Verkehrspläne für Massenheim

Für ein Konzept ist’s zu eng

  • Thomas Kopp
    VonThomas Kopp
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Das Heilsberger Verkehrskonzept ist gerade vorgestellt worden, da geht schon das nächste Fass in einem anderen Stadtteil auf. Doch die Mehrheit des Haupt- und Finanzausschusses lehnte ein Konzept für Massenheim ab. Obwohl die Kosten dafür überschaubar gewesen wären.

Es wird oft brenzlig im alten Ortskern von Massenheim. „Über die Verdichtung der Bebauung, An- und Umsiedlung von Gewerbe und die neuen Wohngebiete ist eine Situation entstanden, in der freie Fahrt nur schwer möglich ist“, begründen die SPD und die Grünen einen Antrag zum Haushalt im Haupt- und Finanzausschuss. 10 000 Euro wollen die Fraktionen in den Etat eingestellt sehen, mit denen sich Verkehrsexperte Rüdiger Storost ans Werk machen und ein neues Verkehrskonzept erstellen kann. Doch CDU, FDP und Freie Wähler lehnen das ab, so dass auch das Parlament diesem Nein folgen dürfte.

Und das obwohl Christian Kühl (SPD), Ortsvorsteher des Heilsbergs, aber mit familiären Wurzeln in Massenheim, noch einmal genauer auf die Situation eingeht. „Der Ort erfreut sich einer lebendigen Gastronomie-Szene, das führt vor allem abends zu wildem Parken und Engstellen an einer gefährlichen Kurve.“

Kreative Lösungen gefragt

Und auch der vergrößerte Laupus-Hof zwischen Massenheim und Harheim rufe mehr Lastwagen-Verkehr hervor. Harheim hat bereits abgelehnt, die Lastwagen durch den Ort fahren zu lassen und einen Feldweg zu verbreitern, das bleibt an Massenheim hängen. Ein Vorschlag von Rudolf Laupus selbst dazu lautete, die Brücke vom Mühlengrund über die B 3 für den Verkehr freizugeben. Dort fahren bislang nur Radfahrer und der Vilbus offiziell, alle anderen nutzen den Weg illegal als Schleichweg.

Kühl verwies auf das Ergebnis auf dem Heilsberg: „Wir haben hier sehr viel Neues erfahren, das wir als Laien gar nicht in unsere Überlegungen einbeziehen konnten. Wir waren überrascht, wie viele Aspekte zu berücksichtigen sind.“ Es schade nichts, die Summe jetzt einzustellen, „was Storost sagt, bringt auch was“.

Auch der Ortsbeirat Massenheim hatte sich einstimmig für das Konzept ausgesprochen. Dort stimmte auch Ralf Wächter (CDU) zu: „Wir brauchen kreative Lösungen“, bis hin zu einem Parkdeck, betonte er (die FNP berichtete).

Kaum Spielräume

Doch innerhalb der Mehrheitskoalition scheint man nun die Meinung dazu geändert zu haben. Irene Utter unterschreibe all die Beschreibungen, die seitens der Opposition geäußert wurden, „ich habe aber Zweifel, dass die Situation durch ein Verkehrskonzept zu verbessern sein wird“. Auch sie als zugezogene Massenheimerin kenne die Probleme mit den Lastwagen, Kita-Eltern und jenen Autos, „die durch die Breite Straße rumpeln“. Doch auch sie alle müssten irgendwo durch. „Wir haben kaum Handlungsspielräume“, bilanzierte Utter.

Erster Stadtrat Jörg Frank (CDU) bezweifelte zudem, dass 10 000 Euro für ein neues Verkehrskonzept ausreichen würden, das Heilsberger habe 14 500 Euro gekostet. Zudem sei Massenheim früh berücksichtigt worden und mit der Nordumgehung schon gut bedient. Und schließlich habe der Ortsbeirat selbst gewollt, dass der Vilbus weiter mitten durch den Ort fahre. Kühl widersprach bei den Kosten, der Heilsberg sei um einiges größer, 10 000 Euro seien durchaus realistisch.

Doch auch Karl-Peter Schäfer (CDU), Ortsvorsteher von Gronau, sprach sich gegen das Konzept aus. Gleiches sei für Gronau überlegt, aber aus finanziellen Zwängen heraus verschoben worden. „Ich sehe keinen Punkt, das Konzept jetzt hier zu initiieren.“

Die CDU erhofft sich nun Anregungen vom Verkehrsexperten Rüdiger Storost, den sie für den 12. April zu ihrem „informativen Frühschoppen“ eingeladen hat. Dazu sagte Christian Kühl, dass er dort wohl auch dabei sein werde. Um Storost zu sagen, dass seine Gastgeber ihm die Erstellung eines Konzeptes verweigert haben.

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