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Er hatte immer alles im Griff: Die technische Leitung des Marktes werde er vermissen, erklärt Klaus Zeller.

Ruhestand

Klaus Zeller verabschiedet sich vom Vilbeler Markt

Seit Sonntag vor einer Woche ist er vorbei, der Bad Vilbeler Markt. Ein Jahr dauert es nun bis zur 199. Ausgabe des großen Volksfestes. Doch für Marktmeister und Ordnungsamtsleiter Klaus Zeller war es der letzte Vilbeler Markt, der unter seiner Leitung stattfindet. Der bekannte Bad Vilbeler geht im Sommer 2019 in den Ruhestand und hört auch als Leiter des Ordnungsamtes auf.

16 Jahre lang war Klaus Zeller verantwortlich für die technische Durchführung des Bad Vilbeler Marktes. „Es ist schon sehr viel Wehmut dabei“, gibt er zu, als sich die Marktwoche vor einigen Tagen dem Ende neigte.

In seinem Raum im Vereinsheim des DRK direkt am Marktgelände hat der Marktmeister und Chef der Bad Vilbeler Ordnungspolizei es angenehm kühl, ein Funkgerät liegt parat, wie auch zahlreiche Karten und Pläne vom Marktgelände. „Mit den Schaustellern habe ich über die Jahre ein gutes Verhältnis aufgebaut“, erklärt er. Die alljährliche Arbeit mit diesen werde er vermissen.

Der reibungslose technische Ablauf des Marktes war 16 Jahre lang seine Aufgabe. Sein Marktmeisterkollege Carsten Feik kümmerte sich seit jeher um den kaufmännischen Teil der Marktorganisation, berichtet Zeller, das werde Feik auch weiter so machen.

Die Verantwortung für die Technik beschränkt sich bei der Position des technischen Marktmeisters allerdings nicht nur auf den Vilbeler Markt, sondern umfasst alle Bad Vilbeler Veranstaltungen. „Egal ob die Caravaning-Tage oder die Gronauer Kerb organisiert werden müssen oder ob ein Verein nur etwas Strom für das Sommerfest benötigt. Um all das kümmere ich mich“, erklärt Klaus Zeller.

Zwei Nachfolger arbeitet er momentan ein, die während der vergangenen Markttage von ihm lernen sollten und in Zukunft zu zweit die Stelle des technischen Marktmeisters stemmen sollen. „Wir haben uns viel Zeit genommen, und ich habe versucht, beiden möglichst viel von meinen Erfahrungen aus den vergangenen Jahren zu vermitteln“, erklärt der Marktmeister. Ein enormer Aufwand sei es schließlich, die technischen Abläufe auf dem Markt zu gewährleisten. „Da steckt wirklich enorm viel dahinter, allein was beispielsweise die Versorgung der Stände und Hütten betrifft. In meinen ersten beiden Jahren bin ich auch ganz schön geschwommen“, erinnert er sich.

„So viel ist zu beachten. Was die Besucher dann vom Markt sehen, ist im Vergleich Pillepalle.“ Er sei jedoch zuversichtlich, dass die beiden Nachfolger wenig Probleme haben werden. Ein Nachfolger für die Leitung des Ordnungsamtes ist allerdings noch nicht gefunden. Denn auch diesen Posten wird Zeller räumen, wenn er im Sommer kommenden Jahres in den Ruhestand geht.

Seit 1985 ist er bei der Ordnungspolizei und leitet diese seit 1996. „Ich glaube, es gibt keinen Ort in Bad Vilbel, an dem ich noch nicht war“, meint Zeller und lächelt. Auch in dieser Position ist sein Aufgabengebiet groß. „Ich kümmere mich um Genehmigungsverfahren für Baustellen, Straßenkontrollen, Geschwindigkeitsmessungen, Dienste bei Veranstaltungen und um die Anordnung von Verkehrszeichen“, gibt er einen kurzen Einblick.

„Das hat mir alles immer sehr viel Spaß gemacht“, erklärt er und erinnert sich an Geschichten, über die er heute noch schmunzeln könne: „Wir haben mal im Feld einen Jugendlichen auf seinem Roller aufgegriffen. Er hatte kein Kennzeichen und keinen Führerschein“, erinnert sich der 64-Jährige. Man habe ihn nach Hause gefahren und seinem Vater übergeben. „Der wurde stinkwütend, hat dem Jungen vor unseren Augen eine geschossen und geschrien, warum er sich bloß habe erwischen lassen.“

Auch erinnere er sich gut an einen sturzbetrunkenen Zwölfjährigen, den er in Gronau aufgegriffen habe. „Wir haben daraufhin den Vater angerufen und ihm das mitgeteilt. Er meinte aber nur, es sei okay, er hätte es seinem Sohn erlaubt.“

Vieles habe er gesehen in seinen Dienstjahren, doch wolle er nun nach vorne blicken, in Richtung Ruhestand. „Meine Frau ist Indonesierin. Dann können wir ihre Familie mal etwas länger besuchen und vor allem auch mal im Sommer.“

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