Projekt

Kinder lernen im Kunstverein kreatives Handwerken

Sägen, hämmern, schmirgeln, eintopfen: Die jungen Kreativen, die das Bauprojekt „Urban Nature“ des Kunstvereins Bad Vilbel besucht haben, lernten in ihrer schulfreien Zeit einiges dazu. So etwa auch, dass es bis zur perfekten selbst gebauten Holzskulptur ein weiter Weg sein kann.

Tasnim Adil-Dilla (14) zieht vorsichtig das scharfe Sägeblatt über den schmalen Holzbalken. Sie ist hochkonzentriert: Echte Präzisionsarbeit. Mit Werkzeugen hatte sie bisher kaum etwas am Hut, Sägen konnte sie nicht. „Das habe ich noch nie gemacht“, erklärt sie und fügt fröhlich an: „Man lernt hier total viel dazu.“

Tasnim ist eine der Teilnehmerinnen des Bauprojekts „Urban Nature“, das heute zu Ende geht. Vier Tage lang hatte der Kunstverein Bad Vilbel Kinder und Jugendliche dazu eingeladen, in den Vereinsräumen eigene Baumskulpturen zu gestalten – und diese anschließend auch auszustellen. Es war nur eines der vielfältigen Angebote aus Workshops und Mitmach-Aktionen, die der Kunstverein während der Sommerferien anbietet.

Wer Zeit und Lust hatte, konnte sich bei „Urban Nature“ mit Holz und Hammer ausprobieren. Damit sie am Ende aber einen fertigen Baum „im Blumentopf stecken“ hatten, wie Projektleiterin Samira Itrisu sagt, mussten die jungen Kreativen die einzelnen Schritte vorher gut planen und ebenso präzise ausführen.

„Zuerst wird eine Skizze gezeichnet und überlegt, wie man die Skulptur überhaupt gestalten möchte. Dann wird alles vermessen und ausgesägt“, erklärt Itrisu. Sehr wichtig sei, dass man alles mit Schrauben fixiert. Und: Die Bemalung dürfe natürlich nicht fehlen.

Anschließend werden die Bäume in Blumenkübel gesteckt und in Beton „eingepflanzt“. „Sie sind wieder herausnehmbar, damit man sie flexibel von einem Ort zum anderen bringen kann“, sagt Itrisu zu den Plänen mit den Skulpturen.

Wer die Teilnehmer beobachtet, merkt schnell: Sie arbeiten alle so eifrig wie Tasnim. Stundenlang werkeln sie im Kunstverein an ihren Bäumen. Patrick Frisch (9) und Dijos Dykes (9) versuchen sich zusammen an einem Baum. „Besonders mögen wir das Sägen und Schleifen“, sagen sie stolz und präsentieren ihre Skizze. Patrick zerkleinert ein Holzstück, während sein Partner Dijos mit einem Schleifschwamm die Unebenheiten einer Latte wegschmirgelt. Immer wieder besprechen sich die beiden – sie sind voll bei der Sache.

Iman Adil-Dilla (17) findet es gut, dass man kreativ werden kann. „Mir gefällt es hier sehr gut und ich freue mich darüber, dass die Bäume später in Bad Vilbel aufgestellt werden. So geht nichts verloren und man hat ein Andenken“, sagt er. „Ich mag es, dass wir alles selbst machen und sehr frei sind. Man bekommt nichts vorgeschrieben.“

Auch Neu-Handwerkerin Tasnim zieht ein klares Fazit: „Ich mag die Atmosphäre hier“, sagt sie.

„Der Kunstverein Bad Vilbel ist optisch sehr cool gestaltet und man kommt hier richtig in Stimmung.“ Dass sie sägen lernt, findet sie besonders cool. Und ihr gefällt ebenfalls die Gestaltungsfreiheit bei der Arbeit: „Wir können auch einen Baum zu zweit gestalten.“

„Alle sind motiviert, trotz der großen Hitze. Das macht total viel Spaß“, freut sich Itrisu über den Einsatz der jungen Künstler. „Es war schon aufwendig, den Workshop zu planen und alles Benötigte in den richtigen Mengen einzukaufen. Aber der Aufwand war es definitiv wert.“

Der Workshop ist Teil des Projektes „Kunst stärkt 2“, ein vom hessischen Ministerium für Kultur und Wissenschaft gefördertes Modellprojekt. Dank diesem können die Teilnehmer kostenlos an den Ferien-Workshops teilnehmen. Dieser bietet viele weitere Kurse an: Etwa eine Graffitischule, ein Straßenkunst-Projekt und ein Seminar namens „Videoüberwachung und Gesichtserkennung“.

Hier geht’s zum Programm

Infos zu den Kursen des Kunstvereins in den Ferien gibt es auf .

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