Betreuungsinitiative der Ernst-Reuter-Schule

Hoffen aufs Kinderparadies

  • Thomas Kopp
    VonThomas Kopp
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Im August, spätestens aber zum Beginn des neuen Schuljahres sollen etwa 30 Kinder der Ernst-Reuter-Schule (ERS) eine neue Nachmittagsbetreuung bekommen können. Doch vor dem Erfolg steht die Arbeit. Viel Arbeit. Die Vorzeichen allerdings lassen ebensoviel Hoffnung aufkommen.

Schon oft wurden Projekte ehrgeizig angegangen, sind dann aber an der Ausführung gescheitert. Das allerdings, was Tina Antmann, Katja Hellebrand und der neugegründete gemeinnützige Verein Betreuungsinitiative Ernst-Reuter-Schule plus (die FNP berichtete) bereits jetzt auf die Beine gestellt haben, hat sogar die Skeptiker und Ehemänner überzeugt. Denn allein die Sachspenden, die zur Neugestaltung eines in die Jahre gekommenen 90-Quadratmeter-Wohnhauses auf dem Areal des der Schule benachbarten Altenheimes auf dem Heilsberg zusammen kamen, sprengen schon jede noch so kühne Hoffnung.

Am kommenden Samstag, 7. März, steht ein Großeinsatz von 40 bis 60 freiwilligen Helfern an, bei dem das sogenannte Königshaus in direkter Nachbarschaft zur Schule auf Vordermann gebracht werden soll. Was Vorsitzende Antmann und die Pressebeauftragte Hellebrand auf den Arbeitsplan geschrieben haben, verlangt allerdings auch viele helfende Hände.

Komplette Sanierung nötig

Rund um das Gebäude befinden sich Hecken, Gestrüpp und Bäume. Die müssen gestutzt oder entfernt werden. „Hier werden die meisten Helfer tätig werden“, meint Antmann. Doch auch drinnen gibt es viel zu tun: „Alle Tapeten, Böden, Türen, die Möbel und auch der Sanitärbereich müssen ab oder raus“, ergänzt Hellebrand. Zur Entsorgung stehen bereits Container bereit, die erste Spende. Denn die Frankfurter Fußwegreinigung (FRR), eine Tochter der Frankfurter Entsorgungs- und Service-GmbH (FES), stellt zwei Container für Bauschutt und Grünschnitt bereit. Das allerdings ist nur die Spitze des Eisbergs.

Mit viel Mut und Überzeugungskraft hat Antmann nämlich die Telefone bei regionalen und überregionalen Unternehmen glühen lassen. Und Erfolg gehabt: Allein die Ikea-Niederlassung in Nieder-Eschbach hat über ihre Weihnachtsbaum-Aktion „Knut“ einen Einkaufsgutschein in Höhe von 13 000 Euro zur Verfügung gestellt. „Das reicht für das komplette Mobiliar“, freut sich Antmann. Doch auch Raab Karcher (Fliesen), Joka (Laminat), STO (Wandbeläge), Kopp (Elektrotechnik), Ready (komplette Küche), Becker-Holz (Türen und Zargen), Schreinerei Pietät Schmidt (Schulranzenregal) und viele weitere große und kleine Firmen haben sich beteiligt. Die Stadt übernimmt den Baumschnitt.

Und auch am Samstag und darauf kommen nicht nur engagierte Laien, sondern auch Profis. So wird ein Unternehmer das Bad der dort bislang wohnenden Frau (sie ist Angestellte des Altenheims und hat nun dort eine Wohnung) in drei Arbeitstagen in einen Sanitärbereich mit drei Kabinen für die Kinder und einen Bereich für die Betreuer verwandeln. Der Graffiti-Künstler Helge „Bomba“ Steinmann verschönert die Außenfassade.

Direkte Verbindung

Die Betreuung übernimmt die Arbeiterwohlfahrt (Awo), die bereits Erfahrungen damit in der Stadtschule gesammelt hat. Das Essen für die Kinder mit Suppe, Hauptgang und Nachspeise kommt aus dem Altenheim, dort wird dann einfach mehr gekocht. Überhaupt sei die Kooperation hervorragend. „Einrichtungsleiter Matthias Schnitzler sind wir sehr zu Dank verpflichtet“, sagt Antmann. Der Verein hat dort schon ein eigenes Postfach.

Neben den 40 Eltern, die im Losverfahren Glück hatten und ihre Kinder in der Schule selbst betreuen lassen können, sollen nun nebenan weitere 30 Kinder versorgt werden können, und das mit direkter Verbindung zur Schule über ein Gartentor. „Wenn es überhaupt noch eine Lücke gibt, dann ist sie sehr klein“, freuen sich Antmann und Hellebrand.

Doch zufriedengeben will man sich damit nicht. „Nun geht es darum, für jede Familie den Bedarf zu ermitteln und eine Betreuung bis 17 Uhr anzubieten. Darüber hinaus soll es auch Betreuung in den Ferien geben“, schildert Antmann. Dafür ist auch weiterhin viel zu tun. Die anstehenden Arbeiten werden von den Arbeitsgruppen des Vereins weiter im Auge behalten.

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