Evangelische Kita in Massenheim

Kita: Wiedereröffnung nach Wasserschaden

Vor knapp einem Jahr ereilte die Erzieherinnen der evangelischen Kita in Massenheim ein Schock: Die Tapete wellt sich, Wasser tritt aus. Knapp neun Monate lang fanden die Massenheimer Unterschlupf in Dortelweil, seit vier Wochen ist die Kita wieder bezogen. Und bei all der Hilfe und der ehrenamtlichen Arbeitsleistung darf eine große Eröffnungsfeier natürlich nicht ausbleiben.

Eine lockere Liturgie bildet den Rahmen für die Eröffnung der neuen Kita Massenheim. Im Atrium der fertig sanierten Kita steht der Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Johannes Misterek und begleitet ein bewegungsreiches Lied mit seiner Ukulele, Eltern und Kinder nehmen die Aufforderung zur Bewegung gerne an. Der Wasserschaden im Frühjahr 2016 hatte die Gemeinde dank der Versicherung wenig Geld gekostet, die Verantwortlichen dafür aber jede Menge Nerven – Eltern und Kinder eingeschlossen.

„Die Kinder haben Backsteine zusammengeklebt und damit dieses Haus gebastelt“, erklärt der Pfarrer den zahlreichen Anwesenden. Wofür sie dankbar sind, haben die Kleinsten auf den bunten Papiersteinen verewigt und auf das große Modell geklebt. Die Eltern sind an diesem Tag eingeladen, das Papierhaus mit weiteren Steinen zu erweitern. Pfarrer Misterek liest kurz vor: „Dankbar für die Dinos, dankbar für die Nestschaukel. Das christliche Leben bedeutet, aus Dankbarkeit heraus zu leben“, sagt der Pfarrer. Zur Eröffnung der Kita 1997 habe man einen großen Segenswunsch an die Wand gehängt, dieser galt nach dem Umzug als verschollen, sei aber kurz vor der Eröffnung wieder aufgetaucht. Ein gutes Omen, wie der Pfarrer findet. Auch der Dekan Volkhard Guth vom Dekanat Wetterau ist vor Ort.

599 Einrichtungen

Er beleuchtet in seinem kurzen Grußwort, warum die konfessionellen Kindergärten auch weiterhin so wichtig sind: „Es ist wunderschön zu sehen, was hier entstanden ist“, beginnt er. Evangelische Kindertagesstätten seien für ihn ein Kerngeschäft. Im Bereich der evangelischen Kirche Hessen-Nassau gebe es insgesamt 599 solcher Einrichtungen, das seien 43 000 Plätze. 22 000 davon mit Mittagessen, 28 000 mit Nachmittagsbetreuung. Von den Kindern seien 40 Prozent evangelisch, 16 Prozent katholisch und 13 Prozent muslimisch. Er nenne diese Zählen, weil „es meiner Ansicht nach der Auftrag der konfessionellen Kitas ist, diese Offenheit gegenüber anderen Religionen und Kulturen einzuüben, die die Gesellschaft braucht.“

Auch der Bad Vilbeler Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU) meldet sich mit einem kindgerechten Grußwort, alle Redner danken besonders der Dortelweiler Gemeinde für die schnelle Reaktion auf die Notlage der Massenheimer Kita, sowie dem Kirchenvorstand, allen voran Klaus Splittdorf. „Die Hälfte meines Jahresurlaubs habe ich da hinein investiert“, erklärt dieser später. Tagsüber habe es Baubesprechungen gegeben, Sitzungen mit der Stadt oder der Kirche. Natürlich gelte das auch für andere Mitglieder des Kirchenvorstands. Für Thomas Stöhr ist das für Bad Vilbel symptomatisch: „Man ist sich schnell einig gewesen, obwohl es so schnell gehen musste“, sagt er.

Bobbycar-Rennstrecke

Stöhr weiter: „Ich denke, dass auch die Entscheidung das Gebäude zu sanieren und nicht nur das Loch abzudichten, absolut richtig war.“ In Bad Vilbel denke man an die Bürger. Das hat seinen Preis: So erklärt Splittdorf, die reine Schadensumme habe bei 400 000 Euro gelegen, zusätzlich seien aber weitere 200 000 Euro in die Sanierung investiert worden. Davon trage die Stadt Bad Vilbel die Hälfte, 65 000 die evangelische Kirche Hessen-Nassau und 35 000 Euro die Kirchengemeinde selbst.

Doch sind die Arbeiten noch nicht abgeschlossen, denn man will das Außengelände der Kita noch auch Vordermann bringen. Hier warten erneut fünfstellige Ausgaben. 30 000 Euro betrage mittlerweile der Füllstand der Massenheimer Spendensäule. Auch habe man schon einen Plan, wie das Außengelände einmal aussehen könnte. „Da gibt es eine Bobbycar-Rennstrecke, ein Wasserspiel und ein eigenes Gelände um die Räumlichkeiten der U 3-Betreuung herum, das speziell für die Kleinsten angepasst sei, schildert Klaus Splittdorf.

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