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Frühjahrskonzert

Kammerorchester entdeckt Beethoven

Die Mitglieder des Bad Vilbeler Kammerorchesters konnten sich freuen, als sie zu ihrem Frühjahrskonzert in die Heilig-Geist-Kirche einzogen: Das Publikum hatte sich trotz herrlichen Wetters

Die Mitglieder des Bad Vilbeler Kammerorchesters konnten sich freuen, als sie zu ihrem Frühjahrskonzert in die Heilig-Geist-Kirche einzogen: Das Publikum hatte sich trotz herrlichen Wetters zahlreich wie nie zuvor versammelt.

Der erste Teil des Programms war Pjotr Iljitsch Tschaikowsky gewidmet, dessen 175. Geburtstag gedacht wurde. Klaus Albert Bauer, Leiter des Orchesters, hatte bewusst „kleine Kostbarkeiten“ ausgewählt, die Tschaikowsky in seinem besonderen russischen Stil charakterisieren. Zu Beginn erklang der 3. Satz der Serenade für Streichorchester – ein Werk, mit dem Tschaikowsky zu seiner Zeit im Westen Europas bekannt wurde. Diese zarte, gefühlvolle Einstimmung lebte von der Konzentration und dem Wohlklang der Streicher und ließ eine besondere Atmosphäre im Kirchenraum entstehen.

Roland Horn, Mitglied des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters und Solist des Abends, verzauberte mit seinem Cellospiel das Publikum. Das Andante cantabile, arrangiert nach dem Streichquartett Nr. 1, op 11, ergriff alle Zuhörer. Gleichsam schwebend entwickelte sich die Melodie über einem Fundament von Akkorden und Pizzicati der Streicher, die sich jedoch ganz der Cello-Kantilene unterordneten.

Farbiger durch die Ergänzung von zehn Bläsern zum Streicherensemble erschien das Nocturne für Cello und Orchester d-Moll, arrangiert nach den Sechs Stücken für Klavier, op 19, Nr. 4. Roland Horn vermochte mit seinem Cellospiel – seinem wunderbaren Ton und dem harmonischen Miteinander mit dem Orchester – zu beglücken. Nach der Pause erklang erstmals in der 40-jährigen Geschichte des Bad Vilbeler Kammerorchesters Beethovens Fünfte Symphonie.

Dafür wurde das Orchester auf insgesamt 47 Musiker erweitert – zu den Holzbläsern traten jetzt noch Trompeten und im letzten Satz Posaunen, Kontrafagott und Piccolo-Flöte hinzu. Gebannt lauschte das Publikum der Satzfolge vom Beginn mit dem berühmten Schicksalsmotiv über einen herrlichen zweiten Satz mit lyrischen, aber doch immer spannungsgeladenen Passagen bis hin zum großartigen C-Dur Finale.

(fnp)

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