Konzept für südlichen Quellenpark

Hochwasser und Verkehr sorgen Bürger

  • Thomas Kopp
    VonThomas Kopp
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Jetzt sind die Bad Vilbeler Bürger am Zug, eventuelle Einwände zur künftigen Großbaustelle im südlichen Bad Vilbeler Quellenpark vorzubringen. Bei einer Informationsveranstaltung im Rathaus kamen auch rund 30 Nachbarn und andere Betroffene zusammen. Sie können ihre Bedenken nun auch schriftlich einreichen.

Westlich des Bahnhofes wird Bad Vilbel in den kommenden Jahren deutlich wachsen. Doch nicht die über 1000 neuen Einwohner der Stadt sind es, die den bereits ansässigen Vilbelern Sorgen machen. Es sind vielmehr Punkte, die immer wieder auf die Themenpalette gelangen.

Doch in der Bürgerinformation zum Baugebiet südlicher Quellenpark stellt Stefanie Horn, Geschäftsführerin des mit der Planung beauftragten Büros ROB Stadtplanung den jetzigen Entwurf zum Gelände vor. Die Henninger-Quartiergesellschaft hat sich auf dem Baugebiet mit rund elf Hektar Fläche für knapp 70 Millionen Euro gut 50 000 Quadratmeter gesichert, will hier vor allem Wohnbebauung, aber auch Gewerbe ansiedeln. Es ist ein Konzept mit viel Grün, Autos sollen größtenteils unter der Erdoberfläche verschwinden, der Lärm der nahen Main-Weser-Bahnstrecke soll durch einen Reihenhaus-Riegel gemildert werden. Als Blickpunkte dienen zwei Bauten mit einer teilweisen Höhe von sieben Stockwerken, die sich um einen zentralen Platz gruppieren. Über die Details berichtete die FNP bereits mehrfach.

Brücke fast weggerissen

Dieses Konzept erhält Lob. So von Peter Paul, der für die Grünen im Stadtparlament sitzt. „Der Plan ist gut durchgrünt, es ist das bisher beste Konzept für Bad Vilbel.“ Andere Bauträger könnten sich hier ein Beispiel nehmen. Doch Paul spricht auch ein Thema an, dass auch andere Bürger besorgt. Denn durch die weitere Verdichtung stelle sich die Frage, wie Regenwasser vernünftig abgeleitet werden könne. Paul schlägt im geplanten Grünzug zwischen Wohnbebauung und künftigen Gewerbeansiedlungen in Richtung Massenheim Teichanlagen vor.

Andere Bürger wiederum regen an, die komplette Kanalisierung noch einmal durchzumessen. Denn sowohl von den schon im Bau befindlichen Häusern von Investor Dietmar Bücher, wie auch von dem jetzt geplanten Areal und auch von künftigen Gewerbeansiedlungen fließe Wasser in Richtung Nidda ab. „Die Kanäle können das nicht aufnehmen“, rechnet ein Bürger vor, dass bei Starkregenereignissen wie im Jahr 2003 das Wasser dann in der Huizener und Homburger Straße bis zu 60 Zentimeter über Straßenkante stehen könnte. Schon 2003 habe das Hochwasser fast die Niddabrücke weggerissen, Feuerwehrleute erinnerten sich noch gut daran.

Eine Argumentation, die Bauamtsleiter Erik Schächer gut nachvollziehen kann. „Starkregenereignisse haben zugenommen, unsere letzten Kanal-Untersuchungen in diesem Bereich stammen aus den 90er-Jahren. Wir werden das noch einmal prüfen“, verspricht er.

Doch auch ein Verkehrsinfarkt wird befürchtet. Bereits jetzt seien die Nordumgehung und die Homburger Straße extrem belastet, schildert ein Anwohner. Angesichts des geplanten Kombibads, dem Ausbau der alten Ziegelei und einer eventuellen Ansiedlung von Segmüller und anderen Unternehmen verbessere sich diese Situation wohl kaum.

Homburger im Blick

Erster Stadtrat Sebastian Wysocki (CDU) beruhigt hier aber. Die künftigen Bewohner des Quellenparks seien – wenn sie nicht mit den nahen Bahn fahren – über die Nordumgehung in Richtung B 3 und dann in Richtung Frankfurt unterwegs. Und auf der Nordumgehung führen sie dann bereits auf den zweispurigen Teil auf.

Doch auch hier soll es Untersuchungen geben. So sagt Claus Biermann, Fachdienstleiter Planung und Stadtentwicklung, dass man weiter ein Auge auf die Homburger Straße werfen werde. „Untersuchungen dazu wird es geben.“

Die Bürger haben nun bis Donnerstag, 16. März, Zeit, um ihre Einwände zu Papier zu bringen. Auch Termine beim Fachdienst Planung und Stadtentwicklung im Rathaus (zweiter Stock, Zimmer 242) sind möglich. Um telefonische Vereinbarung eines Termins wird gebeten unter (0 61 01) 60 22 82.

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