Wahl zur Ortsvorsteherin

Irene Utter übernimmt in Massenheim

  • VonDieter Deul
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Machtwechsel in Massenheim: Irene Utter, CDU-Fraktionschefin im Stadtparlament, wurde zur Ortsvorsteherin gewählt. Sie löst Bernd Hielscher (SPD) ab. Doch wurde schon in der ersten Sitzung deutlich, dass sich die Ortspolitiker auch künftig parteiübergreifend entscheiden wollen.

Vier neue Gesichter gibt es im Massenheimer Gremium, das nur neun Mitglieder hat. Neben dem Ehepaar Irene und Tobias Utter wird an der Seite des früheren Ortsvorstehers Bernd Hielscher (SPD) auch dessen Frau Annette mitarbeiten. Ebenfalls neu ist Kai Böcking (CDU).

Hielscher kandidierte erneut, Parteikollegin Ricarda Grimm warb für ihn, er sei seit 20 Jahren im Gremium aktiv, habe bei der Wahl das beste Einzelergebnis erzielt, großen Rückhalt bei Bürgern und Vereinen. Er versuche, durch Hartnäckigkeit Themen zum Abschluss zu bringen und alle Fraktionen ins Boot zu holen.

Fünf zu vier Stimmen

Doch das, konterte Jochen Schulz (CDU) kühl, sei etwas, das man von einem Ortsvorsteher erwarte: „Nicht mehr und nicht weniger.“ Die CDU, die mit 50,4 Prozent die Wahl gewann, nominierte Irene Utter. Das Ergebnis war kaum überraschend: fünf Stimmen für Utter, vier für Hielscher. Er hatte das wohl geahnt, als er noch bei der Sitzungseröffnung appellierte, „auch in Zukunft fair und sachlich miteinander umzugehen“. Auch Utter kündigte nach ihrer Wahl an, „gemeinsam für die Interessen Massenheims zu streiten“.

Beim ersten Antrag der neuen Legislaturperiode wurde rasch klar, dass die Massenheimer weiter jenseits von politischen Lagern entscheiden wollen. Die SPD beantragte, dass die Stadt die Frist bis zum 2. Mai nutzen solle, um eine Veränderung im Bundesverkehrswegeplan zu fordern. Der dreispurige Ausbau der B 3 von Kloppenheim nach Massenheim solle auf vordringlichen Bedarf aufgestuft werden. Dafür gab es heftigen Widerspruch des Grünen Peter Paul. Das bringe nur noch mehr Verkehr und Abgase, hektarweise würden Bäume gerodet. Ein „Rieseneingriff“ sei das, der doch nur dazu diene, eine Entlastungsstrecke für die A 5 quer durch die Wetterau zu bauen.

Bürger ist überrascht

Tobias Utter entgegnete, der vierspurige Ausbau entspreche den ursprünglichen Plänen. Trotz des S-Bahn-Ausbaus sei der Straßenverkehr schon da, zudem müsse nur auf der westlichen Seite gerodet werden. Auch, weil der Ausbau nicht in zu vielen Teilstücken erfolgen solle, werde man den SPD-Antrag unterstützen. Schließlich endete die erste Abstimmung mit einer ungewohnten CDU/SPD-Mehrheit gegen die Stimme des Grünen.

Schon nach 40 Minuten schloss Utter die Sitzung – so schnell, dass Bürger Werner Blank ganz überrascht war. Er wollte im anschließenden Bürgergespräch noch etwas zu seinem nach vielen Jahren endlich erfüllten Wunsch nach einem Wartehäuschen sagen, ein Erfolg, über dessen Urheberschaft sich die Massenheimer CDU und SPD bereits heftig gestritten haben – aber da war schon alles vorbei.

(dd)

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