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Innenstadt steht mit Aktionstag ganz im Zeichen Martin Luthers

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?Halte deine Träume fest, lerne, sie zu leben? und weitere Lieder singt der Kirchenchor unter der Leitung von Frauke Frommhold.
?Halte deine Träume fest, lerne, sie zu leben? und weitere Lieder singt der Kirchenchor unter der Leitung von Frauke Frommhold. © Susanne Krejcik

In der Vilbeler Kernstadt war gestern mächtig was los. Von Buchdruck, über Gesang, Essen und Diskussionen gestaltete sich der gestrige Aktionstag zum Luther-Jubiläum. Die evangelischen Kirchengemeinden der Stadt haben den Luther-Tag organisiert und die Stationen betreut

In der Stadtbibliothek ist eine Druckerpresse aufgebaut. Ein Replikat aus dem Jahr 1450, welches 1992 gebaut wurde. Rund um die Druckerpresse hat sich eine große Menschentraube gebildet. Alle wollen sehen, wie man vor rund 500 Jahren Seiten gedruckt hat. Und das Beste: Die Zuschauer, insbesondere die Kinder, dürfen es selbst einmal ausprobieren. Die Druckerpresse ist der Bibelgesellschaft Kurhessen-waldeck entliehen.

„Wir haben für heute eine Druckplatte ausgesucht, auf der die Weihnachtsgeschichte vorgeprägt ist“, erzählt Pfarrer Ingo Schütz der Christuskirchengemeinde. Die Kinder durften dann ihre selbst bedruckte Seite mit nach Hause nehmen. Als Geschenk obendrauf gibt es die Weihnachtsgeschichte noch als Pixi-Buch.

Die 13-jährige Kim aus Bad Vilbel hat es auch versucht: „Es ist super interessant und die Gelegenheit eigentlich einmalig“. Die Leiterin der Stadtbibliothek Bettina Hoppmann-Schrader ist ebenfalls begeistert: „Ich freue mich, dass so viele Menschen unterwegs sind und so starkes Interesse zeigen.“ Auch vor dem Kurhaus ist am Reformationstag viel los. Dort wird die frisch zubereitete Erbsensuppe verkauft.

„Der gesamte Vorstand und viele weitere Ehrenamtliche der Gronauer Feuerwehr helfen heute mit“, so Kassiererin Heidrun Schäfer. Bereits um 13 Uhr waren rund 500 Teller Suppe, 450 Würstchen und 250 Käsebrezel verkauft. „Das Luther-Bier ist bereits ausverkauft“, sagt Klaus Splittdorf, Vorsitzender der evangelischen Kirchengemeinde Massenheim. „Das hatten wir extra im Internet bestellt.

Ins Gespräch kommen

200 Flaschen helles und dunkles malziges Bier.“ Die evangelische Christusgemeinde hat am Kurhaus eine Luther-Tafel aufgestellt. Jede Gemeinde hat eine neue These formuliert. „Mit einem Nagel unter dem Plus oder dem Minus, kann man seine Zustimmung beziehungsweise Ablehnung ausdrücken“, erklärt Tobias Utter, der Vorsitzende des Dekanatssynodalvorstand im Evangelischen Dekanat Wetterau.

Die Christusgemeinde Bad Vilbel formuliert diese neue These: Die Kirche lebt vor Ort – weder in Rom, noch in Darmstadt. „Denn dort ist die Zentrale der evangelischen Kirche Hessen Nassau“, ergänzt Utter. Natürlich können die Bürger auch ihre eigenen Thesen formulieren und anschlagen.

„Das Ziel ist es, dass die Menschen miteinander ins Gespräch kommen und über die Thesen diskutieren.“ Der Andrang an der Luther-Tafel ist groß. „Ich habe eine These formuliert, in der es darum geht, dass Gottes Wort nicht nur zur Wissensvermittlung dient, sondern besonders zur Verhaltensveränderung“, so Hans Hoos (76) aus Bad Vilbel. „Das ist mir wichtig.“ Die Luther-Tafel hat Schreinerin Anette Schmidt entworfen und gebaut. Auf dem Platz vor dem Alten Rathaus wird derweil bei einer Podiumsdiskussion über diverse Themen gesprochen.

Religionsunterricht sinnvoll?

So diskutieren Thorsten Moos, Professor für Religionspädagogik, und Wolfgang Gebhard, Experte für Lebenskunde und Ethikunterricht des Humanistischen Verbandes Deutschland, über den Nutzen von Religionsunterricht an staatlichen Schulen. Moderiert wird die Diskussion von Ulrich Adolphs, Pressesprecher des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst. Moos spricht sich für den Erhalt des Religionsunterrichtes aus.

„Gerade in der heutigen Zeit von religiöser Pluralität ist der Orientierungsbedarf hoch und deshalb muss das öffentliche System einen Raum dafür bieten.“ Wolfgang Gebhard meint jedoch: „Diese Plattform sollte ein neutraler Ethikunterricht sein. Der Religionsunterricht ist nichts anderes als eine große Werbeveranstaltung für die Kirchen.“ Die Wasserburg bildet das musikalische Zentrum des Reformationsfeiertages. Auf der Bühne wird ein vielfältiges Programm geboten. Die Gambengruppe Pavanisten spielt zusätzlich mit Blockflöte, Hackbrett, Zister und Percussion und lädt die Gäste so zum Tanz ein. Die Band Bon der Christusgemeinde präsentiert Lieder wie „Heilig, heilig“ und „Allein deine Gnade“ auf der Bühne. Im Burgkeller können sich die Besucher, unter Anleitung von Musiklehrern der Musikschule Bad Vilbel, an historischen Instrumenten ausprobieren.

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