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Intelligentes Planen gefordert

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Der Straßenverkehr ist und bleibt in Bad Vilbel großes Thema. Durch die kommenden Zuzüge und den Neubau des Quellenparks wird sich die Lage sicher nicht von selbst bessern. In Massenheim überlegt man deshalb, das Verkehrsnetz völlig zu überarbeiten und an das 21. Jahrhundert anzupassen. Zu diesem Thema lud der Massenheimer CDU-Ortsverband am Sonntag zu einer Informationsveranstaltung ein.

Von Niklas Mag

„Ich bin heute nicht hier, um Lösungen zu präsentieren, sondern Defizite aufzunehmen und Ihnen zu sagen, wie diese zu lösen wären“, erklärt der Verkehrsexperte Rüdiger Storost den Anwesenden. Ungefähr 50 Personen sind in den Räumen der Kita Auenland erschienen, um sich über Möglichkeiten eines neuen Verkehrskonzepts zu informieren.

„Wir möchten klären, ob für Massenheim durch intelligente Planung positive Veränderungen für den fließenden Verkehr und den ruhenden Verkehr möglich sind“, heißt es auf dem Handzettel der CDU, den die Anwesenden erhalten. „Mensch oder Auto: Das ist natürlich etwas provokant formuliert. Wir wollen Mensch und Auto daraus machen“, schildert Joachim Schulz, Vorsitzender der Massenheimer CDU.

Bus wenig genutzt

Storost von der Firma IMB Plan hat sich die Verkehrssituation in Massenheim genau angeschaut. So spricht er als erstes über den Vilbus im Ort, denn da liege bereits das erste Problem. Seinerzeit sei der Vilbus als „Einkaufsbus“ für die außenliegenden Stadtteile konzipiert worden, später seien noch Schüler und Pendler hinzugekommen. Um Verkehrssituationen zu entlasten, könne man die Frequenz der Busse erhöhen oder auch reduzieren. Je nachdem, wie ein Bus angenommen werde. „Es ist festzustellen, dass Haltestellen in Massenheim nur 175 Fahrgäste pro Tag zählen, das ist eine sehr schwache Nutzung“, erklärt Storost.

In Gronau belaufe sich die Zahl auf 320 Fahrgäste, auf dem Heilsberg seien es sogar 430. „Für uns als Gutachter bedeutet das, dass es wenig Bedarf gibt“, fährt er fort. Die Stadtwerke legten 650 000 Euro jährlich für den Vilbus drauf. Bei einer Verkehrskonzeptplanung sei es wahrscheinlich, dass die Buslinie nach Massenheim deutlich verschlankt würde.

Um die Verkehrssituation in Massenheim weiter zu beruhigen, könnten Einbahnstraßen eingeführt werden, auch diese Möglichkeit hat Storost genau geprüft. Man müsse immer das ganze Netz beobachten und könne nie für einzelne Straßen entscheiden. Viele der Massenheimer Straßen würden bereits wie Einbahnstraßen genutzt, weshalb eine Verkehrsberuhigung durch solche Maßnahmen unwahrscheinlich sei, weiß der Ingenieur.

Die Aussage trifft bei den anwesenden Massenheimern auf Verständnis. Im verkehrsberuhigten Ortskern wird deutlich zu schnell gefahren. Schrittgeschwindigkeit ist eigentlich nur erlaubt. Die Eltern, die zum Kindergarten wollten, seien meistens jene, die am schnellsten führen, beschweren sich Anwohner des Ortskernes.

Disziplin oder Kontrollen

Storost erklärt, dass Schrittgeschwindigkeit nur bei einer Frequenz von einem Auto pro Minute eingehalten werden könne, das zeige jahrelange Erfahrung. Doch „auch wenn man der Meinung ist, dass Regelungen an bestimmten Stellen nicht sinnvoll sind, darf man sie noch lange nicht übertreten“, mahnt er.

„Ein Problem, wie es an dieser Stelle vorliegt, ist nur durch Selbstbeherrschung oder Geschwindigkeitskontrollen zu lösen“, erklärt er den Massenheimern. Die Zukunft wird zeigen, ob Storost mit seinem Büro an einer Verbesserung der Massenheimer Verkehrssituation arbeiten darf.

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