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Immobilienbetrieb mit umstrittenem Gewinn

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Von: Thomas Kopp

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Ein Ergebnis, zwei Sichtweisen: Der Immobilienbetrieb der Stadtwerke Bad Vilbel hat nun sein Jahresergebnis vorgestellt. Das allerdings stellt sich nach Auffassung der Opposition als nicht so gut dar, wie Werksleiter Klaus Minkel dies präsentiert.

Um etwa eine Million auf 5,7 Millionen Euro angestiegen sind laut Stadtwerke-Betriebsleiter Minkel die Mietumsätze des Immobilienbetriebs. Damit verbunden ist auch der Anstieg beim Gewinn vor Steuern von 198 000 Euro auf nun 329 000 Euro. Minkel dazu: „Er wäre höher ausgefallen, wenn nicht die Stadtwerke wie stets die Bauzeitzinsen als Vorleistung auf die Zukunft sofort steuermindernd als Aufwand gebucht hätten.“ Für das laufende Jahr erwartet Minkel einen weiteren Anstieg der Mieteinnahmen auf dann sieben Millionen Euro.

Der Eigenbetrieb hat inzwischen das Projekt Europäische Schule und die beiden Bauabschnitte für WT-Systems abgeschlossen. In diesem Jahr sollen der Bau der Dreifeldhalle auf dem Heilsberg sowie in Kürze die Einrichtung einer Kindertagesstätte im Bürogebäude II in Dortelweil abgeschlossen sein. Weiter wird noch in diesem Jahr mit dem Beginn der Sanierung des Woolworth-Gebäudes und dem Baubeginn des Kombibades gerechnet. Der Bau von 60 Sozialwohnungen, behinderten- und rollstuhlfahrergerecht, sei angemeldet.

„Durch die Mitwirkung bei der Neuen Mitte, speziell der Büchereibrücke und des Brückencafés, sowie beim Woolworth-Gebäude setzt der städtische Immobilien-Betrieb auch wichtige Akzente bei der Stadterneuerung und Stadtreparatur. Das verbessert die Anziehungskraft der Stadt für Einheimische und Auswärtige stark“, ist Minkel überzeugt.

Viel Unverständnis

Natürlich nehme der Eigenbetrieb für seine Tätigkeit Kredite auf. Die würden aber mit hohen Tilgungsraten abgezahlt, so dass unter dem Strich ein erheblicher Vermögenszuwachs stehe, den der Immobilienbetrieb für die Stadt und ihre Bürger erwirtschafte.

Wegen der von ihr eingebrachten Grundstücke könne zudem die Stadt mit steigenden Ausschüttungen des Immobilienbetriebes rechnen, die den städtischen Haushalt entlasteten. Nach 161 000 Euro für das Jahr 2013 werden es 280 000 Euro für 2014 sein. Danach wird sich dieser Betrag in Richtung 400 000 Euro bewegen.

Leider sei dem Eigenbetrieb in der Vergangenheit in der politischen Auseinandersetzung viel Unverständnis entgegengebracht worden, „auch wurden die Leistungen verzerrt und entstellt“, sagt Minkel. Und weiter: „Die Dauerkritiker sollten sich aber einmal fragen, um wie viel ärmer unsere Stadt ohne den Immobilienbetrieb dastünde, der manche Aufgabe schultert, die von der Stadt nicht geschultert werden kann, angefangen von der Entwicklung des Stadtteils Dortelweil-West, der seinerzeit von SPD und Grünen abgelehnt worden ist“, schildert Minkel.

Während Minkel von der CDU Bad Vilbel naturgemäß viel Lob für seine Arbeit einheimst, sieht man die Zahlen bei der SPD durchaus kritischer. Klaus Arabin, der in der Betriebskommission der Stadtwerke sitzt, zeichnet ein anderes Bild. Er macht klar, dass dem Betrieb nach Abzug der Steuern ein Gewinn von 209 000 Euro bleibe.

Auf Kante genäht

Davon allerdings müssten die von Minkel genannten 280 000 Euro Pacht an die Stadt gezahlt werden. „Somit müssen die Immobilienbetriebe im zweiten Jahr in Folge diese Zahlungen zum Teil aus den Gewinnrücklagen bestreiten.“ Das sei noch nicht dramatisch, da genug Rücklagen vorhanden seien. Doch auch für das nächste Jahr zeichne sich ein ähnliches Bild ab. Minkel arbeite nicht unseriös, doch die Situation sei nicht so ertragreich, wie sie von ihm dargestellt werde. „Es ist alles knapp kalkuliert und auf Kante genäht“, fasst Arabin zusammen.

Er sei nun auf die nächste Sitzung der Betriebskommission gespannt. Denn dabei werde es wohl um die Kalkulation rund um das Woolworth-Gebäude gehen.

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