Übung

Jugendfeuerwehren machen sich auf Firmengelände fit für den Ernstfall

Aus der Ferne sind Sirenen zu hören. Innerhalb weniger Minuten ist das erste Löschfahrzeug am Einsatzort eingetroffen: Der Späne-Bunker der Firma Landau in Dortelweil ist in Brand geraten und die Flammen breiten sich im Gebäude aus – zum Glück bloß ein Übungsszenario für die Jugendfeuerwehren Bad Vilbel.

Rund um das Gelände der Grünpflege Landau GmbH haben sich einige Zuschauer versammelt. Nur vier Minuten nachdem Klaus Splittdorf, Stadtjugendwart von Bad Vilbel, die Meldung per Funk durchgegeben hat, trifft das erste Löschfahrzeug der Feuerwehr Dortelweil ein. Die Jugendlichen eilen in ihrer blau-orangefarbenen Einsatzkleidung aus den Fahrzeugen. Feuerwehrschläuche werden rasch ausgerollt und an die Wasserversorgung angeschlossen. Kurz darauf heißt es: Wasser marsch! Gelöscht wird im Zweier-Team.

Unter der Anleitung von erfahrenen Feuerwehrleuten wird das fiktive Feuer von gelöscht. Gleichzeitig rennen einige Jugendliche in das Gebäude, um Verletzte zu retten und zum Rettungssammelplatz des Jugendrotkreuzes zu bringen, wo diese dann versorgt werden. Die Mienen der Kinder sind angestrengt und ernst.

„Wie im Ernstfall wird zuerst die Feuerwehr des betroffenen Stadtteils informiert, danach die Rettungskräfte und die Feuerwehr der Kernstadt und dann weitere Feuerwehren“, erklärt Splittdorf. In diesem Fall trafen die Jugendlichen der Feuerwehr Gronau schnell ein, da sie einen kurzen Weg zum Einsatz in Theodor-Heuss-Straße hatten. Bei der diesjährigen Übung sind die Jugendfeuerwehren Kernstadt, Dortelweil, Heilsberg, Massenheim und Gronau beteiligt. Auch die Jugendfeuerwehr aus Okarben und das Jugendrotkreuz Bad Vilbel machen mit. „Das ist wichtig, um die Rettungskette darzustellen“ sagt Splittdorf.

Das Brandszenario zieht zehn Verletzte mit sich. Die Verletzten werden von zwölf Kindern der Kinderfeuerwehren Dortelweil, Heilsberg und Massenheim dargestellt. An der Übung sind über 60 Jugendliche im Alter von zehn bis 17 Jahren beteiligt. „Diese Übungen zeigen, wie gut die Jugendlichen das Gelernte in einer Stresssituation umsetzten können“; erzählt Hartmut Töpfer, stellvertretender Stadtjugendwart von Karben.

Die Zuschauer filmen stolz ihre Kinder, Enkel, Nichten und Neffen. Nicole Krug ist gekommen, um ihre Tochter zu sehen. Für sie selbst ist solch eine Situation nicht abwegig, da sie beim Deutschen Roten Kreuz arbeitet. Auch Hubert Stapkewitz ist gekommen, um seinen Enkel im Einsatz zu sehen. „Es ist toll zu sehen, wie ernst er seine Aufgabe nimmt und wir freuen uns ihn so unterstützen zu können“, sagt der Bad Vilbeler.

Nach einer knappen halben Stunde sind die fiktiven Flammen gelöscht und alle vermissten Personen aus dem Gebäude gerettet worden. Die Jugendfeuerwehren beginnen die schweren Feuerwehrschläuche wieder einzurollen. Beim Jugendrotkreuz hingegen herrscht noch geschäftiges Treiben. „Zuerst müssen alle Verletzungen versorgt werden, erst danach kommt die Bürokratie. Die natürlich auch dazu gehört“, erklärt Marcel Zuschlag, Jugendgruppenleiter von Bad Vilbel.

Klaus Splittdorf ist zufrieden: „In kürzester Zeit konnten zwei Drittel der Personen gerettet werden, das Feuer war schnell gelöscht. Die Jugendlichen sind hervorragend vorbereitetet worden und haben die Übungen mit dem nötigen Pflichtbewusstsein absolviert.“ Im Anschluss an die anstrengende Übung können sich dann alle Teilnehmer auf ein zünftiges Grillfest am Gerätehaus freuen.

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