Marktmeister in Bad Vilbel

Jens Gonera und Thomas Juszcak sind neue Technik-Chefs des Volksfests

Jens Gonera und Thomas Juszcak sind Bad Vilbels Neue Marktmeister. Viel verändern wollen die beiden jedoch fürs erste nicht. Was daran liegt, dass ihr Vorgänger seine Arbeit immer perfekt gemacht hat – und damit müssen die beiden in riesige Fußstapfen treten.

„Ich glaube Klaus Zeller hat uns eine Mammutaufgabe hinterlassen“, sagt Jens Gonera. Zusammen mit seinem Kollegen Thomas Juszcak übernimmt er ab dem nächsten Jahr die Organisation des Vilbeler Marktes von Altmeister Klaus Zeller, der 16 Jahre dafür verantwortlich war. „In der Zeit hat sich viel etabliert, vieles läuft mittlerweile von alleine“, weiß Gonera. „An diesen Stützen des Marktes wollen wir nicht rütteln. Zum Beispiel klären die Schausteller viel untereinander. Natürlich gibt es trotzdem noch immer manchmal Probleme, da kommen wir dann ins Spiel.“

Erfahrungen mit einem Jahrmarkt dieser Größe haben die beiden zwar noch nicht, unvorbereitet gehen sie jedoch auf keinen Fall an den Start. „Bei der Stadtpolizei Hanau, wo ich davor tätig war, habe ich schon Erfahrung mit Wochenmärkten gemacht, aber, das hier ist natürlich nochmal eine ganze Nummer größer“, gibt Gonera zu. Die Vorbereitungen seien intensiver, es müsse im Vorfeld viel koordiniert werden. „Die sieben Tage Vilbeler Markt sind am Ende weniger als der i-Punkt im Verhältnis zu der ganzen Arbeit.“

Damit dies alles klappt, waren die beiden zukünftigen Marktmeister schon in diesem Jahr in die Planungen involviert, so konnten sie Zeller über die Schulter schauen und von der langjährigen Erfahrung profitieren. Aber sie konnten sich auch schon einmal auf dem Markt umschauen, denn besucht hatten die beiden den Markt zuvor noch nicht.

„Hätten wir einfach so übernommen, wäre das ja nichts geworden“, sagt Thomas Juszcak. So konnten die beiden jedoch genau sehen, wann was zu erledigen ist. Damit können sie für das nächste Jahr einen

Zeitplan erarbeiten

, und diesen abarbeiten. „So können wir das Ganze systematisch angehen und im Krankheitsfall können die Kollegen notfalls auch darauf zugreifen“, erklärt Juszcak. „Außerdem ist Klaus Zeller ja auch nicht direkt im Ruhestand, fürs nächste Jahr wir er uns bei den Vorbereitungen noch etwas unterstützen.“ Und auch Carsten Feik, der bisher als zweiter Marktmeister Zeller unterstützt hatte, bleibt als dritter Marktmeister dem Bad Vilbeler Markt erhalten.

Dass gleich zwei Personen Klaus Zeller ersetzen, ist den sich immer komplizierter werdenden Umständen geschuldet, weiß der Pressesprecher der Stadt Bad Vilbel Yannick Schwander: „Seit Klaus Zeller vor 16 Jahren angefangen hat, sind die Auflagen immer mehr geworden, immer mehr rechtliche Voraussetzungen müssen beachtet werden. Im Punkto Datenschutz und Sicherheit hat sich seitdem besonders viel verändert. Wer hätte damals zum Beispiel damit gerechnet, dass wir uns über Terrorabwehr Gedanken machen müssen?“

Ein wichtiges Thema für die beiden neuen Marktmeister ist insbesondere das Thema Sicherheit. „Ich glaube hier sind wir auf einem guten Weg“, sagt Gonera. „In diesem Jahr hatten wir eine verstärkte Präsenz des Ordnungsamtes und der Polizei, das hat sich positiv ausgewirkt. Stress gab es kaum, das hätte ich nicht so erwartet.“ Hinzu kommt, dass Zeller während der Marktzeit 14 bis 15 Stunden am Tag auf dem Gelände war. „Er hat das zwar gerne gemacht, aber das ist heute einfach nicht mehr zumutbar“, weiß Schwander. „Zwei Personen können das einfach aufteilen. So ist immer jemand vor Ort, ohne das ein Berg an Überstunden geschoben werden muss.“

Und es hat noch einige andere Vorteile: „Dadurch, dass wir die Pläne für den Markt gemeinsam ausarbeiten, können wir Probleme besser abwägen und uns gegenseitig den Rücken freihalten“, sagt Jusczak. „Wenn wir beide gemeinsam an einem Strang ziehen, ist die Mammutaufgabe besser stemmbar. Wir müssen flexibel sein, denn immer wieder werden neue Herausforderungen auf uns zukommen. Sich dann untereinander abzustimmen, das ist schon ein großer Vorteil.“

Obwohl sie erst in zwei Jahren ansteht, wirft vor allem ein Ereignis seine Schatten vorraus: Die 200-Jahr-Feier 2020. Im selben Jahr wie der Hessentag feiert der Vilbeler Markt 200 Jahre Marktrechte. „Interessant wäre es, historische Karusells zu organisieren“, meint Gonera. „Man könnte stark auf die Geschichte eingehen und anschauen, wie so ein Jahrmarkt damals war. Ich denke da an Holzpferde, Feuerschlucker und so weiter. Das könnte man dort aufbauen, wo der Viehmarkt steht.“ Doch sei bis dahin ja noch Zeit und vorher stehe der Markt 2019 an.

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