufrieden.

Jäh unterbrochen wurde das spannende Spiel zwischen Bad Vilbels Nummer sechs André Stenger und Lukas Storck. Den absolut auf Augenhöhe gespielten ersten Satz gewann der Frankfurter 10:8 im Tiebreak. Beim Stand von 2:0 für Storck im Durchgang zwei musste Stenger wegen Magenbeschwerden aufgeben. Den dritten Punkt für die Adlerträger holte Jan-Sören Hain (Nummer fünf) sicher gegen den Brasilianer Caio Claudino.

Die Vergleiche auf den mittleren Positionen hatten es in sich. Der schwach aufschlagende Jochen Bertsch (Nummer vier) lag gegen Björn Petersen bereits 2:6, 2:5 zurück. „Ich habe immer an mich geglaubt. Schließlich war es nur ein Break“, sagte hinterher Bertsch, der sich plötzlich besser bewegte, viel besser aufschlug und risikoreicher spielte. Bei 4:5 und 30:40 hatte der Frankfurter einen Matchball, doch den wehrte Bertsch ab, holte sich mit 7:4 den Tiebreak und schließlich auch den Sieg.

Dauerte diese Begegnung schon zweieinhalb Stunden, sollte das auf diesem Platz darauf folgende Match dies noch toppen. Dabei deutete im ersten Satz nichts auf nur eine Spur Spannung hin. Niklas Schell fand gegen den routinierten Franzosen Axel Michon nicht ins Spiel. 18 Minuten dauerte es bis zum 0:3, ebenso lang brauchte Schell, um beim Stand von 0:6, 1:0 endlich das erste Break im Spiel zu schaffen.

Den Grundstein legten seine Trainer. Schell, der seit Jahren als eines der größten hessischen Talente gilt, bekam die richtige Taktik mit auf den Weg. Mit seiner Spin-Vorhand auf die Rückhand des Linkshänders griff er den als Antwort folgenden gegnerischen Slice sofort an und vollendete mit sehr starkem Netzspiel. Viele Punkte gelangen ihm gegen den sehr weit hinten stehenden Franzosen auch mit Stopbällen. Der zweite Satz war ebenfalls einseitig, ging allerdings mit 6:1 an Schell.

Danach schaffte es der Bad Vilbeler nicht mehr, das taktische Konzept so konsequent einzuhalten, Michon fand nun auch ein Gegenmittel, er spielte verstärkt über die Rückhand von Schell. Im zweiten Durchgang konnte der Vilbeler diese oft umlaufen, um die wirksame Vorhand zu spielen. Als die Kräfte ein wenig nachließen, musste er die Bälle mit der Rückhand nehmen, wobei er viele Fehler machte. Michon gelang ein Break zum 1:3, vergab dann aber Spielbälle zum 2:5. Schell nutzte seinen dritten Breakball und glich aus. Beiden Akteuren merkte man nun die drei Stunden auf dem Court an. Vor dem Tiebreak bildeten die Mitglieder beider Teams eine „Wand“ gleich hinter der jeweiligen Bank, um ihren Spieler ganz aus der Nähe anzufeuern. Auch die Fans gingen mit, die Kräfteverteilung war ähnlich ausgeglichen wie auf dem Court. Nach dreieinhalb Stunden Spielzeit erzielte Schell mit einem Aufschlagwinner den Punkt zum 8:6.

Bei 3:3-Gleichstand entscheidet oft das glücklichere Händchen bei der Aufstellung der Doppel. Und das hatten diesmal die Frankfurter. Sie stellten gegen die starken Brasilianer den müden Michon mit Petersen und machten dafür das zweite und dritte Doppel stark. Dass Bad Vilbel ohne den starken Doppelspieler Stenger im dritten Paar schwächer sein würde, war voraussehbar gewesen.

Und so stand es 4:4. Alle versammelten sich einmal mehr um den mittleren Court, wo auf Bad Vilbeler Seite – wie könnte es an diesem Tag anders sein – wieder die altbekannten Protagonisten Bertsch und Schell standen. Diesmal hatten das bessere Ende nach dem gutklassigen Match aber die Gäste: Sakharov/Storck holten um 19.30 Uhr, also neuneinhalb Stunden nach dem Beginn der Veranstaltung, schließlich den entscheidenden Punkt.

Die Bad Vilbeler zeigten sich am Sonntag aber schon wieder so weit gut erholt, dass es zu einem 7:2 beim TK Langen reichte, was auch ihnen weiter die Chance auf den Titel belässt (ein ausführlicher Bericht folgt morgen).

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